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Werder Bremen verlängert den Vertrag von Trainer Florian Kohfeldt um drei weitere Jahre. Mehr Vertrauen geht nichtn kommentiert DeichStuben-Reporter Björn Knips.
Was für ein Signal! Gleich um drei Jahre hat Werder den Vertrag mit Florian Kohfeldt verlängert. Mehr Vertrauen geht nicht. Und das nach so einer kurzen Zeit als Chefcoach. Doch Kohfeldt hat Werder verändert, wieder zu dem gemacht, was der Club mal war: Ein Verein, der mit einer offensiven, mutigen Spielweise die viel finanzstärkere Konkurrenz ärgert. Es herrscht eine echte Aufbruchstimmung. Jetzt könnte wirklich etwas wachsen, die Zeit des dauerhaften Abstiegskampfs vorbei sein.
Natürlich gab es auch in der Vergangenheit diese Momente – erst unter Viktor Skripnik, dann unter Alexander Nouri. Beide Trainer führten Werder aus der Abstiegszone fast bis nach Europa. Das war stark, aber nicht nachhaltig. Ihnen fehlte etwas, sie waren keine kompletten Trainer. Sie brachten Werder nicht entscheidend weiter, sondern verwalteten mehr, als zu gestalten. Wohl auch deshalb genossen sie nie das absolute Vertrauen der Vereinsführung – speziell von Frank Baumann.
Der Sportchef verlängerte zwar beide Verträge, ließ dabei aber die totale Überzeugung vermissen. Bei Skripnik schien er getrieben vom Aufsichtsrat, der den Ukrainer gerne behalten und dafür lieber Thomas Eichin als Sportchef loswerden wollte. Bei Nouri ließ die unglaubliche Siegesserie in der Rückrunde Baumann fast keine andere Wahl, als zu verlängern. Beide Entscheidungen waren falsch.
Kritiker werden nun natürlich sagen: Warum verlängert er nun schon wieder – und dann auch noch so lange? Hat er aus seinen Fehlern nicht gelernt? Gleiches war Baumann aber schon vorgeworfen worden, als er in Kohfeldt erneut einen U23-Trainer befördert hatte. Wie diese Geschichte ausging, ist bekannt: Werder hat den Klassenerhalt fast sicher. Kohfeldt ist ein Glücksfall für den Verein. Er kann nichts dafür, was in der Vergangenheit war, er ist allein für die Zukunft verantwortlich. Baumann vertraut ihm. Das ist deutlich zu spüren. Umgekehrt ist es genauso. Das macht dieses Duo auch so stark.
Und in Zeiten, in denen auch Trainer mehr und mehr transferiert werden, ist es ein gutes Signal von Werder, den eigenen Coach so langfristig zu binden. Es ist auch eine Chance, mal wieder mehr Ruhe und Langfristigkeit in dieses turboschnelle Geschäft zu bringen.
Trotzdem: Auch ein Kohfeldt braucht Zeit, es wird Rückschläge geben. Aber diesmal ist mehr Vertrauen da als bei seinen Vorgängern.