Taktische Änderung bei Werder

Mit der Viererkette kehrt bei Werder der Erfolg zurück – aber festlegen will sich Trainer Thioune nicht

Nach dem 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim erklärt Werder Bremens Trainer Daniel Thioune, warum er erstmals auf eine Viererkette setzte!

Als sie beim SV Werder Bremen das letzte Mal zum Einsatz kam, stand das Weihnachtsfest kurz bevor und die tabellarische Lage war angesichts von Platz zwölf bei Weitem noch nicht so angespannt wie aktuell. Am 14. Dezember 2025 agierte die Mannschaft im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mit einer Viererkette, verlor mit 0:4 – woraufhin Trainer Horst Steffen sein bevorzugtes Defensivsystem in die Mottenkiste verfrachtete. Auf ausdrücklichen Wunsch der Mannschaft hin, die in den Vorjahren mit einer Dreierkette erfolgreich gewesen war. Dieses Mal nicht. Es folgten neun Spiele ohne Sieg, die jüngsten drei davon unter Steffens Nachfolger Daniel Thioune, der der Viererkette vor seiner vierten Partie als Bremer Chefcoach plötzlich zum Comeback verhalf – und prompt mit 2:0 gegen Heidenheim gewann. Im Nachgang erklärte der 51-Jährige seine Entscheidung, die für die Zukunft alles andere als in Stein gemeißelt scheint.

Werder Bremen schlägt 1. FC Heidenheim - und Daniel Thioune setzt dabei auf eine Viererkette

„Das System gewinnt keine Fußballspiele, sondern die Spieler auf dem Platz, auf ihren Positionen, mit ihren Aufgaben und ihrer Haltung“, hielt Thioune fest, der bereits in den vergangenen Wochen nur wenig Interesse an der medial gestellten Systemfrage gezeigt hatte. Warum dann also doch die Umstellung? „Ein Grund war unsere personelle Situation“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen. „Ich habe keine gesunden Innenverteidiger mehr. Okay, Julian Malatini, aber der war mein Joker für den Fall, dass Niklas Stark der Tank ausgeht.“ Dass die anhaltende Erfolgslosigkeit mit Dreierkette auch eine Rolle gespielt hatte, verhehlte Daniel Thioune nicht. 

„Wir waren in den letzten Wochen nicht erfolgreich, und die Flügelspieler waren nicht so gut, wie ich es mir gewünscht hätte“, sagte der Trainer, der die Schienenpositionen aus dem System herausnahm und in Olivier Deman und Yukinari Sugawara gegen Heidenheim zwei klassische Außenverteidiger aufbot. Ob das so bleibt? Unklar. Fest steht: Sowohl offensiv wie auch defensiv machten die Bremer einen deutlich gefestigteren Eindruck als zuletzt. Fest steht aber auch: Die Dreierkette ist bei Werder keineswegs abgeschafft, was allein dadurch deutlich wurde, dass Daniel Thioune in der Schlussphase gegen den 1. FC Heidenheim erneut auf die Formation zurückgriff. „Ich kann mit beiden Systemen gut leben“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen. „Wenn ich mich das nächste Mal wieder für eine Dreierkette von Beginn an entscheide und es nicht erfolgreich ist, wird es mir um die Ohren fliegen, aber ich bin überzeugt von dem, was ich tue.“ (dco/mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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