Werder-Transfer-News

Füllkrug würde gerne länger bei Werder bleiben: „Wer sagt denn, dass es keine Perspektive gibt?“

Am Mittwoch wurde Leih-Rückkehrer Niclas Füllkrug offiziell als Neuzugang des SV Werder Bremen vorgestellt - das sind seine Ziele beim SVW.

Die erste Frage war noch gar nicht gestellt, ja noch nicht mal alle Kameras in Position gebracht – da hatte Niclas Füllkrug schon etwas entdeckt, was ihm so gar nicht gefiel: das Vereinswappen von Inter Mailand. Ein via Video-Call zugeschalteter Journalist saß während der Vorstellung des Neuzugangs des SV Werder Bremen am Mittwochmittag in einer Trainingsjacke des italienischen Traditionsvereins vor seinem Computer und musste sich von Füllkrug – immerhin Ex-Spieler des Inter-Erzrivalen AC Mailand – anhören: „Was ist das denn für eine Jacke? Soll das eine Provokation sein?“

Am Mittwoch wurde Leih-Rückkehrer Niclas Füllkrug offiziell als Neuzugang des SV Werder Bremen vorgestellt - und erklärte, warum er für den SVW auf Gehalt verzichtet.

Niclas Füllkrug nach Rückkehr zu Werder Bremen: „Für die AC Mailand mit der Rückennummer 9 gespielt zu haben, macht mich sehr stolz“

Es folgte ein breites, füllkrug-typisches Lächeln, das nicht nur die ikonische Zahnlücke des Stürmers offenbarte, sondern seine Inter-Aussage klar als Scherz markierte. Und damit war der Ton gesetzt. Für eine äußerst unterhaltsame Frage-und-Antwort-Runde mit Niclas Füllkrug, während der der 33-Jährige seine Liebe zu Werder mehrfach wortreich unterstrich – und klarmachte, dass seine Zeit in Bremen nach der einjährigen Ausleihe von West Ham United nicht enden muss, wenn es nach ihm geht.

Zuhause – dieses Wort benutzte Füllkrug während des Gesprächs im rappelvollen Medienraum auffallend oft, wenn er über den Ort sprach, an den er nun zurückgekehrt ist. Im Falle des Stürmers ist das sogar buchstäblich zu verstehen. „Ich habe als Jugendlicher in diesem Stadion gewohnt“, sagte Niclas Füllkrug, der einst dem Internat des SV Werder Bremen angehört hatte und insgesamt von 2006 bis 2014 sowie von 2019 bis 2023 bei den Grün-Weißen unter Vertrag stand. „Irgendwann habe ich den Schritt in mir zugelassen, dass ich nicht nur für den Verein arbeite, sondern auch Fan von ihm bin.“

Nun sind beide Rollen wieder vereint – drei Jahre, nachdem Füllkrug den SV Werder Bremen als Aufstiegsheld, als Bundesliga-Torschützenkönig und Nationalspieler verlassen hat, um in der Folge bei Borussia Dortmund, West Ham United und der AC Mailand auf allerhöchstem Niveau Erfahrungen zu sammeln. Im Gegensatz zu seiner Zeit beim BVB waren die Stationen in Italien und vor allem in England zwar holprig – profitiert habe er dennoch davon, versicherte Niclas Füllkrug: „Es gab Hindernisse, aber auch viele Erkenntnisse. Das letzte halbe Jahr war dennoch genial. Für die AC Mailand mit der Rückennummer 9 gespielt zu haben, macht mich sehr stolz.“ Bereits im Frühjahr, so verriet es der Angreifer, war aber schon wieder Bremen in seinem Kopf.

Gehaltsverzicht für Werder Bremen - Niclas Füllkrug: „Ich werde einfach nur in einer anderen Währung bezahlt: Emotionen und Leidenschaft“

„Ich habe nie den Kontakt zu Werder verloren. Wir hatten schon im Mai das Gefühl, dass eine Situation entstehen könnte, in der es Sinn machen kann, dass ich zurückkehre.“ Hals über Kopf ging es allerdings nicht, denn „wir mussten darauf warten, dass eine Situation entsteht, in der West Ham auf die Idee eingeht“. Zu Wochenbeginn war das tatsächlich der Fall. Die Engländer willigten ein, Füllkrug (ohne Leihgebühr) für ein Jahr nach Bremen ziehen zu lassen. „Natürlich fühlt sich eine Leihe nach Hause merkwürdig an, denn nach Hause lässt man sich eigentlich nicht ausleihen“, schmunzelte Füllkrug – und erklärte vielsagend: „Wir müssen schauen, wie es am Ende ausgeht. Wer sagt denn, dass es nach dem Jahr keine Perspektive gibt?“ Ein längerer Verbleib bei Werder ist also denkbar, auch wenn es für den Spieler wirtschaftlich sicher andere Option gab und auch wieder geben dürfte.

Beim Wechsel nach Bremen verzichtet Niclas Füllkrug auf einen großen Teil seines Gehalts, wobei er selbst nicht von Verzicht sprechen möchte. Seine blumige Formulierung klang am Mittwoch stattdessen so: „Ich verzichte nicht. Ich werde einfach nur in einer anderen Währung bezahlt, und die lautet: Emotionen und Leidenschaft. Das, was ich bei Werder bekomme, diese Liebe und Wertschätzung, hätte mir kein anderer Club der Welt geben können.“ Alle Fußballromantiker dürften bei diesen Sätzen eine Träne ins Trikot verdrücken – vor allem, weil sie bei Niclas Füllkrug authentisch rüberkommen und nicht bloß daher gesagt sind.

Niclas Füllkrug brennt auf Comeback: „Nicht zu Werder Bremen gekommen, um hier gemütlich meine Karriere ausklingen zu lassen“

Gleiches gilt für seine sportliche Ansage mit Blick auf die kommenden Tage, Wochen und Monate. „Ich habe sehr professionell gearbeitet und bin fit“, betonte Füllkrug – und stellte unmissverständlich klar: „Ich bin nicht zu Werder gekommen, um hier gemütlich meine Karriere ausklingen zu lassen. Auf keinen Fall.“ Stattdessen will der Stürmer in seinem „Zuhause“ wieder für schöne Momente sorgen. Für Werder Bremen, für die Fans und für sich selbst. Nochmal Füllkrug: „Menschen machen einen Ort besonders. Es ist verrückt, dass Werder es schafft, dass Spieler immer wieder zurückkommen wollen. Da bin ich ja kein Einzelfall. Das hier ist etwas ganz Spezielles.“ Und Niclas Füllkrug ist ab sofort wieder ein Teil davon. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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