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Kaliningrad/Bremen - Er ist in Basel geboren, dort auch aufgewachsen, doch bei der Fußball-WM trägt er das serbische Trikot – und das ist für Werder-Profi Milos Veljkovic auch völlig normal.
Dass er am Freitagabend (20 Uhr) in Kaliningrad ausgerechnet auf sein Geburtsland Schweiz trifft, empfindet der 22-Jährige dagegen alles andere als normal.
„Das ist natürlich ein spezielles Spiel für mich. Meine Familie und viele Freunde leben ja immer noch in der Schweiz. Ich selbst bin auch oft da“, berichtete Veljkovic bereits vor der Abreise nach Russland.
Dass seine persönliche Geschichte für die Öffentlichkeit sehr interessant ist und Fragen aufwirft, kann er verstehen. Für ihn war die Sache allerdings von Anfang an klar. „Ich bin sehr stolz darauf, für Serbien zu spielen, das war immer mein Traum“, sagte Veljkovic, dessen Eltern einst aus Serbien in die Schweiz geflüchtet sind. „Für die Schweiz zu spielen, war nie ein großes Thema. Ich hoffe, dass mir meine Schweizer Freunde trotzdem die Daumen drücken“, fügte er noch an – und grinste ein bisschen verlegen.
Wohl wissend, dass er seinen Freunden ziemlich viel abverlangt. Schließlich könnte diese Partie schon so etwas wie das Endspiel um Platz zwei hinter Brasilien in der Gruppe E sein.
Gegen Costa Rica nur auf der Bank
Ob Veljkovic aktiv mitwirken kann, ist allerdings unwahrscheinlich. Beim 1:0-Auftaktsieg gegen Costa Rica hat der Bremer nur auf der Bank gesessen. Nationalcoach Mladen Krstajic, Werders Double-Sieger von 2004, hält zwar viel von Veljkovic, vertraut im Abwehrzentrum aber aktuell dem Ex-Bremer Dusko Tosic (Besiktas Istanbul) und Nikola Milenkovic (AC Florenz).
Aber für Veljkovic ist allein schon die Nominierung eine ganz große Sache. Vor nicht mal zwei Jahren hat er noch in Werders U23 in der Dritten Liga gespielt. Inzwischen ist er Stammspieler beim Bundesligisten – und darf nun bei der WM von einem Einsatz träumen. Ein rasanter Aufstieg zu dem ein Duell mit dem Geburtsland als WM-Premiere eigentlich ziemlich gut passen würde.