Werder-Transfer-News

Wer bleibt, wer geht? So plant Werder Bremen mit seinen Leihspielern

Sieben Leihspieler hat der SV Werder Bremen aktuell unter Vertrag. Wie es derzeit um einen festen Transfer der jeweiligen Profis steht.

Noch genau drei Monate, bis zum 30. Juni, stehen gleich sieben Leihspieler beim SV Werder Bremen unter Vertrag. Bei fünf von ihnen besitzen die Grün-Weißen eine Kaufoption für den Sommer. Auch wenn sich die Verantwortlichen intern bislang vor allem auf das große Ziel Klassenerhalt konzentrieren, laufen parallel die Planungen für die kommende Spielzeit. Dabei deuten sich erste Tendenzen hinsichtlich der Verbleib-Chancen der einzelnen Leihspieler an. Die DeichStube gibt eine Übersicht, welche Spieler möglicherweise über den Sommer hinaus in Bremen bleiben könnten und welche Akteure aktuell nur geringe Chancen auf eine Weiterbeschäftigung haben. Zur Einordnung: Für den Fall eines Abstiegs würden sich diese Einschätzungen selbstverständlich nochmal ändern.

Sieben Leihspieler hat der SV Werder Bremen aktuell unter Vertrag: Wer von ihnen bleibt, wer geht im Sommer wieder?

Eine Frage der Ablöse: Bleibt Yukinari Sugawara nach seiner Leihe beim SV Werder Bremen?

Yukinari Sugawara: Der Japaner ist bislang die größte Verstärkung unter den Leihspielern. Zwar schwankten auch seine Leistungen im Winter, dennoch ist der 25-Jährige – abgesehen von einer kurzen Phase nach dem Amtsantritt von Cheftrainer Daniel Thioune – auf der rechten Defensivseite gesetzt. Werder Bremen hält sowohl sportlich als auch menschlich viel vom Rechtsverteidiger, dennoch ist eine Weiterbeschäftigung nicht in Stein gemeißelt. Wie zu hören ist, möchten die Bremer die kolportierte Kaufoption in Höhe von rund sechs Millionen Euro nicht ziehen und stattdessen über eine niedrigere Ablöse verhandeln. Die aktuelle Summe ist für die Grün-Weißen schwer zu stemmen. Gespräche mit dem FC Southampton haben nach DeichStube-Informationen allerdings noch nicht begonnen. Sollten sich die Engländer auf einen geringeren Preis einlassen, ist ein Verbleib über den Sommer hinaus vorstellbar. Da Sugawara im Sommer voraussichtlich mit der japanischen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft teilnehmen wird, könnte sein Marktwert allerdings noch einmal steigen.

Fester Transfer der Leihspieler Cameron Puertas und Isaac Schmidt zu Werder Bremen fraglich

Cameron Puertas: Lange Zeit deutete vieles darauf hin, dass die Zusammenarbeit zwischen dem gebürtigen Schweizer mit spanischem Pass und Werder Bremen im Sommer endet. Zwar kam Puertas auch unter Horst Steffen regelmäßig zum Einsatz, konnte jedoch häufig – meist auf dem für ihn ungewohnten rechten Flügel – nicht überzeugen. Unter Thioune blühte er jedoch zuletzt deutlich auf. In der Mittelfeldzentrale ist er aktuell gesetzt, zudem machte der Bremer Coach öffentlich deutlich, dass er eine weitere Zusammenarbeit begrüßen würde. Intern genießt Puertas ein hohes Ansehen und ist auch in der Kabine sehr beliebt. Die Kaufoption von rund zehn Millionen Euro wird Werder dennoch nicht ziehen. Vielmehr hofft man an der Weser, mit Al-Qadsiah FC in freie Verhandlungen eintreten zu können. Doch selbst dann ist fraglich, ob sich Werder Puertas leisten kann: Der Mittelfeldspieler soll in Saudi-Arabien rund sechs Millionen Euro verdienen – deutlich zu viel für das Bremer Gehaltsgefüge. Wenn überhaupt, käme wohl nur ein später Transfer im Sommer zu deutlich reduzierten Bezügen infrage.

