Werder nicht stark genug?

Trotz Füllkrug-Rückkehr: Laut Sky-Experten droht Werder erneute Zittersaison

Werder Bremen hat sich bisher mit zahlreichen Spielern verstärkt, zuletzt mit Niclas Füllkrug: Trotzdem droht laut „Sky“-Experten erneut eine Zittersaison!

Nach den jüngsten Transfers und Rückholaktionen von Eren Dinkci und Niclas Füllkrug ist rund um den SV Werder Bremen etwas mehr Optimismus und Vorfreude auf die in knapp einer Woche beginnende Bundesliga-Saison zu spüren. Nach einer verkorksten Spielzeit mit Platz 15 wollen die Verantwortlichen und die Mannschaft diesmal möglichst schnell für Ruhe sorgen und in der Tabelle einige Plätze klettern. Geht es nach zwei prominenten TV-Experten, dürfte das allerdings schwierig werden. Didi Hamann sieht Werder Bremen sogar als einen der drei Vereine, die am Ende der Saison auf einem möglichen Abstiegsplatz landen. Der Sky-Experte nannte den SVW gemeinsam mit den Aufsteigern Elversberg und Paderborn als seine drei Tabellenletzten. „Ich mache mir ein bisschen Sorgen“, erklärt der ehemalige Nationalspieler.

Die Sky-Experten Lothar Matthäus (links) und Didi Hamann trauen dem SV Werder Bremen in der neuen Bundesliga-Saison nicht viel zu.

Sky-Experte Lothar Matthäus sieht Werder Bremen im Bundesliga-Abstiegskampf - traut dem SVW aber die Rettung zu

Etwas weniger dramatisch, aber ebenfalls wenig schmeichelhaft fällt die Prognose von Lothar Matthäus aus. Der deutsche Weltmeister-Kapitän sieht Werder Bremen gemeinsam mit dem Hamburger SV, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, FC Schalke 04 und 1. FC Union Berlin im Kampf um Platz 16 – also um den Relegationsrang. Köln, Gladbach und Bremen würden sich seiner Einschätzung nach zwar retten, „dass es nicht weiter in der Tabelle für die drei Clubs nach oben geht, dafür gibt es Gründe“. Einen sieht Matthäus in der Kaderplanung: Werder hebe sich von der Konkurrenz „von seiner Spielerqualität nicht genügend ab“ und habe „zu wenig auf dem Transfermarkt gemacht“. Dass sich die Bremer kurzfristig noch Füllkrug angelten, wertet der frühere Weltfußballer dabei als Beleg für den vorhandenen Bedarf.

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Sky-Experte Didi Hamann über Werder Bremens Niclas Füllkrug: „Er hat die letzten zwei Jahre kaum gespielt. Und wenn, hat er keine Tore geschossen“

Gerade bei Niclas Füllkrug gehen die Einschätzungen von Hamann und den Wünschen am Osterdeich auseinander. Der 33-jährige Stürmer soll Werder Bremen mit seiner Erfahrung und seinen Toren helfen, gilt im Umfeld als Hoffnungsträger für die neue Spielzeit. Hamann warnt jedoch davor, zu viel zu erwarten. „Er hat die letzten zwei Jahre kaum gespielt. Wenn er gespielt hat, hat er keine Tore geschossen“, sagt der Ex-Fußballer und stellt die entscheidende Frage: „Ob er der Heilsbringer ist?“

Gleichzeitig will Didi Hamann die Bedeutung von Niclas Füllkrug für Werder Bremen nicht kleinreden. „Eine Verstärkung ist er mit Sicherheit.“ Seine Erfahrungen in England und Italien sowie seine Auftritte für die deutsche Nationalmannschaft könnten der Mannschaft „eine gewisse Sicherheit und ein gewisses Selbstvertrauen“ geben. Ob daraus auch sportlich der erhoffte Effekt entsteht, müsse allerdings erst bewiesen werden. „Ob er dann das zeigt, was er bei seiner letzten Zeit in Bremen gezeigt hat, ob er das bringen wird, weiß man nicht“, so Hamann. „Die Euphorie verstehe ich ja, ob das dann allerdings sportlich auch so unterstrichen wird, da wäre ich jetzt im Moment vorsichtig.“

Werders Cheftrainer Daniel Thioune nahm die Prognosen der beiden Experten mit einem gewissen Augenzwinkern zur Kenntnis. Durch die Füllkrug-Verpflichtung sei Werder Bremen „noch um einen Platz geklettert, zumindest bei der Gunst und bei der Einschätzung von Lothar Matthäus“, meinte er. Hamann und Matthäus seien „beide sehr wertgeschätzte, absolute Fußballfachleute“, betonte der Werder-Trainer. Gleichzeitig sieht er in den Einschätzungen auch einen Ansporn: „Aber sie motiviert mich und auch sicherlich die Mannschaft, noch ein deutlich besseres Bild abzugeben als letzte Saison.“ Thioune hofft deshalb, „dass sie nicht recht behalten“. (bvo)

Rubriklistenbild: © Imago/HMB-Media/dts Nachrichtenagentur

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