Werder-Neuzugang verballerte einen Elfmeter
Nach folgenschwerem Fehlschuss: Werder macht Silva keine Vorwürfe
André Silva vergab gegen den SC Freiburg die große Chance, den SV Werder Bremen vom Elfmeterpunkt wieder ins Spiel zurückzubringen - so reagiert Trainer Ole Werner auf den Fehlschuss des Stürmers.
Freiburg – Für einen kurzen Moment, da war am Freitagabend Wild-West-Stimmung im Europa-Park-Stadion angesagt, zumindest in einem der Strafräume. Nachdem er in der 39. Minute den Handelfmeter von Werder-Stürmer André Silva pariert hatte, feierte Noah Atubolu, der Torhüter des SC Freiburg, seine Parade mit ausschweifender Pistolero-Geste – Grund zur Freude hatte der 22-Jährige schließlich genug. Nicht nur, dass er seiner Mannschaft die zwischenzeitliche 2:0-Führung bewahrt hatte, nein. Zudem war es bereits der vierte Elfmeter in Folge, den Atubolu in der Bundesliga parierte. Und auf der anderen Seite? Ließ der Bremer Winter-Neuzugang Silva frustriert die Schultern hängen – wohlwissend, dass er da eine dicke Chance vergeben hatte. Am Ende kassierte Werder Bremen in Freiburg ein saftiges 0:5, was für Silva im dritten Spiel für die Grün-Weißen die dritte Pleite bedeutete. Nicht gerade ein Traumstart. Vorwürfe für den Fehlschuss gab es für den Portugiesen in Freiburg aber nicht.
Werder Bremens Ole Werner über André Silvas Fehlschuss: „Jeder hat den Anspruch, dass ein Elfmeter reingeht, aber so etwas passiert“
„Ich glaube, dass jeder den Anspruch hat, dass ein Elfmeter reingeht, André natürlich auch“, sagte Werders Cheftrainer Ole Werner, „aber so etwas passiert im Fußball“. Grundsätzlich mahnte der 36-Jährige dazu, „das Spiel jetzt nicht an dieser Szene aufzuhängen“. Dafür waren bei Werder vor allem nach der Pause auch viel zu viele andere Dinge schiefgelaufen. „Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass André trifft, denn der Anschlusstreffer hätte uns geholfen und wäre zu dem Zeitpunkt auch verdient gewesen. Uns beschäftigt im Nachgang aber viel mehr der Auftritt in der zweiten Halbzeit“, betonte der Coach des SV Werder Bremen, dessen Elf es nach Wiederanpfiff praktisch an allem hatte vermissen lassen und nach dem 0:3 gegen den SC Freiburg komplett auseinandergefallen war.
Auch Werders Fußball-Chef Clemens Fritz vermied es, Silva für den vergebenen Strafstoß zu kritisieren. Schlecht geschossen war der Ball ja auch nicht – nur reagierte Atubolu eben in der Manier eines wahren Elfmeterkillers. „Den hat er gut gehalten“, lobte Fritz, der nun weiterhin auf den ersten Treffer des neuen Stürmers warten muss. Bis zum Saisonende steht André Silva bekanntlich als Leihspieler von RB Leipzig beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Anders formuliert: Das sind noch elf Bundesligaspiele, in denen der Angreifer bestätigen kann, was er kürzlich über sich selbst im Interview mit der DeichStube gesagt hatte: „Im Strafraum kann ich ein Killer sein.“ (dco/mbü)