Nach Remis gegen Gladbach
Keine Rückendeckung mehr! Clemens Fritz vermeidet erneutes Bekenntnis zu Werder-Coach Horst Steffen
Bleibt Horst Steffen auch nach dem Remis gegen Borussia Mönchengladbach Trainer des SV Werder Bremen? Die Reaktionen von Clemens Fritz und Co.!
Die Freude über den späten Ausgleichstreffer währte nur kurz, die Erleichterung war schnell wieder verflogen. Zu sehr nagte das 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach an allen Beteiligten des SV Werder Bremen. Denn das Remis – da herrschte schnell Einigkeit – war nach nun zehn Spielen ohne Sieg einfach zu wenig. Mit möglicherweise weitreichenden Folgen für Trainer Horst Steffen. Clemens Fritz, Werders Geschäftsführer Fußball, vermied es dieses Mal anders als zuletzt, dem Coach weiterhin das Vertrauen auszusprechen. Nicht nur zwischen den Zeilen klang das stark nach einer baldigen Entlassung – doch noch scheint nichts entschieden. Noch.
Clemens Fritz vermeidet nach dem Remis des SV Werder Bremen gegen Gladbach Bekenntnis zu Trainer Horst Steffen
„Es ist wichtig, dass wir das erstmal sacken lassen, in uns gehen und intern auch sprechen. Dann werden wir sehen“, sagte Clemens Fritz in der Medienzone des Weserstadions. Die Enttäuschung über den verpassten dreifachen Punktgewinn stand dem Ex-Profi dabei ins Gesicht geschrieben. „Wenn du zehn Spiele nicht gewonnen hast, ist es normal, dass du das aufarbeitest. Trotzdem werden wir das in Ruhe und intern tun, und klar, wir werden das zeitnah tun und nicht noch ein, zwei Tage verstreichen lassen.“ Ob Horst Steffen auch am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel des SV Werder Bremen gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) auf der Bank sitzen wird, erscheint komplett offen. Und eine lange Nacht in den Räumen der Geschäftsführung dürfte vorprogrammiert sein.
Clemens Fritz vermeidet Bekenntnis zu Trainer Horst Steffen – doch der Coach des SV Werder Bremen bleibt zuversichtlich
Der Cheftrainer des SV Werder Bremen selbst demonstrierte nach der Partie einmal mehr große Ruhe, ging verhältnismäßig gelassen mit dem nun fehlenden öffentlichen Rückhalt um. „Mit mir macht das gar nichts. Ob ich weiterarbeiten darf, hängt nicht von mir ab. Wenn es so ist, dass sich Gedanken gemacht werden, dann ist das so“, sagte der 56-Jährige, betonte aber zugleich, dass er weiterhin den vollen Glauben daran habe, mit seinem Trainerteam die Wende zum Guten schaffen zu können. „Ich habe die Mannschaft gesehen, wie sie spielt und kämpft und versucht, den Rückstand noch zu egalisieren, obwohl es schon lange kein Tor gab. Sie haben dran geglaubt, sich Chancen zu erspielen. Das sehe ich. Ich habe eine Überzeugung, und dementsprechend werden wir sehen.“ Ob er weiterhin Argumente für sich und seine Position habe, wurde Horst Steffen noch gefragt? „Ja, ich glaube schon“, war die kurze Antwort. An einen eigenen Rücktritt denkt er derweil nicht: „Das wird es wahrscheinlich nicht geben. Ich habe eine große Zuversicht in mir und bin überzeugt davon, dass ich hier richtig bin.“
Kapitän Marco Friedl hielt sich unterdessen am „Sky“-Mikrofon recht bedeckt, ließ sich beim Thema Trainerdiskussion beim SV Werder Bremen nicht zu sehr aus der Reserve locken. Doch der Österreicher erklärte: „Es ist schon so, dass wir einen Plan haben. Wir müssen ihn umsetzen. Im Fußball ist es immer relativ schnell der Trainer. Das ist ja überall so. Nichtsdestotrotz sind wir auf dem Platz auch verantwortlich und es ist dann schon zu einfach zu sagen: der Trainer.“ Friedl wusste aber auch: „Natürlich kommt die Diskussion auf, wenn du zehn Spiele nicht gewinnst, das ist uns auch klar.“ (mbü)
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