Rechtsstreit nach Stadionverbot

Weiterhin keine Einigung vor Gericht – so reagieren Werder und Tim Wiese

Ex-Torwart Tim Wiese und der Rechtsstreit mit dem SV Werder Bremen: So lief der zweite Verhandlungstag vor Gericht.
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Ex-Torwart Tim Wiese und der Rechtsstreit mit dem SV Werder Bremen: So lief der zweite Verhandlungstag vor Gericht.

Tim Wiese im Rechtsstreit mit dem SV Werder Bremen: Am Montag haben sich beide Parteien erneut vor dem Landgericht Bremen getroffen - alle Infos zum zweiten Verhandlungstag.

Bremen – Sebastian Cording hatte da so ein Gefühl: „Die einen Zeugen werden bestätigen, dass die Mitarbeiter ihnen diese Äußerungen zugetragen haben. Die der Gegenseite werden sagen, dass die Worte nie so gefallen sind.“ Und der Anwalt, der im Prozess um das Stadionverbot von Tim Wiese vor dem Landgericht Bremen als justizieller Beistand des SV Werder Bremen agiert, sollte sich nicht irren. Sechs weitere Personen wurden angehört, am Ende des zweiten Verhandlungstages gab es auch weiterhin keine Einigung zwischen dem ehemaligen Torhüter des Bundesligisten und dem Verein. Es steht noch immer Aussage gegen Aussage. Beide Parteien sollen sich nun bis Mitte April telefonisch austauschen, um eventuelle Vergleichsmöglichkeiten auszuloten. Bleibt der Austausch erfolglos, sollen beide Seiten bis zum 15. Mai noch einmal schriftlich Stellung beziehen, das Gericht wird dann am 5. Juni – ebenfalls schriftlich – ein Urteil präsentieren.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind zwei mutmaßliche Vorfälle, die sich im März 2023 während des Bundesligaspiels gegen Bayer Leverkusen im Weserstadion ereignet haben sollen. Eine Servicekraft hatte während des ersten Verhandlungstages im vergangenen November angegeben, von Tim Wiese wegen ihrer Hautfarbe rassistisch beleidigt worden zu sein. So sei auch das „N-Wort“ gefallen. Eine weitere Kellnerin hatte von rassistischen Witzen gehört, die sie in jener Loge vernommen habe, in der sich auch der ehemalige Werder-Keeper befunden habe. Zwei aktuelle Zeugen, die während des Spiels beziehungsweise in der Halbzeit mit dem heute 42-Jährigen zusammengewesen seien, verneinten entsprechende Äußerungen. Vier weitere Zeugen, die von Werder Bremen benannt worden waren, schilderten derweil, wie die Mitarbeiterinnen die Vorfälle gemeldet hätten.

Tim Wiese und Werder Bremen vor Gericht: War das Stadionverbot rechtmäßig?

Tim Wiese registrierte während der Anhörungen genauestens, ob sich gewisse Details in den Schilderungen unterschieden. Immer wieder schaltete er sich auch selbst fragend in die Verhandlung ein. Später erklärte der Ex-Profi: „Ich denke, es war sehr gut für mich heute, weil die Zeugenaussagen von der Gegenseite sehr widersprüchlich waren, das eine hat nicht zum anderen gepasst“, betonte Wiese. Das gegen ihn verhängte Stadionverbot ist zum Ende des Jahres 2023 ausgelaufen. In dem Zivilprozess geht es neben den Kosten vornehmlich um seinen Ruf. Ob er schon bald wieder als Gast in der Arena zu sehen sein wird, wisse er noch nicht: „Das kann ich noch nicht beantworten, ich muss das erstmal sacken lassen. Was man mir da vorwirft, ist schon ein Unding, ich verstehe auch nicht, wieso das so passiert ist, wie es passiert ist.“

Wieses Rechtsanwalt Heiko Klatt monierte derweil das Vorgehen des SV Werder Bremen. So habe es nach den vermeintlichen Vorfällen keine Anhörungen oder Sachverhaltsaufklärungen gegeben, darüber hinaus kritisierte er das Vorgehen des Vereins als „Willkür par excellence“. Beim SV Werder wurde das verständlicherweise etwas anders gesehen: „Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die Zeugen die Vorkommnisse glaubhaft geschildert haben und wir die Maßnahme des Stadionverbots rechtmäßig erteilt haben“, erklärte Yannik Cischinsky aus der Kommunikationsabteilung des Fußball-Erstligisten im Nachgang der Verhandlung.

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