Spielt der Rückkehrer noch einmal eine Rolle?
Oliver Burke ist wieder da - aber wie lange noch? Werder-Angreifer trainiert aktuell abseits der Mannschaft
Beim Trainingsauftakt des SV Werder Bremen hat Oliver Burke nur individuell trainiert. Trainer Ole Werner verrät den Grund und spricht über dessen Zukunft.
Bremen – Das Szenario kennt Oliver Burke schon. Im vergangenen Sommer erging es dem Angreifer ganz ähnlich. Und so zählte auch der 27-Jährige zu jenen Spielern des SV Werder Bremen, die sich am Montag auf den Weg zum Trainingsplatz machten. Kleiner, aber feiner Unterschied: Burke bog im allerletzten Moment auf eine andere Rasenfläche ab, für ihn stand weit abseits des Teams eine individuelle Einheit auf dem Programm – was irgendwie ganz gut ins Bild passte: Zwar ist er auch nach mehreren Leihgeschäften weiter ein Teil von Werder, so richtig dazu gehört der schottische Stürmer aber nicht mehr.
Werder Bremen-Trainer Ole Werner über Oliver Burke: „Er nimmt jetzt einen neuen Anlauf“
„Er war in England zuletzt verletzt, deshalb wollen wir uns jetzt gemeinsam mit ihm erst einmal herantasten, auf welchem Stand er ist“, klärte Ole Werner wenig später über die räumliche Trennung auf. Noch immer ist Oliver Burke bei den Fans unvergessen wegen seines Siegtores beim spektakulären 3:2-Auswärtstriumph gegen Borussia Dortmund nach dem Wiederaufstieg. Nur ist das schon fast zwei Jahre her. Präsent sind vor allem beim Trainerteam auch die taktischen Defizite, die der Offensivmann an den Tag legte. Deshalb landete er häufig auf der Bank, verlor irgendwann die Lust am Konkurrenzkampf bei Werder Bremen und ließ sich erstmals ausleihen. Doch auch danach lief es nur selten so richtig gut. Im vergangenen Jahr wurde er während des Zillertal-Trainingslagers aus Mangel an Alternativen sogar zum Flügelspieler umfunktioniert, ehe es eine erneute Trennung auf Zeit gab.
Und jetzt? Abseits des Platzes lief es zuletzt blendend für Oliver Burke, der sein privates Glück gefunden hat und demnächst Vater wird. Nur sportlich sucht er weiterhin nach einer Heimat. „Er nimmt jetzt einen neuen Anlauf“, sagte Ole Werner, schob aber auch vielsagend hinterher: „Wir wissen, welche Stärken und Schwächen er hat. Wir werden das jetzt ganz genau beobachten, aber auch schauen, was die beste Lösung für einen Spieler und in letzter Konsequenz dann auch für die Mannschaft und den Verein ist.“ Alles andere als eine erneute Trennung – nun womöglich für immer – würde doch sehr überraschen. (mbü)