Wann spielt Keita endlich?
Keitas Demo, Werners Zögern: Die besondere Rückkehr des Werder-Topstars
Noch hat Trainer Ole Werner sich nicht festgelegt, ob Naby Keita im Spieltags-Kader des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim steht. Jetzt erklärt der 35-Jährige, warum er bei dem Topstar weiterhin vorsichtig ist.
Bremen – Es wirkt schon wie eine kleine Demonstration: In den vergangenen Tagen hat Naby Keita immer mal wieder kleine Filmchen aus dem Kraftraum des SV Werder Bremen via Instagram verbreitet – mit sich in der Hauptrolle. Oder besser gesagt: mit seinem Körper. Der 28-Jährige lässt ordentlich die Muskeln spielen, aber nicht im Stile eines Bodybuilders, sondern eines Fußball-Profis, der zeigen will, wie belastungsfähig vor allem seine Beinmuskulatur ist. Die hatte dem Neuzugang vom FC Liverpool gleich nach seinem Wechsel an die Weser zu schaffen gemacht. Nun ist Keita fit, der neue Werder-Star könnte – sehnlichst erwartet von den Fans – am Sonntag beim Bundesliga-Gastspiel in Heidenheim (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) seine Werder-Premiere feiern. Doch Coach Ole Werner zögert noch.
Werder Bremens Ole Werner über eine Rückkehr von Naby Keita: „Deswegen wird es nicht mehr lange dauern“
„Das ist ja heutzutage alles hochwissenschaftlich“, beginnt Werner seine Ausführungen zu Keita: „Naby ist ein Spieler, der im letzten halben Jahr sehr wenig gespielt, sich dann bei uns zu einem frühen Zeitpunkt verletzt und eineinhalb Monate nicht mit der Mannschaft trainiert hat.“ Dann würden mehrere Schritte folgen, beginnend mit individuellem Training. „Da misst man alle Meter, die er läuft – an schnellen Metern, an Abstoppbewegungen“, so Ole Werner. Es sei ein Herantasten an die nächste Stufe: dem Mannschaftstraining des SV Werder Bremen, erst anteilig, dann voll. „Auch da wird wieder alles gemessen“, betont Werner: „Wichtig ist es, dann mal eine volle Trainingswoche zu haben oder ganz nah an so eine heranzukommen.“ Letzteres sei bei Keita nun der Fall gewesen. „Deswegen wird es nicht mehr lange dauern und er diese oder nächste Woche dabei sein“, frohlockt der Coach, ohne sich genau festzulegen. Da möchte Werner den Gesprächen mit dem Spieler, dem Trainerstab und der medizinischen Abteilung in der direkten Vorbereitung auf die Partie gegen Heidenheim nicht vorgreifen. Spätestens am Samstagmittag beim Abschlusstraining in Bremen sollte aber klar sein, ob Keita mit nach Heidenheim reist.
Und dann? Kann ein Trainer so einen Superstar, der mit dem FC Liverpool die Champions League gewonnen hat, überhaupt auf die Bank setzen? Muss ein Naby Keita nicht gleich von Beginn an spielen? Oder fehlt ihm dazu noch die Bindung zum Team? „Naby hat einfach noch ganz wenig mit der Mannschaft auf einem großen Feld auf dem Platz gestanden“, merkt Werner dazu an. Denn in der Länderspielpause war der Kader etwas ausgedünnt, es gab eher kleinere Spielformen. „Aber Naby ist auch ein Spieler, der eine gewisse Qualität hat und viel Erfahrung auf diesem Niveau und in dieser Liga mitbringt. Er kann sich schnell anpassen. Wenn er körperlich so weit ist, kann man ihn relativ schnell reinwerfen“, sagt Werner, ohne allerdings anzufügen, in welchem Moment eines Spiels dieses Reinwerfen passieren könnte.
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Naby Keita ist ein absolutes Upgrade für Werder Bremen und sorgt für ein deutlich höheres Spieltempo
Geduld ist also gefragt, was beim Thema Keita, dem ablösefreien Transfercoup des Sommers, jedoch schwerfällt. Denn wer den guineischen Nationalspieler im Training des SV Werder Bremen beobachtet hat, der will ihn auch möglichst bald im Spiel sehen. Naby Keita ist ein absolutes Upgrade zum aktuellen Personal im Mittelfeld und sorgt für ein viel höheres Spieltempo. Das liegt nicht nur an seiner eigenen Geschwindigkeit, sondern auch an seiner Leichtigkeit im Umgang mit dem Ball. Und ihm ist dabei auch ein großer Spaß anzusehen. Nach den vielen Wochen abseits der Mannschaft im Aufbautraining wirkt der Neuzugang nun wie befreit und endlich angekommen bei den Grün-Weißen.
Es fehlt allerdings noch dieser eine Schritt. Der in seinem Fall freilich kein kleiner ist. Denn zu oft haben ihn in der Vergangenheit immer wieder muskuläre Probleme gestoppt. Da ist Vorsicht geboten – auf dem Platz, für den Kraftraum gilt das offenbar nicht mehr. Keitas kleine Videos taugen dabei durchaus als Angstkiller. Da wird dann schon mal das Knie in höchster Belastung noch mal mit einem Band von der Seite gezogen. Da müssen schon alle Muskeln optimal mitspielen, um nicht umzufallen – und das wäre noch das kleinste Übel. Aber dieser Naby Keita ist fit, das hat er seinen 1,7 Millionen Followern bei Instagram gleich mehrfach gezeigt und möglicherweise dürfen sich davon am Sonntag auch die 15 000 Zuschauer in der Heidenheimer Voith-Arena überzeugen. (kni)