Werder-Transfer-News

„Ich will mich zerreißen“ – Bittencourt will es bei Werder noch einmal wissen, aber bleibt er über den Sommer hinaus?

Zum Pflichtspielstart im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld dürfte er seinen Stammplatz sicher haben, jetzt spricht Leonardo Bittencourt trotzdem offen über Wechsel-Gedanken und seine Rolle bei Werder Bremen.

Bremen – Es war diese Szene kurz vor Schluss im Test gegen die TSG Hoffenheim (0:1), die wieder zeigte, was für ein Spielertyp Leonardo Bittencourt auf dem Platz ist. Kurz vor dem Abpfiff stand der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen plötzlich Kopf an Kopf mit TSG-Profi Fisnik Asllani – vorausgegangen war ein Foul durch Trikotziehen seitens des Bremers. Trotz körperlicher Unterlegenheit ließ Bittencourt den Gegenspieler nicht los und richtete zudem ein paar „nett gemeinte“ Worte in Richtung Asllani. „Ich habe ja bei vielen Bundesliga-Clubs gespielt. Viele der Jungs kennen mich und nehmen mir das auch nicht mehr übel. Aber die, die mich noch nicht kennen, sagen schon, dass ich auf dem Platz ein Arschloch bin“, sagte Bittencourt kürzlich in einem Interview mit dem „kicker“ über seine Spielweise. „Soll der Gegner das doch denken – mir ist das egal. Ich will gewinnen, ich will für meine Mannschaft fighten, ich will mich zerreißen.“

Zum Pflichtspielstart im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld dürfte er seinen Stammplatz sicher haben, jetzt spricht Leonardo Bittencourt trotzdem offen über Wechsel-Gedanken und seine Rolle bei Werder Bremen.

Werder Bremen über Routinier Leonardo Bittencourt: „Wir sind mit ihm sehr zufrieden - er ist fest eingeplant“

Eine Tugend, die den 31-Jährigen in den vergangenen Jahren stetig ausgezeichnet hat – und die ihm jetzt auf seiner neuen Position zugutekommt. Denn mittlerweile ist Leonardo Bittencourt nicht mehr im offensiven Mittelfeld zu finden, sondern bekleidet im neuen System neben dem gesetzten Senne Lynen die zweite Position auf der Doppelsechs. Dort präsentiert sich der Routinier bislang in der Vorbereitung sichtbar fit und motiviert, wie Werder Bremens Leiter Profifußball, Peter Niemeyer, im Gespräch mit der DeichStube betont: „Ich finde, es war in den bisherigen Testspielen bereits zu erkennen, dass wir auf der Doppelsechs gute Abläufe hatten“, so Niemeyer, der ergänzt: „Wir sind mit ihm sehr zufrieden.“

Durch den Ausfall von Jens Stage, der aufgrund einer Belastungsreaktion im Fuß weiterhin in der Reha weilt und ziemlich sicher den Saisonauftakt im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld in anderthalb Wochen verpassen wird, hat sich Leonardo Bittencourt vorerst in Werder Bremens Stammformation festgespielt – ein Umstand, der in der vergangenen Saison nicht häufig gegeben war. Dort absolvierte der gebürtige Leipziger gerade einmal zehn Partien von Beginn an. „Wir haben gemeinsam mit ihm das vergangene Jahr reflektiert und erkannt, dass er seine Rolle dort gut angenommen und ausgeführt hat“, so Niemeyer. Bittencourt ist eben nicht nur ein Profi, der auf dem Platz einer Mannschaft viel geben kann, sondern auch durch seine lautstarke Kommunikation abseits davon. Aktuell profitieren davon unter anderem die vielen Nachwuchstalente, die sich im Training bei Werder beweisen dürfen. „Er nimmt viele junge Spieler an die Hand und gibt ihnen wertvolle Hilfestellungen“, erklärt Niemeyer. Für die verjüngte Bremer Mannschaft ist der erfahrene Deutsch-Brasilianer also aktuell in gleich mehreren Hinsichten ein Gewinn.

Werder Bremens Leonardo Bittencourt über Wechsel: „Wenn ein anderer Verein Bock auf mich hat, kann ich mir es vorstellen“

Umso bemerkenswerter waren Bittencourts Aussagen im erwähnten Interview, in dem er einen Abgang in diesem Sommer nicht gänzlich ausschloss: „Ich bin für alles offen. Das Fenster ist geöffnet, und wenn ein anderer Verein mir das Vertrauen schenkt und Bock auf mich hat, kann ich es mir vorstellen“, sagte der 31-Jährige – betonte aber auch: „Wenn Werder auf mich zukommt, um zu verlängern, dann setze ich mich damit aber auch auseinander, weil ich mich grundsätzlich sehr wohl im Verein fühle.“ Gespräche über eine Ausweitung des bis 2026 laufenden Vertrags haben nach DeichStube-Informationen zwar noch nicht stattgefunden, aber Niemeyer macht deutlich, dass Werder Bremen kein Bestreben hat, Leonardo Bittencourt in diesem Sommer ziehen zu lassen: „Leo ist bei uns fest für die neue Saison eingeplant.“ Und das nach derzeitigem Stand nicht nur als Führungsperson abseits des Rasens, sondern auch als emotionaler Leader auf dem Platz. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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