Werder-Stürmer mit Ansage
Gieriger Marco Grüll: Angreifer heiß auf Werder-Stammplatz
Marco Grüll will unter Neu-Trainer Horst Steffen viel Spielzeit beim SV Werder Bremen erhalten - und sich so auch für eine mögliche WM-Teilnahme in Stellung bringen!
Bremen/Bischofshofen – Viel hatte nicht gefehlt und Marco Grüll hätte sein erstes Tor für die österreichische Nationalmannschaft erzielt. Doch beim jüngsten WM-Qualifikationsspiel gegen Fußball-Zwerg San Marino verhinderte erst der gegnerische Keeper die ersehnte Premiere (77.), zwei Minuten später bugsierte der Profi des SV Werder Bremen den Ball dann unter Bedrängnis am leeren Kasten vorbei. Szenen, die an einem Abend, der ganz unter den schlimmen Eindrücken des Amoklaufes in Graz stand, am Ende zweitrangig waren. Grülls 27-minütiger Einsatz beim 4:0-Erfolg der Österreicher war nur wenige Tage später aber doch noch einmal Thema – als der Offensivmann zum Urlaubsstart gemeinsam mit seinem Mentor Ernst Lottermoser dem Gymnasium St. Rupert in Bischofshofen einen Besuch abstattete. Und natürlich ging es dabei auch um Werder Bremen.
Marco Grüll schaute schließlich nicht nur einfach so an der Schule vorbei, sondern schrieb fleißig Autogramme, machte Fotos mit den jungen Fans und ließ sich bei einer Fragestunde ordentlich löchern. Unter anderem sollte Grüll dabei erklären, ob der Trainerwechsel bei Werder Bremen von Ole Werner hin zu Horst Steffen für ihn persönlich nun eventuell mit der Angst verbunden sei, nicht mehr auf ausreichend Spielzeit zu kommen. „Die Sorge ist nicht groß, da man ohnehin seine Leistungen bringen muss“, entgegnete der 26-Jährige gelassen. „Natürlich gibt es Phasen, wo man vielleicht auf andere Spieler setzt, aber wenn man immer Gas gibt und sich empfehlen kann, wird man immer eine Rolle spielen.“
Werder Bremens Marco Grüll: „Ich will so viel wie möglich spielen“
Seit knapp einem Jahr ist Marco Grüll nun ein Profi des SV Werder Bremen und hat eine Saison mit Höhen und Tiefen hinter sich. Sechs Tore hat der Mann aus Schwarzach im Pongau während seiner allerersten Spielzeit in der deutschen Bundesliga erzielt und obendrein 30 Partien im Oberhaus absolviert – zu Werders Startelf gehörte er dabei jedoch lediglich 13 Mal. Als die Grün-Weißen zwischenzeitlich kollektiv schwächelten, schwächelte auch er. Impulse zur Trendwende gab es von ihm nicht. Da ist also noch Luft nach oben. Findet auch Grüll selbst. „Natürlich möchte ich die vorherige Saison übertrumpfen, mich mehr etablieren und den maximalen Erfolg mit Werder Bremen haben“, betonte er während des Schulbesuchs im Gespräch mit „MeinBezirk.at“ und erklärte den Jugendlichen vor Ort, dass er ganz scharf auf einen Stammplatz sei: „Ich will so viel wie möglich spielen.“
Auch für Österreich. Sieben Einsätze hat Grüll bislang auf seinem Konto, auf dem Weg zu einer möglichen Teilnahme an der Weltmeisterschaft im nächsten Sommer sollen es unbedingt mehr werden. Seit 1998 war sein Heimatland nicht mehr für das globale Großereignis qualifiziert, seinerzeit trugen noch die damaligen Werder-Profis Andreas Herzog und Heimo Pfeifenberger das Nationaltrikot, schieden aber nach der Vorrunde aus. Knapp zwei Wochen später erblickte Marco Grüll das Licht der Welt und darf nun selbst von einem WM-Auftritt träumen. Dafür braucht es weitere Siege wie gegen San Marino, unter angenehmeren Umständen versteht sich. Und im Idealfall ohne kleinere Wehwehchen. Schon kurz nach seiner jüngsten Einwechslung humpelte der Angreifer des SV Werder Bremen angeschlagen über das Feld. Doch nun gab er Entwarnung: „Es ist nichts Dramatisches – schmerzhaft natürlich, aber nichts Schlimmes.“ (mbü)
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