Werder-Transferplan

Der etwas andere Werder-Sommer: Bessere Möglichkeiten auf dem Transfermarkt, aber auch klare Ansagen 

Clemens Fritz und Ole Werner haben klare Vorstellungen für den „neuen“ Kader des SV Werder Bremen - der Transferplan.
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Clemens Fritz und Ole Werner haben klare Vorstellungen für den „neuen“ Kader des SV Werder Bremen - der Transferplan.

Der SV Werder Bremen bastelt am Kader der neuen Saison und hat dieses Mal mehr Freiheiten. Das ist der Transferplan der Grün-Weißen.

Bremen – Erst verkaufen, dann kaufen – die Abläufe auf dem Transfermarkt sind für den SV Werder Bremen in der jüngeren Vergangenheit stets klar definiert gewesen. Doch nun hat sich etwas geändert. Das Investorengeld bringt den Verantwortlichen mehr Beinfreiheit, sie können agieren, also auch mal in Vorleistung gehen. Das spielt Trainer Ole Werner in die Karten, der sich in diesem Sommer möglichst früh Klarheit über seinen Kader wünscht. Clemens Fritz sieht es als künftiger Geschäftsführer Fußball genauso, betont aber zugleich, dass er einen Transferüberschuss erwirtschaften muss und deshalb der Verkauf von Leistungsträgern keineswegs ausgeschlossen ist.

„Müssen nicht allem zustimmen“: So plant Werder Bremen den Transfer-Sommer

„Im vergangenen Sommer ist uns drei Tage vor Transferschluss ein absoluter Führungsspieler weggebrochen“, erinnert Werder Bremens Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube an den Verkauf von Niclas Füllkrug an Borussia Dortmund – für eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro. „Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen“, sagt Fritz und fügt sofort an: „Klar ist aber auch, dass wir ein Verein sind, der Transfereinnahmen generieren muss. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass uns Leistungsträger verlassen. Wir sind inzwischen aber in einer Situation, in der wir nicht allem zustimmen müssen.“

Zumindest dann, wenn es keine Ausstiegsklauseln gibt. Eren Dinkci hat seine gezogen und ist nach seiner Ausleihe zum 1. FC Heidenheim direkt weitergezogen zum SC Freiburg, der dafür die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro an den SV Werder Bremen überweist. Auch Marvin Ducksch besitzt so eine Option, die bis Mitte Juni gilt und eine Entschädigung von sieben Millionen Euro beinhaltet. Quasi nach EM-Start darf dann Werder die Ablöse wieder frei gestalten. Der Club ist dem Vernehmen nach dazu bereit, Ducksch bereits in diesem Sommer ziehen zu lassen, der 30-Jährige liebäugelt ebenfalls mit einem Wechsel.

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Der Transfer-Plan des SV Werder Bremen: Einige Verkaufskandidaten und frühe Kaderzusammenstellung

Eines soll es aber auf keinen Fall werden: eine Hängepartie. „Unser Ziel ist, dass der Kader vor dem ersten Pflichtspiel möglichst komplett ist“, sagt Clemens Fritz und spricht damit seinem Trainer aus der Seele. Ole Werner hatte nach dem letzten Saisonspiel betont, dass die späten Transfers im vergangenen Sommer mitverantwortlich dafür gewesen seien, warum der Start so holprig verlief. Es brauche eben seine Zeit, um eine Hierarchie zu etablieren und Abläufe zu stärken. „Das ist die Grundvoraussetzung dafür, um sich weiterentwickeln zu können“, machte Werner deutlich und meinte mit Blick auf die anstehende Transferperiode: „Es ist unser Ziel, dass wir den Kader früher zusammen haben. Trotzdem weiß man das natürlich nie zu 100 Prozent. Es kann immer sein, dass am Ende noch mal Qualität dazukommt oder es umgekehrt noch ein Angebot für einen unserer Spieler gibt, mit dem sich ein Verein wie Werder Bremen beschäftigen muss.“

Deswegen wird es wie immer bis zum Ende der Wechselphase spannend bleiben – in diesem Jahr bis zum 2. September. Verkaufskandidaten gibt es bei Werder Bremen einige: Neben Ducksch sind das vor allem Marco Friedl, Milos Veljkovic, Jens Stage, Romano Schmid und Justin Njinmah. Die Bremer wollen diese Profis nicht zwingend abgeben, wären aber bei entsprechenden Angeboten zumindest gesprächsbereit – bei dem einen etwas mehr, bei dem anderen etwas weniger. So soll gerade Kapitän Friedl nur im Notfall abgegeben werden. 

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Keine Zukunft für Naby Keita bei Werder Bremen und der Plan mit den Investor-Millionen

Bei Naby Keita ist die Lage dagegen ziemlich klar: Der einstige Hoffnungsträger soll den Club nach seinem Streik und der daraus resultierenden Suspendierung unbedingt verlassen und nicht mehr zum Trainingsauftakt am 8. Juli in Bremen aufschlagen. Dafür soll dann der eine oder andere Neuzugang präsentiert werden. Marco Grüll kommt ablösefrei von Rapid Wien und soll als Linksaußen Tempo ins Bremer Spiel bringen. Einen ähnlichen Spieler sucht Werder Bremen für die rechte Seite. Zudem stehen ein kreativer Mittelfeldspieler, ein Sechser und ein Innenverteidiger auf der Wunschliste.

Clemens Fritz hat also jede Menge zu tun. Mit ersten Entscheidungen wird schon in den nächsten Tagen gerechnet. Werder Bremen will aber auch die EM nutzen, um dort noch einmal Spieler zu beobachten. Dabei geht es eher nicht um Akteure von den Topnationen, die kann sich Werder nicht leisten. Daran hat sich auch nichts durch die 38 Millionen Euro der Investoren geändert. Die sollen auf keinen Fall in nur ein, zwei Transferperioden verpulvert werden, sondern vor allem den nötigen Puffer bieten, falls sich eine gute Gelegenheit ergibt. Das macht diesen Sommer für Werder eben etwas anders als in der Vergangenheit und steigert die Chancen auf gute Verpflichtungen. (kni/dco/mbü)

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