Große Bremer Personalsorgen
„Fluch und Segen zugleich“: Wie Trainer Daniel Thioune über Werders Verletztenmisere denkt
Der SV Werder Bremen hat weiter mit großen personellen Problemen zu kämpfen - wie Trainer Daniel Thioune über die Verletztenmisere denkt!
Die personelle Situation beim SV Werder Bremen bleibt weiter angespannt. Auch beim 1:2 gegen RB Leipzig musste Trainer Daniel Thioune erneut auf gleich zehn verletzte Profis verzichten, zuletzt meldeten sich auch Karim Coulibaly und Jens Stage kurzfristig mit muskulären Problemen ab. Bereits in den Wochen zuvor hatte es Senne Lynen mit Adduktorenbeschwerden erwischt. Dazu kommen weitere muskuläre Probleme bei Niklas Stark und Maximilian Wöber. Die Häufung gerade in diesem Bereich ist auffällig – und sie ist für Thioune kein Zufall.
Werder Bremens Daniel Thioune: „Es ist ja offensichtlich, dass wir Spieler viel zu früh zurückführen müssen, aufgrund der vielen Ausfälle“
„Ich glaube, was ja offensichtlich ist, dass wir Spieler viel zu früh zurückführen müssen, aufgrund unserer Gesamtsituation und aufgrund der vielen Ausfälle“, sagte Daniel Thioune nach dem Spiel gegen RB Leipzig. Genau darin sieht der 51-Jährige ein entscheidendes Problem. „Amos Pieper ist ja das beste Beispiel. Die Idee war gar nicht, ihn am Wochenende spielen zu lassen, aber die Kaderstruktur gab es eigentlich gar nicht anders her, als ihn auf den Platz zu schicken“, erklärte der Cheftrainer des SV Werder Bremen.
Zur Erinnerung: Der Innenverteidiger des SV Werder Bremen war vor der Partie gegen RB Leipzig schon offiziell vom Verein als Ausfall vermeldet worden. Doch weil sich nach Julian Malatini (Saisonaus nach Syndesmosebandriss) und Stark (Wadenverletzung) auch noch Talent Coulibaly kurzfristig mit muskulären Problemen abmeldete, musste Amos Pieper doch ran – und verletzte sich zu allem Überfluss nach einem schmerzhaften Aufprall am Kopf. Nach nicht einmal einer Stunde wurde der 28-Jährige benommen mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt.
Werder Bremens Daniel Thioune über Verletztenmisere: „In der Form ist das schon sehr anspruchsvoll, das habe ich auch noch nicht so erlebt“
Dass genau solche Umstände generell ein erhöhtes Verletzungsrisiko bergen, liegt für den Coach des SV Werder Bremen auf der Hand. „Das kann natürlich dazu führen, dass es auch Rückschläge gibt. Aber das Risiko gehen wir ja bewusst ein, in der Form, wie es noch vertretbar ist“, erklärte Daniel Thioune, für den die Verletztensituation in dieser Ausprägung fordernd und alles andere als alltäglich ist. „In der Form ist das schon sehr anspruchsvoll, das habe ich auch noch nicht so erlebt.“ Trotzdem versucht Thioune, der Misere etwas Positives abzugewinnen. Sie sei „Fluch und Segen zugleich“.
Einerseits fehlen wichtige Spieler, andererseits rücken andere, schon fast abgeschriebene Profis oder junge Talente wie Mick Schmetgens stärker in den Fokus. „Es schweißt uns ja auch zusammen. Jeder weiß, dass er gebraucht wird und seine Chance bekommt“, sagte Daniel Thioune, der sich kämpferisch gab und betonte, dass Werder Bremen weiterhin genug Qualität habe, um konkurrenzfähig zu sein. „Die Verletzungen wünschen wir uns nicht. Es wäre schön, die Verletztenzeit und die Anzahl der Verletzten zu reduzieren. Aber wir können immer noch eine Mannschaft auf den Platz bringen, die dem Gegner wehtun kann.“ (mwi)
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