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Bremen - Schön ist das Wort nicht, aber dennoch hält es nach und nach Einzug ins deutsche Fußball-Vokabular: „Deadline-Day.“ Umschrieben ist damit der Tag, an dem das Transferfenster schließt.
In Deutschland ist es dieses Mal der 31. August, ein Donnerstag, an dem um Punkt 18 Uhr nichts mehr geht. Knapp neun Wochen hatten die Vereine dann Zeit, neue Spieler zu holen und alte zu verkaufen. Einige Clubs haben das längst erledigt und sehen dem Donnerstag entspannt entgegen. Für andere wiederum verdichten sich die Bemühungen des kompletten Sommers auf wenige Stunden. Gut möglich, dass auch Werder Bremen ein aufregender Tag bevorsteht.
Die Suche nach einem neuem Stürmer ist nach wie vor ergebnislos, das Ziel, alle aussortierten Spieler loszuwerden, lange nicht erreicht. „Wir stellen uns auf alles ein“, sagt Sportchef Frank Baumann, der im Vorjahr bewiesen hat, dass sich Geduld lohnen kann.
Baumann hält seinen Kurs - trotz Zeitdruck
Damals landete Werder am letzten Tag der Sommer-Wechselperiode einen Überraschungscoup: Olympia-Star Serge Gnabry kam von Arsenal London. Der 21-Jährige ist zwar längst via Bayern München zu 1899 Hoffenheim weitergewandert, trug mit seinen elf Bundesliga-Toren aber großen Anteil an einer guten Bremer Saison. Der Gnabry-Deal hatte Werder über mehrere Wochen angebahnt. Dass sich alle Seiten erst auf den letzten Drücker einigen konnten – am Ende spielte es keine Rolle mehr. Was zählt, ist der Transfer.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gnabry-Erfahrung ein nicht ganz unwesentlicher Grund dafür ist, dass Baumann in diesen Tagen nach außen hin große Ruhe vermittelt. „Wir werden sehen, was passiert“ – „Ich bin da sehr optimistisch“ – „Noch ist ja Zeit“. Es sind Sätze wie diese, die der 41-Jährige seit Wochen wiederholt. Auch kurz bevor der Hammer fällt, ändert er seinen Kurs nicht.
Da Werders finanzielle Mittel stark begrenzt sind, hoffen sie in Bremen auf die Gunst der letzten Stunde, auf Last-Minute-Angebote, wenn man so will. Als Kandidat für die offene Planstelle im Sturm wird seit Tagen Paul Onuachu vom dänischen Erstligisten FC Midtjylland gehandelt. Dessen Sportchef Claus Steinlein schloss einen Verkauf des Nigerianers aber praktisch aus. „Ich werde weiterhin keine Namen kommentieren“, sagt Baumann, verrät aber, dass Werder bei der Stürmersuche nicht alles auf eine Karte setzt. „Das wäre ja fahrlässig.“
Die Bremer Bemühungen, eine Verstärkung zu verpflichten, zielen inzwischen nur noch auf den Sturm ab. In den anderen Mannschaftsteilen wird nichts mehr passieren. Im Tor ist Jiri Pavlenka schon da. Den Plan, nach dem Ausfall von Niklas Moisander einen neuen Innenverteidiger zu holen, hat Werder verworfen, und auch für Zlatko Junuzovic soll kein Ersatz kommen. Es ist fraglich, wie lange der Kapitän noch mit Achillessehnenproblemen ausfällt. „Wir haben auf seiner Position aber genug Alternativen im Kader und werden nichts mehr machen“, stellt Baumann klar.
Bleibt Werder auf bis zu fünf Spielern sitzen?
Vielleicht nicht ganz so wichtig wie die Stürmersuche, aber auch ein Thema, das der Manager schon längst erledigt haben wollte, ist der Abschied eines Quintetts: Sambou Yatabare, Aron Johannsson, Thanos Petsos und Levent Aycicek sollen verkauft, Ousman Manneh verliehen werden. Während Petsos’ Rückkehr zu Rapid Wien kurz bevorsteht (Baumann: „Wir werden eine Einigung hinbekommen“), kann es passieren, dass die anderen vier in Bremen bleiben.
„Wenn sie weiter bei uns unter Vertrag stehen, werden wir uns Lösungen überlegen“, erklärt Baumann, der übrigens auch in diesem Punkt auf Erfahrungen aus dem Vorjahr zurückblicken kann – wenn auch nicht gerade auf gute. Damals blieb Werder auf Torhüter Raphael Wolf und Stürmer Melvyn Lorenzen sitzen.