Bald 100.000 Mitglieder?

Trotz steigender Mitgliederzahlen: Was Werder im Vergleich zu Gladbach oder Köln noch fehlt

Der SV Werder Bremen verzeichnet einen wahren Mitgliederboom. Präsident Hubertus Hess-Grunewald erklärt, wie da noch mehr geht.

Bremen – Erst vor wenigen Tagen hatte Hubertus Hess-Grunewald, Präsident des SV Werder Bremen, stolz gegenüber der DeichStube berichtet, dass die Grün-Weißen aktuell mehr als 64.000 Vereinsmitglieder haben. Auch wenn sich die Zahl in den vergangenen anderthalb Jahren beachtlich nach oben entwickelt hat und der Club schon bald mit einer „Mitgliederkampagne 2.0“ für weiteren Zuwachs sorgen möchte, befinden sich die Bremer im Vergleich zu den restlichen Bundesliga-Teams weiterhin lediglich im Tabellenmittelfeld (Rang elf). „Vereine wie Gladbach oder Köln sind wirtschaftlich mit uns vergleichbar, liegen bei den Mitgliederzahlen aber noch ein gutes Stück vor uns“, sagt Hess-Grunewald im Gespräch mit der DeichStube.

Hofft auf weiteren Mitglieder-Boom beim SV Werder Bremen: Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald.

Vereins-Präsident Hubertus Hess-Grunewald über steigende Mitgliederzahlen beim SV Werder Bremen

Beide Traditionsclubs aus dem Westen haben mehr als 100.000 Mitglieder und gehören damit zu den sieben Fußballvereinen in Deutschland, die diese Schallmauer bislang durchbrochen haben. Dazu zählen auch der VfB Stuttgart, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und der FC Bayern München. „64.000 Mitglieder sind für Werder eine sehr starke Zahl, und wir sehen das Potenzial, zu den Größenordnungen anderer Vereine aufzuschließen – das ist auch unsere Ambition“, betont Werder Bremens Präsident. Ein außergewöhnlicher sportlicher Erfolg, im besten Fall sogar die Teilnahme am internationalen Wettbewerb, könnte diese Entwicklung zusätzlich beflügeln. „Eine Europapokal-Teilnahme, die wir leider zuletzt zweimal knapp verpasst haben, kann auch bei uns noch einmal eine spürbare Auswirkung auf die Mitgliederzahl haben“, so Hubertus Hess-Grunewald. „Das hat man zum Beispiel bei Gladbach in den 2010er-Jahren gesehen.“

Durch mehrere Europapokal-Teilnahmen steigerte die Borussia zwischen 2011 und 2016 ihre Mitgliederzahl um mehr als 30.000 Personen. Auf einen ähnlichen Schub hofft man auch in Bremen, weiß jedoch, dass dafür ein vergleichbarer sportlicher Erfolg nötig wäre. Deshalb setzt man bei der Mitgliedergewinnung nicht allein auf diesen Faktor, sondern möchte die Menschen auch unabhängig davon für den Verein begeistern. „Unser Wachstum soll nicht nur vom sportlichen Erfolg abhängen, sondern aus einer starken Identifikation mit Werder Bremen heraus entstehen“, so Hubertus Hess-Grunewald. „Daher arbeiten wir gezielt daran, die Fanbindung weiter zu stärken und neue Angebote für bestehende und potenzielle Mitglieder zu schaffen.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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