Trainingslager im Zillertal

Nach Verletztenmisere lautet Steffens Vorgabe fürs Werder-Training: Zweikämpfe ja, Rücksichtslosigkeit nein

Nach den vielen Verletzungen zu Beginn der Saison-Vorbereitung hinterfragt Werder Bremens Coach Horst Steffen sein Training. Ändert er nun etwas? So fällt seine Analyse aus.

Zell am Ziller – Marvin Ducksch, Jens Stage, Justin Njinmah, Olivier Deman – und natürlich Mitchell Weiser: Beim SV Werder Bremen hatten und haben während der noch jungen Saisonvorbereitung bereits fünf Profis mit mehr oder weniger schwerwiegenden Verletzungsproblemen zu tun. Ein Thema, das natürlich auch den neuen Cheftrainer Horst Steffen beschäftigt. Warum er sich dennoch dagegen entschieden hat, an seiner Trainingssteuerung Änderungen vorzunehmen, hat der 56-Jährige am Dienstag nach der ersten Einheit im Zillertal erklärt.

Horst Steffen, Trainer des SV Werder Bremen, hinterfragt sein Training nach den vielen Verletzungen, sieht aber keinen Grund für Veränderungen.

Werder Bremen-Trainer Horst Steffen hinterfragt nach Verletzungen sein Training

„Ich hinterfrage mich immer, wenn sich einer meiner Spieler verletzt, ob es etwas mit dem Training zu tun gehabt haben könnte“, sagte Horst Steffen – und betonte: „Ich fühle mich als Trainer verantwortlich dafür, dass die Jungs alle gesund durchkommen.“ Bei den vorliegenden Fällen konnte der Coach allerdings keine Punkte ausmachen, an denen er etwas hätte beeinflussen können. In der Tat hatte sich Marvin Ducksch bereits Anfang Juli beim Warmlaufen des Auftakttrainings an der Wade verletzt, während Jens Stages Belastungsreaktion im Fuß während des Testspiels in Verden auftrat. Beide Spieler verpassen das Trainingslager des SV Werder Bremen in Österreich. Die Verletzungen von Justin Njinmah (Fußprellung) und Olivier Deman (Sprunggelenksprobleme) resultierten zwar aus Zweikämpfen im laufenden Training, sind aber eher in der Kategorie „Unfall“ zu verbuchen. Das Duo steht inzwischen wieder auf dem Platz, steuert allerdings noch die Belastung.

Nach Verletzungen: Werder Bremen-Trainer Horst Steffen will weiter Zweikämpfe sehen - „aber keine Rücksichtslosigkeit“

Die Szene, die zu Mitchell Weisers Kreuzbandriss führte, sah sich Horst Steffen im Nachgang ganz genau an. „Es ging darum, festzustellen, ob da irgendetwas schiefgelaufen ist“, sagte er. Und weiter: „In diesem Fall komme ich aber nicht drauf. Ich habe nachgeforscht, ob wir in der Trainingsgestaltung etwas anders hätten machen müssen, ohne Ergebnis. Deswegen ist das Thema für mich jetzt abgehakt.“ Zumal Steffen in der Vergangenheit keine größeren Verletzungssorgen in seinen Mannschaften hatte: „Da war die Historie sehr charmant.“

Damit während des Trainingslagers im Zillertal keine weiteren Schreckmomente hinzukommen, hat der Coach des SV Werder Bremen seiner Mannschaft vorsichtshalber folgende Vorgabe mit auf den Weg gegeben: „Natürlich will ich Zweikämpfe in den Einheiten sehen, aber keine Rücksichtslosigkeit.“ (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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