„Dann darf man träumen“

Werder-Profi Schmid fiebert WM-Premiere entgegen und bedauert Baumgartner-Ausfall

Romano Schmid könnte bei der WM viel Spielzeit auf seiner Lieblingsposition erhalten. Wie der Profi von Werder Bremen auf das Turnier blickt.

Romano Schmid betritt in diesen Tagen absolutes Neuland. In vielerlei Hinsicht. „Ich war noch nie in Amerika, deshalb ist das etwas ganz Besonderes. Hotel, Platz, Stadt, das ist schon etwas Außergewöhnliches“, sagt der Offensivakteur des SV Werder Bremen, der mit der österreichischen Nationalmannschaft demnächst an einer Weltmeisterschaft teilnehmen wird. Zum ersten Mal in seiner Karriere. Noch so eine Premiere also. Und die Chancen sind groß, dass der 26-Jährige häufig im großen Rampenlicht zu sehen sein wird.

Freut sich auf die Weltmeisterschaft mit Österreich: Werder Bremens Mittelfeldspieler Romano Schmid.

Ausgeruht ins WM-Abenteuer: Werder Bremens Romano Schmid fiebert Weltmeisterschaft mit Österreich entgegen

Die stundenlange Anreise hat der gebürtige Grazer jedenfalls schon einmal gut weggesteckt, der Jetlag ist überhaupt kein Problem. „Mir geht es damit ein bisschen besser als anderen. Ich habe gleich nach der Ankunft von 20.30 Uhr bis 7.30 Uhr durchgeschlafen. Mir geht es gut“, sagt Werder Bremens Romano Schmid lächelnd in einer Medienrunde des ÖFB in Santa Barbara.

Eine Europameisterschaft hat der Werder-Profi vor zwei Jahren in Deutschland schon aus nächster Nähe miterlebt, „aber eine WM ist noch einmal etwas anderes“, gibt er zu und schiebt mit strahlendem Blick hinterher: „Man sollte sich immer vor Augen führen, welch weiten Weg man gegangen ist. Wir wollten alle als kleine Kinder Fußball spielen, Profi werden, irgendwann einmal zu einer WM.“ Und genau das hat der 1,68 Meter große Spieler von Werder Bremen nun geschafft.

Nach Verletzungs-Schock um Christoph Baumgartner: Werder Bremens Romano Schmid leidet mit ÖFB-Kollege

Und doch ist er in Gedanken auch bei jemandem, dessen Traum von der Weltmeisterschaft in der vergangenen Woche brutal zerschellte: Christoph Baumgartner. Der Angreifer von RB Leipzig verletzte sich kurz vor der Abreise im Training, musste operiert werden und wird das globale Großereignis nun verpassen. Romano Schmid tut das unheimlich leid. „Ich weiß, wie der Baumi wirklich ist. Ich hätte gern die Bühne mit ihm geteilt, weil er für mich ein wichtiger Spieler ist und mich sehr geprägt hat von der Art und Weise, wie er ist“, sagt der Wirbler des SV Werder Bremen.

Werder Bremen-Duo gegen Lionel Messi: Wo läuft Österreichs WM-Spiel gegen Argentinien live im TV und im Livestream?

Schon zu Juniorenzeiten kreuzten sich ihre Wege, eine besondere Verbindung gibt es endgültig seit dem April 2016. „Er ist früher einmal bei der U17 für die Elite-Runde ausgefallen, ich bin für ihn nachgerückt und habe dann im entscheidenden Spiel das entscheidende Tor für die EM-Teilnahme erzielt“, erinnert sich Werder Bremens Romano Schmid. Doch damit nicht genug: „Er war der Erste, der mir geschrieben und gratuliert hat. Er hat sich bedankt, dass er bei der EM dabei sein kann.“

„Dann darf man träumen“: Werder Bremens Romano Schmid freut sich auf Weltmeisterschaft – und darf auf Lieblingsposition hoffen

Nun könnte ausgerechnet Romano Schmid im ÖFB-Team Baumgartners Vertreter werden. Unter Bundestrainer Ralf Rangnick war der Profi des SV Werder Bremen in der Vergangenheit zwar häufig auf der rechten Seite aufgeboten worden, könnte nun aber vielleicht auf die verwaiste Zehnerposition rücken. Er selbst hätte nichts dagegen. „Man kann den Baumi nicht 1:1 ersetzen, er ist ein komplett anderer Spielertyp im Vergleich zu mir. Ich glaube aber, dass meine beste Position eher im Zentrum ist“, meint Schmid, der vorsorglich bezüglich möglicher Aufstellungspläne jedoch hinterherschiebt: „Die Frage muss man dem Teamchef stellen und nicht mir.“

Am 17. Juni steigt Österreichs Auswahl in die WM ein, erster Gegner ist Außenseiter Jordanien (6 Uhr MESZ). Es folgen die beiden weiteren Gruppenpartien gegen Argentinien (22. Juni, 19 Uhr MESZ) und Algerien (28. Juni, 4 Uhr MESZ). Und klar, natürlich soll das Turnier nicht schon nach diesem Auftaktprogramm beendet sein. „Wenn wir unser Gesicht zeigen, unsere DNA auf den Platz bringen, dann darf man träumen“, sagt Werder Bremens Romano Schmid. „Wir haben Spieler, die regelmäßig auf einer ganz großen Bühne spielen. Die können uns unglaublich viel mitgeben und das ist etwas Besonderes.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO

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