Werder-Talent zieht Fazit

Zwischen Durchbruch und Geduld: Werder-Youngster Patrice Covic über erste Profi-Erfahrungen und nächste Ziele

Patrice Covic gilt als großes Talent - jetzt spricht das Juwel des SV Werder Bremen über seinen Bundesliga-Durchbruch und die nächsten Ziele!

Bremen – Beinahe wäre Patrice Covic in der Partie beim FC Augsburg kurz vor Weihnachten in letzter Minute sogar noch seine erste Torvorlage in der Bundesliga gelungen. Doch Romano Schmid konnte die Hereingabe des 18-jährigen Juwels des SV Werder Bremen nicht im gegnerischen Kasten unterbringen, sodass es am Ende beim torlosen Unentschieden blieb. Ein Ergebnis, das im letzten Spiel des Jahres viele Spieler und Verantwortliche nur bedingt zufriedenstellte, für Covic aber dennoch einen Schritt nach vorne bedeutete. Schließlich erhielt er nach seiner Einwechslung in der 75. Minute erstmals seit Mitte Oktober wieder etwas mehr Spielzeit. Nach den ersten 15 Bundesligapartien steht der gebürtige Berliner bei neun Einsätzen, zwei davon von Beginn an. Nach einigen Spielminuten zu Beginn der Saison kam der Youngster allerdings im November und Dezember kaum noch zum Zug. Trotzdem zieht Covic im Vereinspodcast „Wortwechsel“ ein positives Fazit seiner ersten Hinrunde bei den Profis: „Rückblickend war es ein Top-Jahr für mich. Ich habe meine Ziele erreicht, die ich mir vor dem Jahr vorgenommen hatte.“

Patrice Covic gilt als großes Talent - jetzt spricht das Juwel des SV Werder Bremen über seinen Bundesliga-Durchbruch und die nächsten Ziele!

Werder Bremens Patrice Covic: „Ich habe mir das Tor bestimmt noch 85-mal angeschaut, weil ich mich kaum daran erinnern konnte“

Schließlich begann das Jahr für den Mittelfeldspieler noch in der Bremer U19. Unter Trainer und Ex-Werder-Profi Cedric Makiadi erreichte Patrice Covic mit dem Team das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, wo man sich erst im Elfmeterschießen dem 1. FC Köln geschlagen geben musste. Eine Woche später folgte dann ein historischer Erfolg: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewann Werder Bremen den DFB-Pokal der Junioren. Ausgerechnet Covic erzielte beim 2:0-Sieg nach Verlängerung gegen den Karlsruher SC den wichtigen Treffer zum 1:0. „Nach meinem Tor im Pokalfinale war im Stadion völlige Ekstase. In dem Moment ging alles so schnell, dass ich danach erst einmal Zeit brauchte, um das zu verarbeiten“, erinnert sich Covic lachend. „Ich habe mir das Tor bestimmt noch 85-mal angeschaut, weil ich mich kaum daran erinnern konnte. Dieser Sieg war insgesamt einfach etwas ganz Besonderes.“

Für den Spielgestalter war dies jedoch erst der Auftakt zu einer turbulenten zweiten Jahreshälfte. Zwar durfte sich Patrice Covic bereits unter Vorgänger Ole Werner im Profitraining zeigen, kam jedoch nicht zum Einsatz. Unter Neu-Cheftrainer Horst Steffen war das Nachwuchstalent ab Beginn der Vorbereitung fest bei den Profis eingeplant und stand direkt im ersten Pflichtspiel der Saison im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld (0:1) etwas überraschend in der Startelf. „Für mich persönlich ein Moment, den ich nie vergessen werde, weil ich seit meiner Kindheit darauf hingearbeitet habe“, berichtet der 18-Jährige rückblickend stolz. Aufgrund des frühen Pokal-Ausscheidens brauchte es jedoch einige Tage, bis auch bei ihm selbst die Freude über das Erreichte überwog, wie er selbst deutlich macht. Allgemein betont der variable Mittelfeldspieler, auf dem intern viele Hoffnungen für die Zukunft ruhen, dass ihm die aktuelle Winterpause zum Reflektieren sehr guttut. „Es waren in diesem Jahr wirklich unglaublich viele Eindrücke für mich“, sagt Covic, der im Sommer zudem einen langfristigen Vertrag beim SV Werder Bremen unterschrieben hat. „Deshalb kommt die Pause für mich genau richtig.“

Werder Bremens Patrice Covic: „Ich nehme mir für das neue Jahr vor, mindestens die gleiche Spielzeit zu bekommen“

Nach dieser will der kroatische Junioren-Nationalspieler wieder angreifen und die nächsten Entwicklungsschritte machen. Bereits Mitte Dezember hatte Werder Bremens Co-Trainer Raphael Duarte gegenüber der DeichStube über Patrice Covic gesagt: „Patrice hat starke Konkurrenten auf seiner Position. Ich habe aber keinerlei Zweifel daran, dass er perspektivisch Stammspieler in der Bundesliga werden kann. Wenn er Geduld hat, bin ich überzeugt, dass er eine sehr gute Karriere vor sich hat.“ Dieser Einschätzung möchte Covic selbst im kommenden Jahr ein weiteres Stück näher kommen. „Ich stecke mir immer hohe Ziele und versuche, sie zu erreichen. Deshalb nehme ich mir für das neue Jahr vor, mindestens die gleiche – wenn nicht sogar noch etwas mehr – Spielzeit zu bekommen.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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