„Wir planen fest mit ihm“
Felix Agu soll unbedingt bei Werder bleiben – muss sein Nationalelf-Debüt aber verschieben
Felix Agu hat eine starke Saison gespielt und ist so auch im Fokus anderer Clubs gelandet: Wie der SV Werder Bremen mit der Situation umgeht - und warum der Verteidiger sein Nationalmannschaftsdebüt für Nigeria verschieben muss!
Bremen – Zuletzt hatte sich Felix Agu noch einmal selbst übertroffen. Schnell war der Profi des SV Werder Bremen ohnehin schon immer auf der linken Seite unterwegs gewesen, beim Sieg am Samstag in Heidenheim (4:1) drückte der 25-Jährige aber noch einmal besonders aufs Tempo: Eine Endgeschwindigkeit von 36,31 Stundenkilometern hatte der gebürtige Osnabrücker bei einem Spurt zwischenzeitlich erreicht – so schnell war er in der gesamten vorherigen Saison nicht gewesen. Dabei war Agu auch dort schon mächtig durchgestartet, hat auf dem Flügel zahlreiche Akzente gesetzt und sich immer häufiger in den Fokus gespielt. Hinter dem Rechtsfuß liegen äußerst zufriedenstellende Monate - nur das krönende Debüt für die nigerianische Nationalmannschaft muss weiter warten.
Werder Bremens Peter Niemeyer über Felix Agu: „Er ist ein absoluter Mehrwertspieler für uns“
„Felix ist ein wichtiger Baustein in unserer Mannschaft und wir schätzen ihn als Spieler und Mensch sehr“, schwärmt Peter Niemeyer im Gespräch mit der DeichStube. Und der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen schiebt vielsagend hinterher: „Er ist ein absoluter Mehrwertspieler für uns.“ Diese Qualitäten sind auch auf dem afrikanischen Kontinent mit großem Interesse registriert worden. Und gern hätte man sich höchstpersönlich von Agus Können im Ernstfall überzeugt, denn in der kommenden Woche steigt in der englischen Hauptstadt London der Unity Cup. Bei diesem Einladungsturnier trifft Jamaika im ersten Halbfinale zunächst auf die Auswahl von Trinidad und Tobago (27. Mai), einen Tag später ist Nigeria gegen Ghana im Einsatz. Und da viele Stammkräfte der „Super Eagles“ noch im Ligabetrieb gefordert sind, hätte das die Chance für Felix Agu sein können, der neben einem deutschen auch einen nigerianischen Pass besitzt. Doch Einsätze sind noch nicht möglich – nach Informationen der DeichStube verhindern bürokratische Hürden ein Mitwirken, der unverzichtbare Papierkram ließ sich nicht rechtzeitig erledigen. Bis zuletzt war bei den Afrikanern überlegt worden, Agu dennoch auf die Insel fliegen zu lassen, um ihn besser kennenzulernen und näher an den Kader heranzuführen. Ergebnis: Agu gehört als Trainingsgast zum 25-köpfigen Tross, den Nationalcoach Eric Chelle am Mittwochmittag der Öffentlichkeit präsentierte.
Der Profi des SV Werder Bremen bleibt also ein gefragter Mann – in jeglicher Hinsicht. Denn nicht nur an der Weser und in Nigeria weiß man das Können Felix Agus zu schätzen, auch andere Clubs haben sich längst ein Bild vom variabel einsetzbaren Schienenspieler gemacht. Spätestens seitdem berichtet wurde, dass sein bis 2027 laufender Vertrag eine Ausstiegsklausel beinhalten soll, die einen vorzeitigen Abschied gegen eine Ablösesumme von acht bis zehn Millionen Euro ermögliche, gibt es Spekulationen um einen Transfer in diesem Sommer – nach England zum Beispiel. Doch Peter Niemeyer wiegelt ab: „Aktuell haben wir noch nichts gehört, es ist nichts an uns herangetragen worden, mit dem wir uns beschäftigen müssten. Wir planen fest mit ihm für die neue Saison.“ (mbü)
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