Werder hofft auf Stürmertore
Flaute im Zentrum: Werder wartet weiter auf Mittelstürmer-Tore – das sagt Trainer Steffen dazu
Weder Victor Boniface noch Keke Topp haben in dieser Saison ein Pflichtspieltor für Werder Bremen erzielt - wie Trainer Horst Steffen über die Flaute denkt!
Bremen – Sieben verschiedene Profis sind in der laufenden Saison schon als Torschützen für den SV Werder Bremen in Erscheinung getreten. Sieht man sich die Liste etwas genauer an, stechen gleich mehrere Dinge ins Auge – vor allem natürlich die starke Quote von Mittelfeldmotor Jens Stage, der das interne Ranking mit vier Treffern anführt. Aber auch der folgende Punkt fällt auf: Mittelstürmer sucht man auf der Liste vergebens. Cheftrainer Horst Steffen ist das freilich nicht entgangen. „Es ist klar, dass wir gerne auch Mittelstürmer-Tore haben wollen, denn wenn die Jungs im Sturmzentrum treffen, ist das für uns alle gut“, sagt der 56-Jährige vor dem Bremer Auswärtsspiel bei RB Leipzig (Sonntag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker), der die die Torflaute auf der Neuner-Position aber nicht überdramatisieren möchte.
Werder Bremens Horst Steffen: „Es darf das Ziel für die kommende Zeit sein, dass wir die Boxbesetzung haben, die wir brauchen“
„Es geht insgesamt darum, dass wir Spiele gewinnen, und wenn der Mittelstürmer dabei Tore auflegt, ist mir das auch recht“, sagt Steffen. Assists konnten Werders Neuner Victor Boniface (2) und Keke Topp (1) in der Tat schon für sich verbuchen – nur eigene Tore eben noch nicht. Während Boniface in der laufenden Serie seit acht Liga-Einsätzen und 279 Minuten auf seinen ersten Treffer wartet, sind es bei Topp sechs Partien und 144 Minuten. Anders ausgedrückt: Da ist Luft nach oben vorhanden. Zumal der Mittelstürmer im System von Horst Steffen eine buchstäblich zentrale Rolle einnimmt. Zum Vergleich: In der vergangenen Zweitligasaison mit der SV Elversberg war der mitspielende Neuner Fisnik Asllani (heute Hoffenheim) mit 18 Toren und neun Vorlagen Dreh- und Angelpunkt auf dem Platz. Kein Wunder also, dass Steffen über die Situation beim SV Werder Bremen sagt: „Es darf das Ziel für die kommende Zeit sein, dass wir die Boxbesetzung haben, die wir brauchen, um die Abnehmer im Zentrum finden zu können, die dann den Fuß oder Kopf hinhalten.“
Werder Bremens Horst Steffen über die Mittelstürmer: „Es ist wichtig, jemanden da vorne zu haben, der Bälle behaupten kann“
Nachdem der Trainer bei Werder Bremen zwischenzeitlich auch andere Spielertypen im Sturmzentrum aufgeboten hatte – etwa die Flügelstürmer Marco Grüll und Justin Njinmah sowie Spielmacher Romano Schmid – fällt seine Wahl inzwischen regelmäßig auf den Typ „bulliger Zielspieler“, sprich Victor Boniface oder Keke Topp. „Es ist wichtig, jemanden da vorne zu haben, der Bälle behaupten kann, der Zielspieler ist, wenn wir unter Druck geraten. Das war zuletzt mit Victor und Keke der Fall“, erklärt Horst Steffen. Und tatsächlich: Als Anspielstation in vorderster Reihe haben beide Bremer Neuner einen überwiegend guten Job gemacht. Bleibt nur die Sache mit der Torgefahr.
Immerhin: Für Keke Topp gab es zuletzt das dringend benötigte persönliche Erfolgserlebnis. Beim spektakulären 5:1-Erfolg von Werders U23 gegen Altona 93 schnürte der 21-Jährige in der Regionalliga Nord einen Doppelpack und legte einen weiteren Treffer auf – sehr zur Freude von Horst Steffen. „Das Spiel tat ihm sehr gut, zumal er nach längerer Zeit mal wieder 90 Minuten auf dem Feld stand. Dass er sogar zwei Tore gemacht und eines vorbereitet hat, hilft sicherlich auch. Er ist mit einem guten Gefühl aus dem Spiel gegangen.“ Nicht ausgeschlossen, dass er es mit ins nächste nimmt… (dco)
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