Zuschauer statt Zauberer
Warum Samuel Mbangula trotz Werders Harmlosigkeit weiter einen schweren Stand hat
Samuel Mbangula saß in Köln bei Werder Bremen nur auf der Bank. Trainer Daniel Thioune nennt die Gründe und spricht über möglichen Einsatz gegen den HSV.
Bremen – Allzu viele offensive Akzente hatte der SV Werder Bremen zuletzt in Köln nicht gesetzt. Mal wieder. Doch einer hatte daran nichts ändern dürfen: Samuel Mbangula. Ebenfalls mal wieder. Der Zehn-Millionen-Transfer des vergangenen Sommers schafft es auch weiterhin nicht, sich nachhaltig einen Platz in der Startelf des abstiegsbedrohten Bundesligisten zu sichern. Stattdessen wechseln sich kürzere und längere Berücksichtigungen bei ihm ab – wobei die Zahl der geringen Spielanteile wesentlich größer ist. Ein Bild, das nicht wirklich zu den hohen Erwartungen passen will, die mit der Verpflichtung des ehemaligen Profis von Juventus Turin einhergegangen waren. Werder-Trainer Daniel Thioune verhehlt nicht, warum Mbangula nicht erste Wahl ist – und öffnet dem Belgier dennoch die Tür.
Warum Samuel Mbangula beim SV Werder Bremen gegen Köln nicht zum Einsatz kam
„Gegen Köln würde ich es aufs Taktische reduzieren, denn wir haben nach der Roten Karte eine Umstellung zur Pause vorgenommen, die uns geholfen hat. Wir haben dann im 4-3-2 agiert und brauchten keine Flügel mehr auf dem Platz“, erklärt Thioune, der im Rheinland nicht einfach nur auf Samuel Mbangula verzichtet hatte, sondern damit einhergehend sogar ein mögliches Wechselfenster von Werder Bremen komplett ungenutzt ließ. „Hintenraus war die Frage, wie wir ins Risiko gehen wollen. Wir haben dann das Zentrum aufgelöst und einen dritten Stürmer gebracht. Da sah ich ihn weniger, auf den Außenverteidigerpositionen auch nicht mehr. Den Slot haben wir verstreichen lassen, die Platzzeit bei ihm nicht gesehen.“
Samuel Mbangula hat bei Werder Bremen weiterhin einen schweren Stand – neue Chance im Nordderby gegen HSV?
Kein gutes Zeichen für jemanden, der eigentlich geholt wurde, um die Offensive des SV Werder Bremen anzukurbeln. Doch das vorhandene Misstrauen kommt nicht von ungefähr. Es hat sich stetig entwickelt. Das war schon unter Horst Steffen so und ist unter dessen Nachfolger Daniel Thioune ähnlich. Eines lässt sich jedenfalls festhalten: Ein Profiteur des Trainerwechsels ist Samuel Mbangula keineswegs. Und sein jetziger Coach lässt durchblicken, dass die Bemühungen während der täglichen Einheiten wesentlich intensiver ausfallen dürfen. „Insgesamt haben wir ein sehr respektvolles Verhältnis, kommunizieren sehr offen miteinander“, sagt Thioune. „Nach dem Wolfsburg-Spiel war es auch wichtig, ihm zu aufzuzeigen, was ich nicht so gut bei ihm gesehen habe. Wir haben dort sehr viel über seine Seite zugelassen, zudem hat er offensiv nicht so stattgefunden, wie wir uns das gewünscht haben. Und dann bin ich da relativ klar und konsequent. Er hat in der Vergangenheit schon gezeigt, welche Qualität er besitzt, aber das muss er ausgewogener gestalten. Dann werden wir in Bremen auch viel Freude an ihm haben.“
Ganz kurzfristig heißt das mit Blick auf das nahende Nordderby (Samstag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) für Samuel Mbangula: „Ich glaube, dass er gegen den HSV wieder ein Faktor sein kann, denn dort wird es wieder vermehrt um Individualität gehen und darum, persönlich offensiv stattzufinden“, meint der Trainer des SV Werder Bremen. „Dass er dafür das Potenzial besitzt, wissen wir alle. Vielleicht wird er ein Faktor und kann zeigen, wie gut er ist – aber das muss er halt auch unter der Woche.“ (mbü)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Celina Leiers
