Kuriose Konstellationen
Europa? Bei Werder regiert Zurückhaltung – doch das Stuttgart-Spiel birgt ein gewisses Mathe-Potenzial
Die Europapokalplätze sind für den SV Werder Bremen wieder in Reichweite. Doch das Spiel gegen den VfB Stuttgart ist in vielerlei Hinsicht ein kompliziertes. Wäre es vielleicht sogar schlauer, gegen die Schwaben zu verlieren?
Bremen – Eine wirkliche Zwickmühle ist es nicht, in der sich der SV Werder Bremen befindet. Noch nicht. An der Weser sind sie schließlich vorsichtig geworden, was das Thema Europa angeht. „Ich glaube, das hatten wir schon ein bisschen so, dass wir immer mal nach oben geschielt haben, und dann gab es die Quittung“, sagt deshalb auch Mitchell Weiser. „Am 34. Spieltag zählt es.“ Ein paar Wochen ist der noch entfernt, aktuell hat Werder 39 Punkte auf der Habenseite und damit fünf Zähler Rückstand auf jene Ränge, bei denen das Kribbeln so richtig anfängt. Ein Sieg am kommenden Sonntag (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) beim VfB Stuttgart würde die Ausgangslage weiter verbessern – oder müsste man den Schwaben eigentlich lieber den Vortritt lassen, damit tabellarisch mehr Optionen möglich sind? Hört sich skurril an, ist es auch. Und damit hinein in die diesjährige Ticketvergabe für den Europapokal.
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Kuriose Konstellation: Nur in einem Fall reicht Platz sieben für Werder Bremen und Co. für Europa
Bekanntlich gibt es mehrere Routen, die in den internationalen Wettbewerb führen. Was auf den ersten Blick simpel klingt, macht es jedoch erst richtig kompliziert. Klar ist, dass die ersten vier Bundesliga-Teams der Abschlusstabelle demnächst in der Champions League unterwegs sein werden. Einen fünften Königsklassen-Platz über das sogenannte Uefa-Ranking wird es anders als noch im Vorjahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben. Der Grund: Die deutschen Mannschaften haben in der laufenden Europapokal-Saison zu wenig gute Ergebnisse zusammengetragen. Allein deshalb wird es schon einmal keine Wiederholung aus dem Vorjahr geben, als Werder Bremen nur hauchzart hinter dem achtplatzierten 1. FC Heidenheim die Rückkehr in einen kontinentalen Vergleich verfehlte. Doch auch sonst muss alles zusammenpassen.
Der Fünftplatzierte der Bundesliga ist in der nächsten Spielzeit definitiv in der Europa League vertreten, ebenso wie der DFB-Pokalsieger. Und genau an dieser Stelle kommt der VfB Stuttgart ins Spiel. Die Mannschaft um den Ex-Bremer Nick Woltemade duelliert sich am 24. Mai (20 Uhr) im Berliner Olympiastadion mit Überraschungsteam und Drittligist Arminia Bielefeld um die Krone. Sollte der VfB tatsächlich den Titel holen und parallel unter die ersten Sechs der Liga gekommen sein, dann würde für die restliche deutsche Konkurrenz Rang sieben genügen, um in die Play-off-Runde der Conference League einzuziehen – aber auch nur dann. Derzeit sind die Stuttgarter Neunter und fünf Punkte vom Fünften RB Leipzig entfernt, aber auch nur einen Platz sowie einen Punkt besser postiert als Werder Bremen. Das könnten also noch spannende Rechenspiele werden. (mbü)
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