Werder-Transfer-News

„Es ist definitiv ein großer Schritt für mich“: Werders neuer Norweger Hansen-Aarøen will Fußball zeigen, der Spaß macht

Der SV Werder Bremen hat kurz vor Ende des Winter-Transferfensters die Verpflichtung von Isak Hansen-Aarøen bekanntgegeben.
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Der SV Werder Bremen hat kurz vor Ende des Winter-Transferfensters die Verpflichtung von Isak Hansen-Aarøen bekanntgegeben.

Der SV Werder Bremen hat kurz vor dem Ende des Winter-Transferfensters Isak Hansen-Aarøen verpflichtet. Der 19-jährige Mittelfeldspieler wechselt von Manchester United an die Weser - alle Details zum Transfer.

Bremen – Clemens Fritz wirkte für seine Verhältnisse ungewohnt nervös, tippte immer wieder mit der Hand auf den Tisch und wippte auf seinem Stuhl hin und her. Das war gegen 13.40 Uhr am Donnerstag – und der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen hatte noch einiges zu tun. Denn es sollte ganz kurzfristig unbedingt noch ein Wechsel finalisiert werden, der 19-jährige Mittelfeldspieler Isak Hansen-Aarøen von Manchester United kommen. Doch am letzten Tag des Transferfensters drängt eben die Zeit ganz besonders, weshalb Fritz während der obligatorischen Pressekonferenz vor dem nächsten Bundesliga-Spiel beim FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) ein wenig angespannter war als sonst. Exakt vier Stunden später, und somit kurz vor der entscheidenden 18-Uhr-Marke, war klar: Es gab ein Happy-End. Werder machte die Verpflichtung des dritten Youngsters in diesem Winter nach Julian Malatini und Skelly Alvero öffentlich.

„Isak ist ein sehr spannendes Talent mit großem Potenzial. Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, ihn von der sportlichen Perspektive bei uns zu überzeugen“, erklärte Clemens Fritz erleichtert. „Im Sommer wäre sein Vertrag in England ausgelaufen und er hätte noch größere Begehrlichkeiten geweckt. Umso schöner, dass wir den Wechsel jetzt schon realisieren konnten.” In der Tat soll das Interesse am norwegischen U21-Nationalspieler schon jetzt groß gewesen sein, auch namhaften Clubs wie Ajax Amsterdam, SSC Neapel oder Atletico Madrid wurde nachgesagt, Isak Hansen-Aarøen verpflichten zu wollen. Doch der gab Werder Bremen sein Ja-Wort. „Ich habe heute den Anruf bekommen, bin ab zum Flieger und dann direkt hergekommen. Es ist großartig“, sagte der Nordeuropäer in einem Vereins-Interview. „Es ist definitiv ein großer Schritt für mich – aber auch definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein und freue mich darauf, allen zu zeigen, was ich kann.“

Transfer von Isak Hansen-Aarøen zu Werder Bremen: Manchester United sichert sich Weiterverkaufsbeteiligung und „Matching Right“

Zuletzt war der junge Mann mit den auffällig vielen Tattoos am Körper für die U21 von Manchester United in der Premier League 2 unterwegs gewesen. Gänzlich kampflos wollte ihn der englische Rekordmeister auch nicht ziehen lassen. Ursprünglich soll United – so berichten es britische Medien – geplant haben, einen neuen Vierjahresvertrag mit dem Talent abzuschließen, um dann ein Leih-Geschäft realisieren zu können. Isak Hansen-Aarøen hatte aufgrund einer mangelnden Perspektive für den Profikader jedoch nur wenig Interesse an einem Verbleib im Nordwesten Englands, unterschrieb bis 2027 an der Weser. Laut „Manchester Evening News“ gibt es für den Topclub dennoch attraktive Klauseln. So sei eine „recht hohe Weiterverkaufsbeteiligung“ festgelegt worden. Eine klassische Rückkaufoption gebe es zwar nicht, doch Manchester könne bei jeder künftigen Offerte eines anderen Clubs an Werder Bremen – sofern die Grün-Weißen den Mittelfeldakteur überhaupt abgeben wollen – die gleiche Summe bieten und würde aufgrund dieses sogenannten „Matching Right“ automatisch den Zuschlag erhalten. Bei den United-Fans kam der Deal trotzdem überhaupt nicht gut an, kurz nach der offiziellen Verkündung gab es harsche Kritik am Club in den Sozialen Medien.
 
