Rückkehr ins Weserstadion
„Interessiert mich nicht“: Wiedersehen mit Burke und Köhn lässt Werder-Sportchef Fritz vor Union-Spiel völlig kalt
Oliver Burke und Derrick Köhn kehren am Freitag erstmals als Spieler von Union Berlin ins Weserstadion zurück. Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz reagiert darauf äußerst kühl.
Bremen – Der einstige Held kehrt zurück. Oliver Burke hatte Kultstatus bei den Fans, der märchenhafte Aufstieg des schon aussortierten Stürmers begeisterte die Massen. Doch als der wiedererstarkte „Schotte mit dem Bart“ im vergangenen Frühjahr dann urplötzlich doch nicht seinen auslaufenden Vertrag beim SV Werder Bremen verlängerte, sondern lieber zum 1. FC Union Berlin wechselte, folgte ein spürbarer Liebesentzug. Sogar vereinzelte Pfiffe hatte es zum Ende der Saison gegen den Angreifer gegeben. Am kommenden Freitag wird Burke nun erstmals an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehren – ebenso wie Derrick Köhn, der in der Vorsaison noch als Leihspieler am Osterdeich unterwegs war. Kein Spieltag wie jeder andere also, doch zumindest Clemens Fritz beschäftigt das Wiedersehen emotional nicht im Geringesten.
Werder Bremen-Ex-Spieler Oliver Burke und Derrick Köhn vor erster Weserstadion-Rückkehr mit Union Berlin
„Das interessiert mich ehrlicherweise nicht“, sagt der 44-Jährige, der lieber den Blick aufs Sportliche richtet. „Ich kann nur sagen: Union hat eine hohe Intensität, was man auch zuletzt gegen Gladbach gesehen hat. Die Berliner stehen sehr kompakt und versuchen, mit einem intensiven Umschaltspiel die Räume zu finden. Da müssen wir eine Schippe drauflegen.“ Beim jüngsten 2:2 gegen Heidenheim hatten die Profis des SV Werder Bremen genau jene leidenschaftliche Herangehensweise weitgehend vermissen lassen.
Bei Unions erwähntem 3:1-Heimsieg gegen die Borussia war Oliver Burke lediglich Zuschauer geblieben, in den vorherigen sechs Saisonpartien dagegen hatte er gespielt – viermal als Teil der Startelf. Denkwürdig war sein Auftritt gegen Eintracht Frankfurt, als der Ex-Bremer beim 4:3-Triumph gleich drei Tore erzielte. Derrick Köhn, der im August für eine Ablöse von vier Millionen Euro plus Boni von Galatasaray Istanbul nach Köpenick gewechselt war, wirkte unterdessen in allen sieben bisherigen Liga-Begegnungen von Union Berlin mit, zuletzt viermal in Folge von Beginn an. Seine Eingewöhnungsphase hat der gebürtige Hamburger, um den Werder Bremen im Sommer lange buhlte, aber eine Kaufoption in Höhe von 5,125 Millionen Euro nicht ziehen wollte, also zu seinem Vorteil genutzt.
Verfolgt Werder Bremen live im TV und Livestream gegen 1. FC Union Berlin!
Derrick Köhn spricht über Unterschied zwischen Werder Bremen, Union Berlin und Galatasaray Istanbul
„Mir wurde mitgegeben, dass ich mich bei der Ausdauer noch etwas steigern muss“, hatte der 26-Jährige bereits während der vergangenen Woche in einer Medienrunde erklärt, „deshalb mache ich nach dem Training noch ein paar Läufe, die mir der Trainer aufgetragen hat, aber auch, weil ich mich steigern möchte.“ Zudem habe er sich erst auf den Fußball einstellen müssen, der in der Hauptstadt gespielt werde. „Bei Gala war es oft der Fall, dass wir einen komplett anderen Fußball mit mehr Ballbesitz und Ballstafetten spielten, die nicht so intensiv waren wie hier in Berlin“, sagte Derrick Köhn, der auch zu seiner Zeit bei Werder Bremen einen großen Unterschied in Sachen Tempo festgestellt haben will: „Bei Werder wurde öfters noch hintenrum gespielt, bei Union wollen wir schnell den Weg zum Tor finden.“ (mbü)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Peter Hartenfelser
