Weiser-Ausfall „hart“

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“: Steffen betrübt über Werders Verletzungssorgen

Schon zum Beginn der Saison-Vorbereitung häufen sich die Verletzungen bei Werder Bremen extrem. Wie ist das zu erklären? Das sagt Trainer Horst Steffen.

Emden – Angesprochen auf das Thema Verletzungen wurden sowohl Kapitän Marco Friedl als auch Cheftrainer Horst Steffen spürbar emotionaler. Am Rande des 3:1-Testspiel-Erfolgs des SV Werder Bremen gegen den Regionalligisten Kickers Emden war beiden anzumerken, wie sehr die Verletzungen der vergangenen Tage – allen voran der Kreuzbandriss von Mitchell Weiser – an ihnen nagen. „Was natürlich hart ist, ist der Ausfall von Mitchell, der sehr schwerwiegend ist“, sagt Steffen. „Das ist ein Punkt, der die ersten beiden Wochen trübt.“ Auch Friedl fand persönliche Worte: „Mitch tut natürlich extrem weh. Ich kenne ihn seit 15 Jahren, er ist ein sehr guter Freund. Es ist traurig und schlimm, wenn du ihn auf dem Boden liegen siehst und weißt, er wird uns in den nächsten Monaten fehlen.“

Horst Steffen, Trainer des SV Werder Bremen, hadert mit den vielen Verletzungen schon zu Beginn der Saison-Vorbereitung.

Wie erklärt sich Werder Bremens Trainer Horst Steffen die frühe Häufung der Verletzungen?

Doch Weiser ist nicht der Einzige, der bei Werder Bremen derzeit passen muss: Auch Marvin Ducksch (Wadenverletzung) und Jens Stage (Fußverletzung) fallen auf unbestimmte Zeit aus. Auf die Frage, ob ein Einsatz des Duos zum Saisonstart in Gefahr sei, wich Horst Steffen aus: „Ich kann es nicht sagen. Wir müssen wirklich abwarten. Bei beiden habe ich aber noch Hoffnung, dass es zum Saisonauftakt reicht, aber aktuell kann ich das nicht abschätzen.“ Besser sieht es hingegen bei Justin Njinmah und Olivier Deman aus, die mit Sprunggelenk- und Fußproblemen pausieren mussten und auch nicht mit in Emden dabei waren. „Bei Olivier und Justin gehe ich davon aus, dass sie im Trainingslager wieder dabei sind“, sagt Steffen.

Wie aber erklärt sich der neue Trainer die Häufung der Verletzungen zu Beginn der Vorbereitung? „Ich führe das eher auf unglückliche Umstände zurück und nicht darauf, dass wir in der Trainingssteuerung etwas falsch gemacht haben“, sagt Steffen – und nennt ein Beispiel: „Ich glaube, man erkennt schon, dass es ungewöhnlich ist, wenn im ersten Training quasi beim Aufwärmen etwas passiert“, bezog er sich auf die Blessur von Ducksch. Zufrieden macht ihn diese Erklärung dennoch nicht: „Es ist eine komische Situation – so etwas habe ich in dieser Form noch nicht erlebt“, macht der 56-jährige Coach des SV Werder Bremen deutlich.

Viele Verletzungen bei Werder Bremen: „Dass bei diesen Ausfällen Qualität im Training fehlt, ist allen klar“

Trotz aller Rückschläge will sich der neue Trainer davon nicht entmutigen lassen. „Wir haben genügend Spieler. Die Mannschaft ist bereit, Neues aufzunehmen. Ich sehe, dass die Jungs schnell lernen und Abläufe umzusetzen versuchen.“ Dennoch geht mit dem Ausfall der drei Topscorer der Vorsaison ein Stück Qualität bei Werder Bremen verloren. Daraus macht auch Horst Steffen keinen Hehl: „Dass bei diesen Ausfällen Qualität im Training fehlt, ist allen klar – es handelt sich um absolute Stammspieler in der Bundesliga.“ Unterdessen ist Mitchell Weiser erfolgreich operiert worden. Der Eingriff wurde nach Angaben des Vereins beim Kniespezialisten Prof. Dr. Christian Fink durchgeführt. In den nächsten Tagen soll Weiser seine Reha in Österreich beginnen, ehe er zurück nach Bremen reist.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die verbleibenden Spieler in neue Rollen hineinwachsen. Besonders die Talente aus der U19 haben bei Steffen Eindruck hinterlassen: „Wir haben viele A-Jugendliche dabei, die ihre Schritte machen, die lernen wollen, die sich gut präsentieren. Ich habe große Hoffnungen, dass sie nach und nach auf das Niveau kommen, auf dem wir sagen können: Okay, wir konnten die Ausfälle einigermaßen kompensieren.“ Und: Abgesehen von Mitchell Weiser hofft Horst Steffen weiterhin, zum Saisonstart des SV Werder Bremen auf einen weitgehend genesenen Kader zurückgreifen zu können. „Aktuell ist es ein Punkt, der die ersten beiden Wochen trübt. Aber dafür soll es dann in der Meisterschaft umso flüssiger laufen.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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