Werder-Stimmen zum Spiel

„Den Faden verloren“ und „viel zu einfache“ Fehler: Werder Bremen verpatzt Start in Freiburg – die Stimmen zum Spiel

Der SV Werder Bremen hat den Bundesliga-Auftakt beim SC Freiburg verpatzt und klar mit 1:4 (0:2) verloren. Die Stimmen zum Spiel!

Daniel Thioune (Trainer SV Werder Bremen): „Ich glaube, dass wir wirklich sehr aktiv, positiv und gut in die Partie gekommen sind. In der ersten Viertelstunde hatten wir vielleicht sogar bessere Ballbesitzphasen als die Freiburger selbst. Aber aus dieser Aktivität wurde dann irgendwann eine Passivität. Wir haben uns reindrücken lassen, waren nicht mehr so intensiv im Ansprinten. Dann haben sie uns ein wenig aufgespielt und Möglichkeiten bekommen. Ich glaube, mit dem ersten Tor – die Standards haben sich ja angedeutet – haben wir dann vor der Pause gänzlich den Faden verloren. Ein offener Ball im Zehnerraum, den Matanovic abschließt. Und nach der Pause waren wir dann im Tiefschlaf. Davon haben wir uns nicht erholt. Hinten raus hatten wir vielleicht wieder Ballbesitzphasen, aber das war sicherlich eher dem Gegner geschuldet, dass er sich zurückgenommen hat, als unserer eigenen Aktivität.“

Clemens Fritz (Sportchef SV Werder Bremen): „Wir waren am Anfang gut im Spiel, hatten Ballbesitzphasen und haben ruhig gespielt. Irgendwann haben wir dann angefangen, lange Bälle zu spielen, die postwendend zurückkamen. Wir hatten keine Entlastung mehr und haben uns zu weit hinten reindrängen lassen. Wir hätten höher anlaufen müssen. Teilweise waren wir zu hektisch in unseren Aktionen. Freiburg hat es ruhig gespielt. Nach dem 0:1, das wir besser verteidigen müssen, hat uns der Mut im Spiel mit dem Ball gefehlt. Da müssen wir uns weiterentwickeln. Das Gegentor kurz nach der Pause hat uns dann den Stecker gezogen.“

Frust zum Saisonauftakt beim SV Werder Bremen: Kapitän Marco Friedl und Abwehrspieler Amos Pieper sind nach der deutlichen 1:4-Auftakt-Pleite gegen den SC Freiburg bedient - die Stimmen zum Spiel.

Werder Bremen in Noten gegen den SC Freiburg: Chuki bleibt blass, Niclas Füllkrug kein Faktor!

Werder Bremen verpatzt Auftakt gegen SC Freiburg - Marco Friedl genervt: „Viel zu einfach“

Marco Friedl (Kapitän SV Werder Bremen): „Natürlich haben wir uns den Saisonstart anders vorgestellt. In den ersten 15, 20 Minuten waren wir ordentlich im Spiel. Dann darfst du vor der Pause einfach nicht mit 0:2 in Rückstand geraten. Das nervt. Das erste ist ein Standardtor, wo mit der kleinste Spieler des Gegners im Fünfmeterraum frei zum Kopfball kommt. Auch das zweite Gegentor fällt viel zu einfach. In der zweiten Halbzeit reichen Freiburg dann zehn Minuten, um das Spiel komplett zu entscheiden. Danach haben sie zwei Gänge zurückgeschaltet. Unter dem Strich haben uns heute 35 Minuten das Spiel gekostet.“

Niclas Füllkrug (Stürmer SV Werder Bremen): „Wir standen ein bisschen im Dunkeln, wo genau wir stehen nach den letzten Wochen und vor allem nach der Situation, die wir am Samstag hatten [Verletzung Stage]. Es war klar, dass wir heute eine Mannschaft auf den Platz bringen, die zwar eine gewisse Qualität, aber noch nicht die Connection zueinander hat, bei der die Automatismen noch nicht so da sind. Das bringt es mit sich, wenn du bei einem Verein spielst, der Jahr für Jahr versucht, Spieler zu entwickeln und besser zu werden. Das ist normal. Deswegen sehe ich es jetzt noch gar nicht so negativ. Wir haben am Samstag einen sehr großen Verlust gehabt. Das geht nicht spurlos an einer Mannschaft vorbei. Wir haben sehr mit Jens mitgefühlt und ihn heute auf dem Platz vermisst. Ich denke, das war klar erkennbar. Wir müssen jetzt versuchen, die Automatismen gegen den Ball so schnell wie möglich zu entwickeln und auf den Platz zu bringen. Wir müssen uns gegenseitig noch besser kennenlernen. Dann werden auch ganz schnell bessere Ergebnisse kommen. Da bin ich mir sicher. Das war heute ein Tag zum Lernen.“

Julian Schuster (Trainer SC Freiburg): „Ich mag das grundsätzlich nicht, wenn ein Trainer 4:1 mit seiner Mannschaft gewinnt und dann noch viel über das Inhaltliche spricht. Aber es waren Phasen da, wo ich nicht hundertprozentig mitgehen kann. Am Anfang war es ein Stück weit zu ungeduldig, zu einfache Ballverluste, die den Gegner dann immer wieder zu Umschaltmomenten einladen, und dann haben sie natürlich Geschwindigkeit auch mit Justin Njinmah. Da waren am Anfang ein, zwei Situationen, wo es hätte gefährlich werden können. Und haben wir es kontrollierter, auch über mehr Ball außen gespielt, dann sind die Standardsituationen gekommen, und dadurch haben wir dann natürlich das Führungstor erzielt.“

Yuito Suzuki (Torschütze SC Freiburg): „Ja, natürlich fühle ich mich großartig und ich bin sehr glücklich darüber, einen Hattrick erzielt zu haben und dass ich der Mannschaft mit den Toren helfen konnte. (...) Ehrlich gesagt konnte ich nicht glauben, dass ich einen Hattrick erzielt habe. Aber wenn wir uns die Situation bei den Toren ansehen – zum Beispiel das dritte Tor, die Vorlage von Igor –, da möchte ich ihm wirklich „Danke“ sagen, weil ich ihn gerade sehe. Ja, ich meine: Ich konnte die drei Tore auch wegen ihm und wegen der Mannschaft erzielen.“

Igor Matanovic (Torschütze SC Freiburg): „Klar, für das erste Spiel in der neuen Bundesliga-Saison sind wir natürlich mega zufrieden. Zu Hause gegen Bremen 4:1 zu gewinnen, ist eine Ansage. Natürlich haben wir auch den Schwung von den letzten Spielen mitgenommen. Wir haben jetzt schon drei Pflichtspiele gehabt, alle gewonnen. Genauso wollten wir weitermachen — und jetzt schon wieder mit einer ordentlichen Anzahl an Toren. Natürlich auch dank Yuito Suzuki. Ein enorm guter Spieler, und es harmoniert einfach sehr, sehr gut. Und trotzdem muss ich sagen: Auch wenn es wirklich ein sehr, sehr gutes Spiel war, müssen wir uns ankreiden lassen, dass wir in den letzten 20 Minuten einen Gang runtergeschaltet haben. Das hätten wir nicht machen sollen. Dann haben wir auch verdient ein Tor kassiert. Das ist schon eine Sache, die uns auf jeden Fall stört, und die müssen wir auf jeden Fall ansprechen.“

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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