Werder-Angreifer als Chancentod

„Ich habe Jens einfach nicht gesehen“: Njinmah über seine ausgelassenen Riesenchancen gegen den BVB und Werders anhaltende Torflaute

Justin Njinmah vergab gegen den BVB (0:3) drei Großchancen - wie der Angreifer über die Situationen und die anhaltende Torflaute des SV Werder Bremen denkt!

Dortmund – Vielleicht wäre der Abend komplett anders gelaufen, wenn Justin Njinmah den Ball einfach im Tor untergebracht hätte. Oder zumindest den freistehenden Jens Stage bedient hätte. Doch beides tat der Offensivakteur des SV Werder Bremen nach kaum vier Minuten im Spiel gegen Borussia Dortmund nicht– und so ging seine Mannschaft eben nicht in Führung, sondern blieb am Ende nicht nur erneut ohne eigenen Treffer, sondern verlor mit 0:3. Auch weil Njinmah an diesem Abend noch weitere Topgelegenheiten ausgelassen hatte. Entsprechend niedergeschlagen war der 25-Jährige hinterher.

Justin Njinmah (am Ball) war gegen Borussia Dortmund einer der Aktivposten des SV Werder Bremen, vor dem Tor zeigte der Angreifer gegen den BVB jedoch Nerven.

Werder Bremens Justin Njinmah: „Ich habe direkt zwei sehr gut Möglichkeiten, von der zumindest eine unbedingt rein muss“

„Ich habe direkt zwei sehr gut Möglichkeiten, von der zumindest eine unbedingt rein muss“, räumte Justin Njinmah unumwunden ein. „Vielleicht hätte ich den Ball bei der ersten Chance rüberlegen müssen, aber ich habe Jens einfach nicht gesehen. Grüllo (Marco Grüll, Anm. d. Red.) steckt den Ball super durch, ich komme frei zum Abschluss – und wenn ich aufs Tor schieße, dann muss der Ball halt rein.“ Wie auch eine knappe Viertelstunde später, als Njinmah erneut geschickt wurde, dann aber mit einem Lupfer Gregor Kobel im BVB-Tor überwinden wollte und nicht mit einem kompromisslosen Abschluss. Zoff gab es deshalb nicht in der Kabine. Marco Friedl, Kapitän des SV Werder Bremen, verriet zwar, dass bereits in der Pause über die vergebene Szene diskutiert worden sei, doch Teamkollege Romano Schmid betonte auch: „Ich vertraue Justin. Er ist ein super Spieler und hat schon viele Tore auf diese Weise gemacht. Das kann mal passieren. Schade ist, dass wir generell keine Tore schießen, aber da gebe ich ihm jetzt keine Schuld.“ Auch Trainer Horst Steffen meinte: „Mich wurmt es, dass wir wieder keine Tore gemacht und Punkte geholt haben, aber da mache ich Justin überhaupt keinen Vorwurf. Er ist ein guter Spieler, der auch wieder treffen wird.“

Werder Bremens Justin Njinmah: „Das Letzte, was ich jetzt tun werde, ist anfangen zu zweifeln“

Nur wann ist eben die Frage. Und die betrifft auch den gebürtigen Hamburger, aber eben nicht nur. Denn der SV Werder Bremen hat bekanntlich insgesamt gerade eine ausgeprägte Ladehemmung. „Wir können ja alle schießen und Tore machen, wir trainieren das jeden Tag. Im Training gehen solche Bälle halt rein. Es ist der Flow, der aktuell fehlt“, sagte Justin Njinmah nach der Partie beim BVB. „Die letzten Spiele waren einfach nicht gut, und dann hast du ein anderes Selbstbewusstsein, als wenn du die letzten fünf Spiele gewonnen hättest. Aber das Letzte, was ich jetzt tun werde, ist anfangen zu zweifeln. Denn dann bräuchten wir gar nicht mehr zu spielen.“

So sehen Fans das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt live im TV und Livestream!

Schon am Freitag will der Angreifer mit dem SV Werder Bremen den nächsten Anlauf nehmen, dann soll im Weserstadion gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gepunktet werden. Auf Justin Njinmah wartet dann wahrscheinlich wieder eine andere Aufgabe als die, die ihm am allerliebsten ist. „Dass ich eigentlich kein Stürmer bin, der vorne alleine spielt, ist allen bewusst, glaube ich. Aber das ist nun einmal die Rolle, die ich aktuell ausfüllen muss.“ Und die Partie bei Borussia Dortmund zeigte zumindest, dass der Profi dennoch seine Abschlüsse bekommt. „Ich bin halt kein Strafraumspieler, der bei Flanken die Wucht hat oder die Bälle festmacht. Meine Stärken sind eher, wenn ich über außen die Tiefe belaufen kann, aber ich versuche das jetzt zu adaptieren. Jetzt ist auch Jovan Milosevic da, der ein ganz anderer Spielertyp ist. Mal sehen, wie wir das jetzt die nächsten Wochen machen.“ (mbü/bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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