Werder-Talente im Fokus
„Bei ihm muss ich mir wirklich keine Sorgen machen“: Co-Trainer Raphael Duarte mit großem Lob für Werder-Youngster
Vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart lobt Werder Bremens Co-Trainer Raphael Duarte die Youngster Karim Coulibaly und Patrice Covic in höchsten Tönen. Was er über das Duo sagt.
Bremen – Das Training am Freitag war bereits beendet, da schnappte sich Werder Bremens Co-Trainer Raphael Duarte noch einmal Youngster Patrice Covic zu einem längeren Gespräch unter vier Augen. An sich ist das kein ungewöhnlicher Vorgang: Nicht nur Duarte, sondern das gesamte Trainerteam um Chefcoach Horst Steffen sucht regelmäßig auch auf dem Trainingsplatz das persönliche Gespräch mit den Profis. Auffälliger wird die Szene jedoch mit Blick auf Covics zuletzt schwindende Einsatzzeiten. Denn: Nach einem verheißungsvollen Saisonstart mit Einsätzen an den ersten sieben Spieltagen stand Covic in den vergangenen sechs Partien nur noch bei der 0:2-Niederlage in Leipzig für wenige Minuten auf dem Rasen. Gedanken über ein Leistungsloch oder eine mentale Delle beim gerade einmal 18-Jährigen müsse man sich aber nicht machen, wie Duarte vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (19.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gegenüber der DeichStube klarstellte: „Es ist wichtig, viel mit den Spielern zu sprechen, damit sie wissen, woran sie sind. Patrice kann seine Situation sehr gut einschätzen, weil er bereits jetzt schon sehr reif ist.“
Raphael Duarte über Werder Bremens Patrice Covic: „Keinerlei Zweifel daran, dass er Bundesliga-Stammspieler werden kann“
Covics Problem liegt daher aktuell nicht in seiner eigenen Leistungsfähigkeit – sondern vielmehr in der seiner Konkurrenten. „Patrice hat starke Konkurrenten auf seiner Position“, betont auch Duarte. Gleichzeitig verweist der gebürtige Luxemburger auf das große Potenzial von Patrice Covic, der im Verein als vielversprechender Spielgestalter der Zukunft gilt. „Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass er perspektivisch Stammspieler in der Bundesliga werden kann“, sagt Raphael Duarte und ergänzt: „Wenn er etwas Geduld hat, bin ich überzeugt, dass er eine sehr gute Karriere vor sich hat.“ Die Befürchtung, dass die jüngsten Bankplätze Covic zurückwerfen könnten, hat Werder Bremens Co-Trainer nicht: „Die Gefahr, dass er nachlässt, sehe ich bei ihm überhaupt nicht. Ihm ist bewusst, dass er noch viel arbeiten muss, um langfristig eine gute Karriere zu haben.“
Gerade der Aspekt der stetigen Weiterentwicklung ist in Raphael Duartes Augen entscheidend für junge Spieler. Gemeinsam mit Co-Trainer Christian Groß arbeitet er intensiv individualtaktisch mit den Profis. „Wir haben wirklich Glück, was die Persönlichkeitsstruktur unserer jungen Spieler angeht“, betont der 29-Jährige und meint damit nicht nur Akteure wie Covic, Karim Coulibaly oder Mio Backhaus, sondern auch Talente wie Mick Schmetgens, Wesley Adeh oder Salim Musah, die seit dieser Saison fest mit den Profis des SV Werder Bremen trainieren, aber noch auf ihren ersten Einsatz in der Bundesliga warten. „Alle bringen eine Persönlichkeit mit, die es ihnen ermöglichen kann, eine gute Karriere zu haben.“
Werder Bremens Co-Trainer Raphael Duarte lobt Karim Coulibaly: „Bei ihm muss ich mir gar keine Sorgen machen“
Am weitesten ist dabei Karim Coulibaly. Der 18-Jährige ist aus der Innenverteidigung neben Amos Pieper kaum mehr wegzudenken und seit dem zweiten Spieltag – mitsamt seinem späten Ausgleichstreffer gegen Bayer Leverkusen – in der Startelf des SV Werder Bremen gesetzt. Längst sind einige Vereine aus dem In- und Ausland auf den gebürtigen Oldenburger aufmerksam geworden. Obwohl Coulibaly noch bis 2029 am Osterdeich unter Vertrag steht, ist es alles andere als ausgeschlossen, dass der Innenverteidiger bereits im kommenden Sommer wichtige Millionen-Einnahmen in die Bremer Kassen spült. „Trotz des gestiegenen Interesses an seiner Person merke ich bei ihm keine Veränderung – im Gegenteil: Er geht mit dem Trubel sehr ruhig um“, fasst Raphael Duarte zusammen. Von aufkommenden Starallüren beim derzeit viel beachteten Youngster gebe es keine Spur, wie der Co-Trainer betont: „Ich sage ihm manchmal im Spaß, dass er die Füße bitte auf dem Boden behalten soll“, sagt Duarte mit einem Lächeln über Coulibaly, dessen Marktwert allein in dieser Spielzeit bereits auf acht Millionen Euro gewachsen ist – Tendenz steigend. „Aber eigentlich muss ich ihm das gar nicht sagen, weil er von seiner Erziehung her sehr bodenständig ist und mir das immer wieder zurückspiegelt. Bei ihm muss ich mir wirklich keine Sorgen machen.“ (bvo)
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