Borré-Transfer
Kommentar: Werder und Rafael Borré - eine klare Lösung muss jetzt her!
Von Malte Bürger. Der fixierte Transfer von Rafael Borré nach Brasilien bringt Werder Bremen in eine immer schwierigere Situation. Jetzt muss dringend eine klare Lösung her. Ein Kommentar.
Natürlich ist es kein schönes Gefühl, wenn der eigene Stürmer schon mit dem Trikot seines neuen Clubs posiert – wobei das mit dem „eigene“ im Fall von Rafael Borré ja ohnehin so eine Sache ist. Dass sein eigentlicher Noch-Verein Eintracht Frankfurt und der baldige Arbeitgeber SC Internacional Porto Alegre mit Blick auf den Sommer schon jetzt Fakten schaffen, einen Transfer eintüten und munter bewerben, mag nicht jedem gefallen, gehört aber schlichtweg zum Geschäft.
Werder Bremen hat sich schon im Sommer in eine unangenehme Situation manövriert
Unangenehmer ist da schon die Situation, in die sich Werder Bremen manövriert hat. Nicht erst jetzt, sondern schon vorher. Das begann im Sommer mit dem sehr späten Verkauf von Niclas Füllkrug und der daraus resultierenden Ersatzsuche im Eilverfahren. Als alle Optionen zu platzen drohten, öffnete sich urplötzlich noch die Borré-Notfalltür – und eine Beziehung nahm ihren Lauf, die fraglos als speziell bezeichnet werden kann. Minimiertes Leih-Risiko hin oder her. Der Kolumbianer ist nicht der klassische Füllkrug-Ersatz, hielt aber wenigstens die eine oder andere sportliche Duftmarke parat. Und mehr als eine Durchgangsstation war der SV Werder auch nie für ihn. Da konnte der 28-Jährige noch so sehr von einer grün-weißen Zukunft schwadronieren. Denn seit das brasilianische Geld lockt, will Rafael Borré lieber gestern als morgen weg.
Selbst wenn Rafael Borré bleibt: Wie sehr wird er sich noch für Werder Bremen zerreißen?
Werder Bremen kann zwar den Leih-Abbruch verhindern, doch was nach Macht klingt, ist nur eine Scheinstärke. Der SVW ist und bleibt das fünfte Rad am Wagen. Selbst wenn Borré bleibt: Wie sehr wird er sich jetzt noch für Werder zerreißen? Doch es gibt kaum Alternativen, was die ganze Angelegenheit nur noch komplizierter macht. Die Hoffnungen der Verantwortlichen ruhen also auf einem Spieler, der mit seinem Kopf längst woanders ist. Das ist äußerst riskant. Die Bremer stecken praktisch in einer Sackgasse. Es bleibt nicht viel Zeit, um vielleicht mit viel Geld aus Brasilien und Geschick auf dem Transfermarkt doch noch einen Ausweg für alle zu finden. Ansonsten braucht es ein sehr überzeugendes Bekenntnis von Rafael Borré zum Abstiegskampf mit Werder.