Werder-Profi über Bundesliga-Re-Start
Ohne Angst in die Englische Woche: Senne Lynen hat den Glauben an Werder noch lange nicht verloren
Der SV Werder Bremen hat ein schweres Programm vor der Brust: Wie Senne Lynen auf die aktuelle Situation und die kommenden Aufgaben blickt!
Bremen – Es sind turbulente Tage, die Senne Lynen erlebt. Da ist zum einen die Familie, die im vergangenen Herbst um ein weiteres Kind angewachsen ist. „Eins ist keins, sagt man ja“, erzählt der Belgier lachend. „Mit zweien ist schon deutlich mehr zu tun.“ Und als wäre das nicht schon genug, hat der 26-Jährige auch noch sportliche Herausforderungen mit dem SV Werder Bremen zu meistern. Spielerisch läuft es nicht wie gewünscht beim Tabellenzehnten, nicht wenigen Fans graut es förmlich vor den nächsten Wochen. Nacheinander treffen Lynen und Co. auf die TSG Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker), Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg und den FC Bayern München. Viel Potenzial also, so die weitläufige Sorge, um in der Tabelle gehörig abzuschmieren. Der Mittelfeldspieler kennt die Befürchtungen – tritt ihnen aber entschieden entgegen.
Werder Bremens Senne Lynen: „Es ist ein Schritt nach vorne, dass wir jetzt stabiler sind und sicher im Spiel gegen den Ball stehen“
„Ich habe keine Angst. Wir haben vor Weihnachten sowohl offensiv als auch defensiv unsere Themen gehabt, aber durch die Umstellung vor dem Augsburg-Spiel war das Gefühl auf dem Platz schon viel besser“, sagt Senne Lynen. Trainer Horst Steffen hatte seiner Mannschaft zum Jahresausklang eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette mit drei zentralen Innenverteidigern und zwei klassischen Außenverteidigern verpasst, was in der Fuggerstadt zu einem Punktgewinn ohne Gegentreffer führte. „Wir machen alles Schritt für Schritt besser. Demnächst wird auch das Offensive kommen. Noch ist es nicht da, aber es wird kommen“, verspricht der Mann aus Antwerpen. „Wir arbeiten daran im Training, doch es braucht eben Zeit. Es ist aber schon ein Schritt nach vorne, dass wir jetzt stabiler sind und sicher im Spiel gegen den Ball stehen.“ Für Lynen selbst sei es dabei als Sechser egal, in welcher Formation beim SV Werder Bremen agiert wird, aber: „Ich fühle mich sehr wohl, weil ich weiß, dass sich andere Spieler jetzt besser fühlen.“
Ein schnödes Unentschieden aus Augsburg ist da nicht mehr als ein zartes Pflänzchen, Lynens Worte verdeutlichen dennoch, wie sehr die Mannschaft nach Optimierungen gedürstet hat und es noch immer tut. Auch der Mittelfeldprofi des SV Werder Bremen beklagt, dass in der Vergangenheit häufig die Abstände untereinander nicht gestimmt haben, die Kommunikation noch besser hätte sein können. Darüber hinaus hatten auch die Verantwortlichen zuletzt unisono betont, dass in verschiedenen Bereichen Luft nach oben vorhanden sei. Gern fiel dabei auch das Wort „Intensität“. „Aber auch das hängt oft mit den falschen Abständen zusammen. Wenn du als Mannschaft nicht kompakt bist, kommt man als Einzelner nicht gut in den Kontakt mit dem Gegner“, erklärt Senne Lynen. „Dann bist du jedes Mal einen Schritt zu spät. Manchmal geht es nur um ein, zwei drei Millimeter. Man kann deshalb aber nicht pauschal sagen, dass dann immer gleich die Intensität gefehlt hat. Auch wenn es sich vielleicht so anfühlt oder von außen so aussieht.“
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Werder Bremens Senne Lynen: „Romano Schmid müsste noch mindestens vier, fünf Vorlagen mehr bekommen, aus denen er etwas machen kann“
Und so bemüht sich Werder Bremen weiter darum, ansehnlicheren Fußball zu spielen. Unter der Woche sei viel an einem funktionierenden Passspiel in den Fuß des Mitspielers gearbeitet worden, verrät Senne Lynen. „Wir können viel über Taktik reden, aber wir können unsere Situationen auch einfach noch viel sauberer ausspielen. Romano Schmid müsste beispielsweise noch mindestens vier, fünf Vorlagen mehr bekommen, aus denen er etwas machen kann.“
Aber eben nicht nur der Österreicher. Bekanntlich krankt es aktuell ganzheitlich im Sturm des SV Werder Bremen – genau deshalb plagen sich Teile der Anhängerschaft vor dem Re-Start mit großen Sorgen herum. „Das verstehe ich, denn das Programm ist schwierig“, gibt auch Senne Lynen zu, jedoch betont er fast im gleichen Atemzug: „Es kann aber in beide Richtungen gehen. Es kann sehr gut werden, es kann aber auch sehr schlecht werden. Wenn man drei eher einfache Gegner hat und dann verliert, ist es noch viel schlimmer. Jetzt spielen wir gegen gute Mannschaften, was also eine Riesenchance für uns ist, das Ganze positiv zu gestalten.“ Zweifel daran, dass Werder dazu in der Lage ist, gibt es beim 26-Jährigen nicht. „Wenn ich jetzt sagen würde, dass ich es nicht mehr fühle, dann können wir direkt aufhören. Ich glaube an das ganze Team und hoffe, dass wir ein gutes Spiel gegen Hoffenheim machen.“ (mbü)
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