Rechtsstreit mit Ex-Keeper
Tim Wiese gegen Werder Bremen: Gericht verkündet Termin
Die Auseinandersetzung zwischen Werder Bremen und dem ehemaligen Torhüter Tim Wiese geht in die nächste Runde. Jetzt steht der Gerichtstermin fest.
Bremen – Tim Wiese und der SV Werder Bremen - sie treffen sich tatsächlich vor Gericht. Am Montag startet um 9.15 Uhr am Landgericht Bremen die mündliche Verhandlung im Zivilverfahren wegen Stadionverbots, teilte die Pressestelle des Landgerichts nun mit. „Während eines Fußballspieles zwischen dem SV Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen im März 2023 soll es durch Tim Wiese zu Äußerungen gekommen sein, woraufhin der SV Werder Bremen gegen ihn ein bis zum Ende des Jahres 2023 geltendes lokales Betretungsverbot (Stadionverbot) für Fußballveranstaltungen des SV Werder Bremen verhängte. Hiergegen wendet sich Tim Wiese und klagt auf Aufhebung dieses Stadionverbots“, heißt es in der Pressemitteilung. Bei dem Termin sollen nicht nur die Betroffenen der beiden Parteien gehört werden, sondern auch mehrere Zeugen. Ob es schon ein Urteil geben wird, ist offen.
Tim Wiese soll eine Catering-Mitarbeiterin während eines Heimspiels des SV Werder Bremen rassistisch beleidigt haben
Wiese soll beim Heimspiel gegen Leverkusen im VIP-Bereich eine Catering-Mitarbeiterin im Wohninvest Weserstadion rassistisch beleidigt haben. Werder leitete daraufhin wegen Verstoßes gegen die Stadionordnung ein Stadionverbotsverfahren ein, das schließlich im Ausschluss des Ex-Spielers bis zum 31. Dezember 2023 mündete. Tim Wiese darf auch nicht mehr für die Traditionsmannschaft der Grün-Weißen auflaufen. Der 41-Jährige bestreitet die Vorwürfe vehement und verklagte nicht nur Werder Bremen, sondern hat auch beim Amtsgericht Bremen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen übler Nachrede gestellt.
Im Zwist mit seinem Ex-Club geht es vor allem auch um den Erhalt von Informationen, warum genau das Stadionverbot erfolgte. So seien bislang laut Wieses juristischem Beistand weder der konkrete Vorfall noch Zeugen-Aussagen von Vereinsseite genannt worden. „Es ist bedauerlich, dass wir Werder erst verklagen müssen, um nähere Details zu den behaupteten Vorwürfen zu erfahren. Diese hat Werder bislang nämlich für sich behalten“, sagte Wieses Anwalt Heiko Klatt der „Bild“. Dieser Darstellung widerspricht der Fußball-Bundesligist. „Wir äußern uns nicht zum laufenden Verfahren. Wir haben aber Tim Wiese über die Gründe für das Stadionverbot informiert“, erklärte Werder Bremens Mediendirektor Christoph Pieper unlängst auf Nachfrage der DeichStube.
Werder Bremen und Tim Wiese: Ein Zwist mit Vorgeschichte
Die Ereignisse im März waren nicht der erste Anlass für Unstimmigkeiten zwischen Werder und Tim Wiese. Im Frühherbst 2021 hatte es einen Zwischenfall während des Nordderbys in der 2. Bundesliga gegen den Hamburger SV gegeben, als es im VIP-Bereich zu einem Eklat kam, weil Wiese trotz geltender Hygienebestimmungen in der Corona-Pandemie den Zuschauerbereich wechseln wollte. Die Folge war eine Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal. Später gab es Schlagzeilen, weil Wiese Kontakte zur rechten Szene pflegen soll. Auch gegen diesen Vorwurf wehrte sich der einstige Keeper, Werder Bremen ging dennoch im Nachgang auf Distanz. Einige Wochen später folgte eine Annäherung, Wiese sagte sogar zu, sich bei Werders Kampf gegen Rechts engagieren zu wollen. Doch dann gab es den Vorfall beim Leverkusen-Spiel und daraus resultierend das Stadionverbot. Das läuft am Jahresende aus, trotzdem treffen sich die Beteiligten am Montag vor dem Landgericht. (kni)