Bedrängung der angenehmen Sorte
Erevbenagie, Heitmann und Co.: Werder Bremens Talente empfehlen sich für weitere Profi-Aufgaben
Einige Talente des SV Werder Bremen haben das Zillertal-Trainingslager für sich genutzt – wie Trainer Daniel Thioune über den Bremer Nachwuchs denkt!
So gern Daniel Thioune auch Garantien verteilen möchte – zum jetzigen Zeitpunkt geht es schlichtweg noch nicht. „Wie viele von den Jungs irgendwann oben ankommen oder auch Spielminuten sammeln werden …“, meint der 52-Jährige, „das ist ein Blick in die Glaskugel.“ Doch die ersten Eindrücke stimmen ihn zuversichtlich: „Ich finde, dass wenn sie beharrlich und fleißig sind, sie sich das irgendwann verdienen werden.“ Während sich der SV Werder Bremen zuletzt im Zillertal aufhielt, haben die mitgereisten Talente jedenfalls ihre Chance genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber wie genau wird ihr weiterer Weg jetzt aussehen? Stehen demnächst sogar erste Profieinsätze ins Haus?
Werder Bremens Daniel Thioune: „Wenn mich jemand mit Leistung bedrängt, honoriere ich das auch mit Spielzeit“
„Ich scheue mich nicht davor, wenn mich jemand mit Leistung bedrängt, Leistung dann auch zu honorieren mit Spielzeit“, sagt Daniel Thioune, der den Nachwuchs aber nicht nur um des Berufens willen in einen Spieltagskader des SV Werder Bremen beordern möchte. „Es ergibt sicherlich keinen Sinn, dass die Jungs eine Trainingsjacke anhaben, wenn sie in der U23 spielen können.“ Schon am kommenden Freitag startet Werders Unterbau in die neue Saison der Regionalliga Nord, auch dort können schließlich wichtige Schritte im Herrenbereich gegangen werden. Später in der neuen U21-Liga sowieso.
Ein Paul Erevbenagie, der zuletzt beim Test des SV Werder Bremen gegen den VfL Bochum (2:0) mit einem Treffer und weiteren guten Szenen auffiel, wird erst in wenigen Wochen 19 Jahre alt, auch Darwin Soylu (19), Mick Schmetgens (18), Mats Heitmann (20) oder Luca Höcker (19) stehen erst noch am Anfang ihrer Karriere – und besitzen noch entsprechend viel Entwicklungspotenzial.
Werder Bremens Daniel Thioune: „Wir haben Spieler, die noch Zeit brauchen, bei denen wir geduldiger sein müssen“
Weshalb es Daniel Thioune auch partout vermeidet, die gezeigten Eindrücke zu überhöhen. Als er zum Ausklang des Österreich-Aufenthalts gebeten wurde, Gewinner und Verlierer des einwöchigen Trainingslagers zu küren, verwies er lieber darauf, dass er „halt genau das dazwischen“ sehe. „Wir haben Spieler, die noch Zeit brauchen, bei denen wir geduldiger sein müssen“, präzisierte der Niedersachse. „Aber klar, die jungen Spieler haben schon Eindruck hinterlassen und die Zeit für sich genutzt.“
Die Gelobten selbst vermittelten derweil glaubhaft den Eindruck, dass ihnen der Boden für eine optimale Integration bestens von allen Beteiligten bereitet wurde. „Die letzten Tage im Zillertal waren sehr gut. Wir Jüngeren wurden vom Team super aufgenommen“, gab etwa Erevbenagie auf der Internetseite des SV Werder Bremen zu Protokoll. „Die Teamchemie stimmt und macht Lust auf mehr.“
Auch Salim Musah, noch so ein Toptalent des SV Werder Bremen, das während der Vorsaison sogar bereits in der Bundesliga debütiert und auch getroffen hatte, lobte: „Wir sind als Team gut zusammengekommen. Die älteren Spieler und das Trainerteam haben es uns, also den jungen Spielern, sehr leicht gemacht, sich wohlzufühlen.“
Werder Bremens Clemens Fritz: „Was mir insgesamt gut gefallen hat, ist, dass alle sehr bemüht waren und gut mitgezogen haben“
Mit positiven Folgen. „Was mir insgesamt gut gefallen hat, ist, dass alle sehr bemüht waren und gut mitgezogen haben. Gegen Bochum war zudem gut zu sehen, dass sich gerade unsere jungen Spieler gewehrt und Widerstandsfähigkeit bewiesen haben“, sagt auch Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball des SV Werder Bremen, anerkennend. Der Ex-Profi ist bekanntermaßen federführend für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich, hat die perspektivischen Hausaufgaben nach den jüngsten Eindrücken gemacht. Bedarf es da womöglich gar keiner kostspieligen Neueinkäufe mehr?
„Wir versuchen nach wie vor, unsere Planungen umzusetzen“, erklärt Clemens Fritz, der ganz genau weiß, dass die Mannschaft Protagonisten benötigt, die konstant und verlässlich Darbietungen auf hohem Niveau zeigen. Trotzdem gilt für den Funktionär des SV Werder Bremen: „Wir registrieren natürlich auch, dass es der eine oder andere junge Spieler wirklich gut gemacht hat. Wir sehen das Potenzial unserer jungen Spieler und wollen sie weiterentwickeln. Dafür müssen wir ihnen aber auch die nötige Zeit geben.“
Der 45-jährige Ex-Profi des SV Werder Bremen sagt deshalb: „Wir bremsen niemanden aus. Jeder kann sich bei uns anbieten und in den Fokus spielen. Trotzdem sind wir weiter auf dem Transfermarkt aktiv, führen Gespräche und schauen, was umsetzbar ist.“ (mbü)
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