Werder-Transfer-News

Mehr Chance als Druck? So nehmen Werders Verantwortliche die Stürmersuche in Angriff

Der SV Werder Bremen will sich im Winter-Transferfenster mit einem neuen Angreifer verstärken - so gehen die Grün-Weißen die Stürmersuche an!

Bremen – Mit der Zeit ist das ja so eine Sache. Sie ist nicht nur vergänglich, sondern auch unheimlich kostbar. Sprichwörtlich ist Zeit sogar Geld. Und von alledem hat der SV Werder Bremen derzeit nicht viel. Spielerisch soll dringend eine Entwicklung sichtbar gemacht, das fußballerische Niveau spürbar angehoben werden. Und – als wäre das nicht schon herausfordernd genug – läuft so ganz nebenbei auch noch die Stürmersuche. Wobei: Das Wörtchen „nebenbei“ ist mehr als untertrieben. Werder hat enormen Bedarf in der Offensive, steht in dieser Saison noch ohne Treffer eines gelernten Mittelstürmers dar. Es müssen also aktuelle Defizite behoben und Fehler der Vergangenheit im Parallelflug ausgebessert werden. Die Verantwortung der handelnden Personen ist entsprechend groß – weil der anvisierte Transfer dieses Mal unbedingt sitzen muss.

Der SV Werder Bremen will sich im Winter-Transferfenster mit einem neuen Angreifer verstärken - Peter Niemeyer (links) sieht die Situation eher als Chance.

Werder Bremens Peter Niemeyer: „Wir sind auf dem Markt unterwegs und schauen, was es für Möglichkeiten gibt“

„Ich weiß nicht, ob man da von einem übermäßigen Druck sprechen sollte, denn der Druck ist bei uns immer da. Und damit können wir auch umgehen. Ich sehe die Situation eher als Chance“, sagte Peter Niemeyer als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen am Freitagnachmittag während einer Medienrunde nach der ersten Trainingseinheit des neuen Jahres. „Ich hoffe, dass wir schnellstmöglich eine Lösung finden. Wir sind auf dem Markt unterwegs und schauen, was es für Möglichkeiten gibt.“

Der Haken an der Sache: Im Winter ist der Kreis an Kandidaten traditionell gering – zumindest dann, wenn große finanzielle Verlockungen nicht ausgesprochen werden können. So wie in diesem Fall. Die Hanseaten fahnden vielmehr nach der Nadel im Heuhaufen, die andernorts womöglich unzufrieden ist, sich die neue Herausforderung an der Weser aber sehr gut vorstellen kann. Vorteil: Werder Bremen kann im Grunde mit einem Stammplatz werben, was für einen Profi verständlicherweise ähnlich reizvoll wie der Faktor Geld ist. Auch wenn Peter Niemeyer natürlich betonte: „Der neue Spieler wird trotzdem in einer Konkurrenz stehen, denn wir haben ja auch schon Spieler im Kader, die im Sturm spielen können und das auch schon getan haben. Wir verfügen aber über eine Mannschaft, die unbedingt richtig Fußball spielen will – und da denke ich schon, dass sich darin gewisse andere Spieler sehen können. Es ist auf jeden Fall attraktiv, was wir zu bieten haben.“

Knifflige Stürmersuche: Werder Bremen will und braucht eine Soforthilfe, die Tore garantiert

Das Suchprofil erscheint dabei mehr als deutlich. Ein junges Talent, das womöglich erst in zwei, drei Jahren sein optimales Leistungsvermögen abrufen kann, kommt derzeit nicht infrage. Werder Bremen will und braucht eine Soforthilfe, die Tore garantiert. Aufgrund der genannten winterlichen Besonderheiten lässt sich dabei nicht einfach auf den ominösen Schattenkader, von dem im vergangenen Sommer immer wieder bei der Stürmersuche gesprochen wurde, zurückgreifen. „Das ist immer mal wieder Thema, aber man muss es gesondert betrachten, was jetzt möglich ist. Mir fällt es jetzt aber schwer, die ganze Thematik auf eine Zeitachse zu legen. Nichtsdestotrotz wissen wir um den Bedarf und dass es schnell wieder in die Vollen geht“, sagte Peter Niemeyer. Fünf knifflige Ligapartien stehen in der Zeit bis zum 2. Februar an, wenn das Transferfenster schließt. Werders Verantwortliche haben sich längst zu echten Spezialisten entwickelt, wenn es darum geht, ganz kurz vor Toreschluss zuzuschlagen, mit wechselhaftem Erfolg. Kaum vorstellbar, dass sie dieses Risiko jedoch erneut eingehen, bis zum Äußersten warten – und eventuell erneut eine nachträgliche Bruchlandung wie im Fall des am Knie lädierten Victor Boniface produzieren. Eine Leihe erscheint dabei wesentlich wahrscheinlicher als ein teurer Kauf, wenngleich Niemeyer erklärte: „Weder das eine noch das andere will ich ausschließen.“

Werder Bremens Horst Steffen: „Wenn nichts passiert, sind wir auch immer in der Lage, mit den Jungs, die da sind, Spiele zu gewinnen“

Einem, dem ein schnelles Handeln – und damit wären wir wieder beim Faktor Zeit – mit großer Gewissheit helfen dürfte, ist Trainer Horst Steffen. „Ich habe im Verlauf der bisherigen Hinrunde viele Dinge gemacht, getan und probiert. Manchmal hat es funktioniert und es sah gut aus, dann aber gab es auch wieder Spiele, in denen ich nicht zufrieden war“, sagte der 56-Jährige am Freitag über die Mittelstürmer-Not im Aufgebot des SV Werder Brenen, verzichtete aber auf öffentliche Forderungen nach Transfers. „Es wäre gut, wenn wir da Ersatz hätten. Nichtsdestotrotz haben wir auch noch Jungs im Kader, die wir verbessern müssen. Wenn nichts passiert, sind wir auch immer in der Lage, mit den Jungs, die da sind, Spiele zu gewinnen. Das haben wir in der Hinrunde bislang auch getan. Deshalb müssen wir daran arbeiten, dass wir diese Jungs wieder besser in Position bringen, damit sie ihre Abschlüsse bekommen.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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