Werder-Angreifer wieder präsenter

Njinmah zurück im Fokus: Werder-Stürmer auf dem Weg zu alter Stärke – aber weiter auf der Suche nach Effizienz

Justin Njinmah hat zuletzt wieder stärkere Leistungen gezeigt - in Sachen Effizienz muss sich der Stürmer des SV Werder Bremen aber noch verbessern!

Bremen – Das Lachen konnte man bei Justin Njinmah zwar wegen des tief ins Gesicht gezogenen Schals nicht sehen, spüren ließ es sich dennoch. Der Angreifer des SV Werder Bremen legte vor dem Training am Dienstag den Arm um Felix Agu und zeigte demonstrativ – mit Blick in Richtung der anwesenden Journalisten und Fotografen – auf seinen Freund und Mitspieler. Als wolle er sagen: „Seht her, wer endlich wieder da ist.“ Dass die beiden Profis nicht nur auf dem Rasen, sondern auch abseits des Feldes eine enge Freundschaft verbindet, ist nichts Neues. Vielmehr stand die Szene sinnbildlich dafür, dass Njinmah in den vergangenen Wochen nicht nur sein Lächeln zurückgewonnen hat, sondern auch sportlich sowie öffentlich wieder präsenter ist.

Justin Njinmah hat zuletzt wieder stärkere Leistungen gezeigt - in Sachen Effizienz muss sich der Stürmer des SV Werder Bremen aber noch verbessern!

Werder Bremens Peter Niemeyer über Justin Njinmah: „Er ist ein belebendes Element für unser Spiel“

Das war in dieser Saison auch schon anders. Nachdem der gebürtige Hamburger mit zwei Treffern aus drei Partien stark in die Spielzeit gestartet war, wurde seine Einsatzzeit im Herbst zunehmend geringer. Nachdem dem 25-Jährigen im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg trotz großen Bemühens wenig gelingen wollte und er bei seiner Auswechslung ungläubig in Richtung Bank gestikulierte, saß Justin Njinmah in den drei darauffolgenden Partien zunächst nur auf der Bank. „Er hatte im vergangenen Jahr eine Phase, in der er selbst mit sich nicht zufrieden war“, sagt Peter Niemeyer als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen im Gespräch mit der DeichStube, betont aber zugleich: „Aus dieser Phase hat er sich gut herausgearbeitet.“ Wie zu hören ist, habe der Stürmer unter anderem durch Extraschichten an sich gearbeitet und versucht, wieder die Lockerheit und Spritzigkeit vergangener Tage zurückzuerlangen.

Eine persönliche Trendwende leitete Justin Njinmah dabei ausgerechnet bei der Derbyniederlage gegen den Hamburger SV Anfang Dezember ein. Trotz des bitteren Ergebnisses zählte der schnelle Angreifer aufgrund seines zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers nach Einwechslung zu den wenigen positiven Erscheinungen aus Sicht des SV Werder Bremen. Seitdem stand Justin Njinmah in allen vier weiteren Bundesligapartien in der Startelf und zeigte sich insbesondere in den beiden Spielen im neuen Jahr gegen Borussia Dortmund (0:3) und Eintracht Frankfurt (3:3) als steter Unruheherd. „Er ist ein belebendes Element für unser Spiel. Die letzten Spiele waren ein Schritt in die richtige Richtung, da muss er jetzt dranbleiben“, betont Peter Niemeyer. Die Formkurve des Angreifers zeigt also nach oben – und dennoch bleibt ein großes Aber. Denn trotz seines Treffers gegen die Eintracht ließ Njinmah in beiden Partien mehrere hochkarätige Chancen ungenutzt. „Es ist als Stürmer das Ekligste, wenn du das Spiel nicht gewinnst und weißt, du hättest es entscheiden müssen. Klar, ich mache ein Tor, aber wenn ich heute drei mache, gewinnen wir definitiv“, sagte der 25-Jährige nach der Partie gegen Frankfurt selbstkritisch.

Werder Bremens Peter Niemeyer über Justin Njinmah: „Der nächste Schritt wäre eine höhere Effektivität in seinem Spiel“

Wo man sich über vergebene Chancen ärgern kann, ist es immerhin von Vorteil, dass es überhaupt Abschlüsse gibt. Findet auch Peter Niemeyer. „Zunächst ist es wichtig, dass er in die Situationen kommt und sich die Chancen erarbeitet“, sagt er. Auch der Stürmer selbst meint: „Ich komme immer wieder in diese Situationen, dass ich mir Torchancen herausspiele. Ich bin glücklich, dass ich jetzt mal wieder getroffen habe.“ Es war sein vierter Saisontreffer – damit führt er zwar nicht die interne Torschützenliste an, ist unter den Angreifern im Kader des SV Werder Bremen jedoch der treffsicherste. Ein Umstand, der in den kommenden Wochen noch an Bedeutung gewinnen könnte. Schließlich startete Justin Njinmah zuletzt mehrfach als alleiniger Mittelstürmer – eine Position, auf die künftig auch Neuzugang Jovan Milosevic Ansprüche erheben dürfte. „Es ist sicherlich eine gute Möglichkeit, dass die beiden gut zusammen harmonieren“, deutete Cheftrainer Horst Steffen bereits einen möglichen Doppelsturm an, stellte aber zugleich klar: „Die Kombination scheint gut zu sein, wann und wie sie aussehen wird, weiß ich aber noch nicht genau.“

Die jüngsten Auftritte haben Justin Njinmah in jedem Fall geholfen, auch Steffen zu zeigen, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Mit seiner Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit in Richtung gegnerisches Tor besitzt der Profi des SV Werder Bremen im Kader weiterhin einen gewissen Seltenheitswert. Vollends unverzichtbar würde er sich wohl dann machen, wenn in den kommenden Wochen auch die Torausbeute zur Leistungssteigerung passt – oder wie Peter Niemeyer es formuliert: „Der nächste Schritt wäre eine höhere Effektivität in seinem Spiel. Wir sind davon überzeugt, dass diese kommen wird.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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