Werder-Star tut sich schwer
„Habe nicht den Eindruck, dass er keine Lust hat“: Mbangulas Weg bei Werder bleibt auch nach Augsburg-Einsatz steinig
Hinter Samuel Mbangula liegen schwierige Monate bei Werder Bremen. Wie geht es weiter mit dem 10-Millionen-Euro-Mann? So denkt Daniel Thioune.
Derart lange hatte sich Samuel Mbangula schon seit geraumer Zeit nicht mehr zeigen dürfen. Etwas mehr als 45 Minuten waren es am Ende gewesen, die der Offensivakteur des SV Werder Bremen gegen Augsburg auf dem Platz stand. Beim undankbaren Stand von 0:2 kam der Belgier mit dem Beginn der zweiten Halbzeit in die Partie, für die große Wende reichte es aber auch durch sein Zutun nicht mehr. Letztlich hatte Mbangula 48 Ballkontakte gehabt und 89 Prozent seiner Pässe an den Mann gebracht – aber auch nur eines seiner fünf Dribblings erfolgreich beendet und lediglich zwei seiner sechs Zweikämpfe gewonnen. Wie so oft galt auch diesmal: Die Leistung des Zehn-Millionen-Euro-Einkaufs war ausbaufähig.
Werder Bremens Königstransfer Samuel Mbangula tut sich weiter schwer - so reagiert Daniel Thioune
„Er hatte die eine oder andere gute Situation und hat sicherlich nochmal einen Impuls ins Spiel gebracht. Die Räume waren aber sehr eng, da war es auch für ihn schwer“, sagt Werders Fußball-Chef Clemens Fritz über Mbangulas Auftritt und meint ganz generell: „Wir müssen insgesamt sauberer spielen im letzten Drittel. Das war mir zu viel Hacke und Außenrist. Uns hat die Klarheit gefehlt, und die müssen wir reinbringen.“ Die Idee im vergangenen Sommer war, dass Samuel Mbangula bei genau diesem Vorhaben eine zentrale Rolle spielt. Doch mehr als ein paar Ausrufezeichen kamen beim 22-Jährigen in der Folge nicht zusammen – weil er sich weder unter Horst Steffen noch dem jetzigen Trainer Daniel Thioune einen nachhaltigen Platz in der Startelf sichern konnte. Auch die jetzige Darbietung gegen Augsburg ließ noch Luft nach oben übrig. „Ihn nur an 45 Minuten zu messen, fände ich fahrlässig“, betont Thioune jedoch. „Sein Auftritt im Training war gut, und am Samstag hat der Spielverlauf einen Einsatz hergegeben. Genauso haben es zuvor allerdings die Spielverläufe gegen Stuttgart und den HSV nicht hergegeben.“ Beide Male war Mbangula Zuschauer geblieben, länger als eine Stunde spielte er letztmals im März gegen Wolfsburg.
In solchen Fällen wird gern zur Vokabel „Missverständnis“ gegriffen, doch Werder Bremens Coach hat den Linksaußen längst nicht aufgegeben. „Bei Sam wird es perspektivisch wichtig sein, dass er jetzt immer wieder stattfindet. Die Akklimatisierung über die zwölf Monate fiel ihm doch etwas schwerer als dem einen oder anderen“, sagt Thioune. „Ich sehe großes Potenzial in ihm, er hatte gute Momente gegen Augsburg.“ Die Frage ist, wie sehr Samuel Mbangula selbst noch daran glaubt, dass Bremen die richtige sportliche Heimat für ihn ist – zumal seine Partnerin samt Kind weiterhin in Italien lebt, was eine Hürde für das eigene Wohlbefinden darstellen dürfte.
Daniel Thioune schreibt Samuel Mbangula bei Werder Bremen nicht ab: „Er nimmt sich nicht raus“
„Ich habe nicht den Eindruck, dass er keine Lust hätte. Er ist in jedem Training engagiert dabei“, hat Daniel Thioune beobachtet. „Aber natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass sich jeder Spieler am Saisonende hinterfragt, ob er seine Ziele erreicht hat. Da wird er sich seine Gedanken machen, aber ich habe großen Bock, mit ihm zu arbeiten und sehe ihn aktuell bei Werder Bremen. Denn eines tut der Junge nicht: Er nimmt sich nicht raus.“ (mbü/dco)
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