Isaac Schmidt: Der Schweizer Nationalspieler kommt bislang nur unregelmäßig zum Einsatz. Zwar stand Schmidt in dieser Saison 16-mal auf dem Platz, die meisten Einsätze absolvierte er jedoch als Einwechselspieler. Sowohl auf der rechten als auch auf der linken Defensivseite haben andere Spieler aktuell die Nase vorn. Im vergangenen Sommer bemühte sich Werder Bremen lange um den 26-Jährigen, der Leeds United verlassen wollte, um mit Blick auf die Weltmeisterschaft mehr Spielzeit zu erhalten. Letztlich entschieden sich die Bremer auch aufgrund langfristiger Ausfälle von Olivier Deman und Mitchell Weiser für Schmidt. Zwar schätzen die Verantwortlichen seine Vielseitigkeit, dennoch ist es eher unwahrscheinlich, dass Werder die Kaufoption in Höhe von drei Millionen Euro zieht.

Karl Hein könnte neue Nummer eins beim SV Werder Bremen werden, Ziehen der Kaufoption bei Maximilian Wöber sehr unwahrscheinlich

Karl Hein: Für den estnischen Nationaltorwart ist die Saison nach seiner Daumenverletzung vorzeitig beendet. Zum Einsatz wäre Hein vermutlich ohnehin nicht mehr gekommen, da Mio Backhaus nach guten Leistungen im Tor des SV Werder Bremen gesetzt ist. Vorwerfen muss sich der 23-Jährige jedoch nichts: Der vom FC Arsenal ausgeliehene Keeper überzeugte bei seinen beiden Einsätzen in der Hinrunde und zeigte auch im Training verlässlich seine Qualität. Die Bremer können sich daher grundsätzlich vorstellen, entweder die Kaufoption (rund drei Millionen Euro) zu ziehen oder mit Arsenal einen günstigeren Preis auszuhandeln. Voraussetzung dafür wäre allerdings ein Abgang von Backhaus im Sommer. Dann stünden sowohl die finanziellen Mittel zur Verfügung als auch die Perspektive, die Hein fordert: Er würde nur als klare Nummer eins bleiben wollen.

Maximilian Wöber: Der letzte Spieler mit Kaufoption ist Maximilian Wöber. Das Problem beim österreichischen Nationalspieler: Aufgrund mehrerer schwerer Verletzungen kam er bislang nur zu einem Einsatz im DFB-Pokal. Zwar betonen alle Beteiligten regelmäßig, wie sehr Wöber das Team trotz seiner Ausfälle mit Erfahrung und Meinungsstärke unterstützt, einen sportlichen Mehrwert konnte er bislang jedoch nicht liefern. Ob sich das bis zum Saisonende noch ändert, ist fraglich. Die Kaufoption, die bei etwa vier Millionen Euro liegen soll, wird Werder Bremen daher mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ziehen.

Zwei Stürmer ohne Kaufoption: Geht es für Jovan Milosevic und Victor Boniface im Sommer bei Werder Bremen weiter?

Jovan Milosevic: Mit drei Treffern in nur acht Spielen hat sich der junge Serbe definitiv für eine Weiterbeschäftigung empfohlen. Allerdings besitzt Werder Bremen keine Kaufoption. Daher käme maximal eine erneute Leihe infrage. Der VfB Stuttgart, bei dem Milosevic noch bis 2029 unter Vertrag steht, soll diesem Modell grundsätzlich offen gegenüberstehen. Intern ist bei Werder jedoch noch keine Entscheidung gefallen. Zwar wird sich der Club im Sommer auf dem Stürmermarkt umsehen müssen, das Ziel ist jedoch, möglichst nicht erneut so stark auf Leihspieler angewiesen zu sein. Ein weiteres Jahr von Milosevic an der Weser ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Victor Boniface: Die Leihgabe von Bayer 04 Leverkusen galt bereits als eines der größten Missverständnisse der Bremer Vereinsgeschichte. Wie Werders Sportchef Clemens Fritz am Montag gegenüber der DeichStube bestätigte, kehrt der nigerianische Angreifer nun aber überraschend doch noch in dieser Spielzeit nach Bremen zurück. Ob Boniface im Saisonendspurt tatsächlich noch einmal ein Faktor werden kann, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen – ausgeschlossen ist dieses Szenario inzwischen jedoch nicht mehr. Was anschließend im Sommer passiert, bleibt abzuwarten. Zwar gilt ein Abgang weiterhin als wahrscheinlichstes Szenario, zumal die Bremer keine Kaufoption besitzen, dennoch ist auch diese Entscheidung noch nicht final. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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