Werder-Co-Trainer geht

Jetzt also doch: Werder stellt nach Horst Steffen auch Co-Trainer Raphael Duarte frei

Überraschende Wende: Der SV Werder Bremen und Co-Trainer Raphael Duarte gehen ab sofort nun doch getrennte Wege. Die Hintergründe zum Duarte-Aus.

Gute zwei Wochen nach Cheftrainer Horst Steffen geht jetzt auch dessen Assistent: Der SV Werder Bremen und Co-Trainer Raphael Duarte haben ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. Das gab der Bundesligist am Dienstagvormittag offiziell bekannt. „Wir sind Raphael sehr dankbar, dass er nach der Freistellung von Horst Steffen gemeinsam mit Christian Groß die Mannschaft interimistisch übernommen hat“, lässt sich Sportchef Clemens Fritz in der Mitteilung zitieren. „In der neuen Konstellation mit Daniel Thioune als Cheftrainer haben sich aber die Aufgaben und Verantwortlichkeiten für die Co-Trainer verändert. Auch weil Daniel mit Jan Hoepner einen ihm vertrauten Co-Trainer mitgebracht hat.“

Co-Trainer Raphael Duarte und der SV Werder Bremen gehen ab sofort getrennte Wege.

Überraschende Wende: Werder Bremen stellt Co-Trainer Raphael Duarte nun doch frei

Nach einem Vier-Augen-Gespräch zwischen Fritz und Duarte ist die Entscheidung bereits am Sonntag gefallen. Abgezeichnet hatte sich das vorher nicht, im Gegenteil. Zur Erinnerung: Nach der Entlassung von Horst Steffen, der vor der Saison gemeinsam mit Duarte aus Elversberg gekommen war, hatte Fritz den Luxemburger vor wenigen Tagen noch öffentlich gelobt und erklärt: „Ich bin proaktiv auf Raphael zugegangen und habe ihm gesagt, dass ich ihn ungern freistellen möchte. Ich halte ihn für einen guten Co-Trainer, der sich gut eingebracht und eine gute Ansprache hat. Darüber hinaus arbeitet er inhaltlich gut.“ Duarte entschied sich nach kurzer Bedenkzeit für einen Verbleib bei Werder Bremen und folgte seinem Mentor Steffen nicht – zu einem Zeitpunkt, als der neue Cheftrainer am Osterdeich noch nicht gefunden war. Dass sich die Rolle des 29-Jährigen unter Daniel Thioune dann fundamental verändert hat, ließ beide Seiten keine gemeinsame Zukunft mehr sehen.

Während Raphael Duarte unter Horst Steffen die Einheiten anleitete, Ansprachen hielt und Videoanalysen durchführte, sprich: gegenüber der Mannschaft sehr präsent war, trat er nach Thiounes Amtsantritt deutlich in den Hintergrund. Dabei war es genau diese tägliche Verantwortung, die Duarte in der Zusammenarbeit mit Horst Steffen geschätzt hatte und die ihn unter anderem dazu bewog, mit ihm arbeiten zu wollen, wie der gebürtige Luxemburger im Dezember in einem DeichStube-Interview erklärte: „Horst suchte jemanden, der eigene Ideen in die Trainingsarbeit einbringt. Das war neben dem Lernen von ihm auch einer der Gründe, weshalb die Stelle in Elversberg für mich von Beginn an sehr interessant war. Durch diese Verantwortung kann ich mich in meiner Rolle sehr gut einbringen und ausleben.“

Dass der neue Chefcoach Daniel Thioune in Co-Trainer Christian Groß bei Werder Bremen einen alten Vertrauten aus gemeinsamen Osnabrücker Zeiten wiedertraf und in Jan Hoepner seine rechte Hand mit nach Bremen brachte, verbesserte Duartes Standing nicht. In der Hierarchie des Trainerteams wurde er bis nach hinten durchgereicht. Fritz erklärt: „In unserem Gespräch sind wir gemeinsam zu dem Schluss gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden, da sich auch Raphaels Vorstellungen von seinen Aufgaben von der aktuellen Tätigkeit unterscheiden.“ Duartes Vertrag läuft vorerst (parallel zu dem von Horst Steffen) bis 2028 weiter. Heißt: Auch der Co-Trainer bleibt auf Werders Gehaltsliste, bis er eine neue Aufgabe gefunden hat.

Werder Bremen trennt sich von Co-Trainer Raphael Duarte - keine Abschiedsworte vom Luxemburger

Nach Informationen der DeichStube gab es intern kurzzeitig den Gedanken, Raphael Duarte die U23 anzubieten, wozu es aber letztlich nicht kam. Fraglich auch, ob der A-Lizenz-Inhaber dafür zu begeistern gewesen wäre – schließlich ist er gerade dabei, seinen Fußballehrer-Schein abzulegen und benötigt dafür Punkte auf Profiniveau. Eine Zukunft als Cheftrainer hatte der 29-Jährige bereits in der Vergangenheit gegenüber der DeichStube nicht ausgeschlossen. „Einen festen Karriereplan habe ich nicht. Das halte ich im Fußball auch für schwierig, da der Weg sehr schwer vorherzusehen ist. Klar ist, dass die Rolle als Cheftrainer irgendwann ein Thema werden kann“, sagte er im Dezember. Während Fritz in Werders Mitteilung betont: „Wir schätzen Raphael menschlich wie fachlich sehr und wünschen ihm für den weiteren Weg alles Gute“, enthält der Text hingegen keine Abschiedsworte von Duarte, was auch eine Aussagekraft hat. Fest steht: Seine Zeit beim SV Werder Bremen hat sich der Co-Trainer gänzlich anders vorgestellt, als er im Sommer 2025 am Osterdeich anheuerte. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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