Werder-Transfer-News

Viele Fragezeichen im Werder-Zentrum: Stage, Puertas und Covic im Fokus – und wie schnell hilft Chuki?

Im Kader des SV Werder Bremen gibt es aktuell viele Fragezeichen. Vor allem im Mittelfeld drohen Baustellen. Was passiert mit Jens Stage und Co.?

Stillstand ist auch im Fußball nicht der allerbeste Ratgeber, doch im Mittelfeld des SV Werder Bremen geht es derzeit besonders betriebsam zu. Im übertragenen Sinne versteht sich. Denn der Ball rollt nicht mehr, dafür gibt es allerlei Fragen, die der Bundesligist zu beantworten hat: Was wird denn nun aus Jens Stage? Bleibt Cameron Puertas tatsächlich Bremer? Wie schnell kann eigentlich Neuzugang Chuki helfen? Und macht Patrice Covic den nächsten Schritt? Ziemlich viele Eventualitäten auf einmal, die bei der Kaderzusammenstellung für die neue Saison berücksichtigt werden müssen. Als gesicherter Fakt kommt hinzu, dass Leonardo Bittencourt ab Juli endgültig kein Bremer mehr ist. Alles zusammen sorgt für eine spannende Gemengelage.

Was passiert im Mittelfeldzentrum des SV Werder Bremen? Verlassen Jens Stage, Cameron Puertas und Patrice Covic den Club - und wie schnell hilft Chuki?

Viele Fragezeichen im Mittelfeld-Zentrum des SV Werder Bremen: Was passiert mit Jens Stage und Co.?

Den Mittwoch verbrachte Jens Stage in Lüttich. Nicht etwa, weil er sich in Belgien nach einem neuen Arbeitgeber umschaut, sondern weil er dort mit der dänischen Nationalmannschaft zu Gast ist. Doch seine sportliche Zukunft hat der 29-Jährige ohnehin schon längst geordnet, mit der TSG Hoffenheim ist er sich bereits über einen Wechsel einig. Nur Werder Bremen spielt bislang nicht mit, lässt die bisher eingegangenen Offerten locker abperlen, weil die Ablösesumme nicht stimmt. Eine baldige Lösung erscheint unwahrscheinlich, auch weil die Bremer ihren Leistungsträger nicht nur des Geldes wegen nicht abgeben möchten. Im Idealfall soll Stage unter Trainer Daniel Thioune die zentrale Figur sein, um die herum das Team zusammengestellt wird.

Einer dieser Bausteine könnte Cameron Puertas sein. Coach Thioune hat mehrfach öffentlich betont, wie gern er mit dem 27-Jährigen weiterarbeiten würde. Im Zusammenhang mit der bisherigen Leihe war eine Kaufoption mit dem saudischen Erstligisten Al-Qadsiah, bei dem Puertas noch bis 2027 unter Vertrag steht, ausgehandelt worden, doch die zehn Millionen Euro kann und will Werder sich nicht leisten. Deshalb wird nach einer anderen Lösung gesucht – doch auch in dieser Angelegenheit ist Geduld gefragt. „Cameron hat sich deutlich positioniert, dass er Werder gutfindet und sich vorstellen könnte, bei uns zu bleiben. Und auch an unserer Meinung hat sich nichts geändert, er genießt eine hohe Wertschätzung bei uns und wir könnten uns ebenfalls eine weitere Zusammenarbeit vorstellen“, sagt Peter Niemeyer, Werder Bremens Leiter Profifußball, im Gespräch mit der DeichStube. „Es gilt bei diesem Gesamtkonstrukt aber, mehrere Aspekte zu berücksichtigen, was die Sache etwas komplizierter macht. Mit einer schnellen Entscheidung rechne ich daher nicht.“

Wird Chuki eine Soforthilfe für Werder Bremen? „Er wird sicherlich eine Anpassungszeit brauchen“

Bei all diesen Verzögerungen tut es ganz gut, dass eine Lücke im Mittelfeld des SV Werder Bremen schon jetzt geschlossen werden konnte. Chuki wechselt aus Valladolid an die Weser, der 22-Jährige will pünktlich zum Trainingsstart seine Qualitäten unter Beweis stellen. „Chuki ist ein sehr angenehmer Mensch, der fokussiert auf diese Herausforderung bei Werder ist“, sagt Niemeyer. „Natürlich ist der Wechsel ins Ausland ein großer Schritt für ihn, aber er sieht in uns genau den richtigen Verein, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen zu können. Er hätte den womöglich bequemeren Weg gehen und in Spanien bleiben können, doch er wollte ganz bewusst nach Deutschland kommen. Das sagt viel über seinen Charakter aus.“

Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings groß, dass Ivan San José Cantalejo, wie Chuki mit bürgerlichem Namen heißt, nicht die klassische Soforthilfe darstellen wird. „Er wird sicherlich eine gewisse Anpassungszeit brauchen, um sich an das Niveau in der Bundesliga und die Spielweise auf dem Platz zu gewöhnen“, bestätigt Peter Niemeyer, „aber er bringt schon jetzt große Qualitäten mit. Er verfügt über einen starken linken Fuß, ist gefährlich bei Standardsituationen und hatte mit sieben Toren und acht Assists eine richtig gute Quote in dieser Saison. Er wird uns auf jeden Fall sehr viel geben und guttun.“

Offenbar Transfer-Interesse aus Italien: Was wird aus Werder Bremen-Talent Patrice Covic?

Gleiches gilt für Patrice Covic. Der 18-Jährige hat just seine erste Bundesliga-Saison absolviert, nimmt demnächst an der U19-EM teil und stellt die Zukunft des Bremer Mittelfelds dar. Die interne Wertschätzung für den gebürtigen Berliner ist enorm. Plus: Angesichts der vielen offenen Personalfragen im Zentrum winkt dem Kroaten – Stand jetzt – bei Werder Bremen deutlich mehr Spielzeit als bisher. Mit der könnte womöglich auch der italienische Verein Udinese Calcio ködern, der Covic laut Transfer-Journalist Gianluca Di Marzio intensiv beobachtet. Ein offizielles Angebot für den Youngster gibt es nach DeichStube-Informationen bislang nicht – und auch dieses müsste sich wohl in Sphären bewegen, die weit über dem aktuell genannten Marktwert von vier Millionen Euro liegen. Sonst gäbe es keinen Grund, um schwach zu werden. Alles andere würde Werders Weg vom Werteaufbau ad absurdum führen. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia / IMAGO / Pressinphoto

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