Wesentlich begeisterter waren die Anhänger des SV Werder Bremen, die ihr Glück zum Teil kaum fassen konnten, dass tatsächlich noch ein weiterer Hoffnungsträger zum Team stößt. Und dann noch ein derart vielversprechender. Auch Trainer Ole Werner schwärmte: „Isak ist technisch gut ausgebildet, hat eine hohe Ballsicherheit und ein gutes Spielverständnis. Er bringt viel mit, wir sehen aber auch noch viele Entwicklungsmöglichkeiten bei ihm.”

Da war sie wieder, die Sache mit der Perspektive. Sie steht bei jüngsten Transferaktivitäten des SV Werder Bremen über allem. Neue Spieler sollen sportlich und auch für den Fall eines späteren Weiterverkaufs Mehrwerte in Aussicht stellen. Besonders auffällig: Neuerdings kommen diese Talente vermehrt wieder aus dem Ausland. „Man muss da ein bisschen zurückschauen. Für uns war nach dem Abstieg klar, auf welchen Märkten wir uns vorerst umschauen müssen“, schilderte Clemens Fritz. „Wir hatten zu dem Zeitpunkt eine sehr deutschsprachige Mannschaft, weil es uns wichtig war, Jungs zu haben, die auch den deutschen beziehungsweise Zweitligafußball kennen.“ Der Plan ging auf, die Bremer kehrten zurück und arbeiten an einer konstanten Zugehörigkeit zur Bundesliga. „Nach dem Aufstieg gab es dann nur punktuelle Veränderungen, etwa mit Jens Stage, der aus dem Ausland kam. Wir haben auch damals über den Tellerrand geschaut, in diesem Winter waren wir aber wirklich intensiv unterwegs“, erklärte der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen, „und Julian Malatini beispielsweise bringt genau die Komponenten mit, die wir für unseren Kader suchen. Da ist es uns dann auch relativ egal, von welchem Kontinent er kommt“.

So sehen Fans das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem FSV Mainz 05 live im TV und im Livestream!

Werder Bremens Isak Hansen-Aarøen: „Ich hoffe, dass ich viel positiven Fußball einbringen kann - Fußball, den es Spaß macht, anzuschauen“

Für Ole Werner ergibt sich aus der aktuellen Fokussierung auf die Jugend ein veränderter Arbeitsalltag – aber kein Problem. „Natürlich ist es ein Unterschied, ob du am Anfang der Karriere stehst oder schon zehn, zwölf Jahre auf dem Buckel hast“, gab der Trainer des SV Werder Bremen zu. „Es geht darum, dass du im jungen Alter immer noch deinen Weg finden und dich an gewisse Dinge im Profibereich wie Arbeitshaltung und -abläufe gewöhnen musst. Einem Spieler, der Anfang 20 ist, gibt man sicherlich auch etwas mehr mit und verändert auch noch etwas mehr in seinem Spiel.“ Im Endeffekt zähle für den 35-Jährigen aber vor allem eines: „Es macht für eine Mannschaft immer die Mischung aus“, betonte er. „Du brauchst Spieler, die schon ihre Erfahrungen gemacht und eine nachgewiesene Qualität sowie Konstanz in ihren Leistungen haben. Du brauchst aber auch die ganz jungen Dachse, die sich ihre Sporen noch verdienen müssen und für die jedes Training von der Aufmerksamkeit her wie ein Spiel ist.“
 
Einer dieser Dachse, um im Bild zu bleiben, ist ab sofort Isak Hansen-Aarøen. „Es wird ein großer Unterschied zu dem, was ich bisher gespielt habe. Aber ich fühle mich bereit dafür“, versprach der Kreativspieler. „Ich hoffe, dass ich viel positiven Fußball einbringen kann. Fußball, den es Spaß macht, anzuschauen.“ Ein Vorhaben, für das Werder Bremen ein guter Ort sein kann. Findet auch der Youngster, der künftig die Rückennummer 21 trägt. „Als mein Agent mich angerufen und mir von dieser Option erzählt hat, haben wir vielleicht zwei Minuten gesprochen und ich hatte sofort ein gutes Gefühl. Ich musste nicht zweimal überlegen, es war eine ganz einfache Entscheidung.“ Eine, die gerade noch rechtzeitig zu einem Transfer führte, der nicht nur Clemens Fritz beruhigte. (mbü)

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