Werder-Verteidiger fällt lange aus

Akutes Problem auf Außen: Was die schwere Verletzung von Felix Agu für Werder Bremen und den Spieler bedeutet

Felix Agu hat sich am Syndesmoseband verletzt und wird Werder Bremen mehrere Monate lang fehlen: Was die Verletzung für den Profi und den Club bedeutet!

Bremen – Die Bilder ließen bereits nichts Gutes erahnen: Ein Zweikampf, eigentlich handelsüblich, nach dem der eine Spieler äußerst unglücklich auf das Sprunggelenk des anderen fällt. So geschehen am Samstag, während des 1:0-Heimerfolgs des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli – mit Felix Agu in der Hauptrolle des Leidtragenden. Noch vor dem Pausenpfiff musste der 26-Jährige nach der Kollision mit St. Paulis Angreifer Martijn Kaars verletzt ausgewechselt werden, gestützt und humpelnd verließ er wenig später den Innenraum. Wie gesagt: Die Bilder ließen bereits nichts Gutes erahnen.

Felix Agu (mitte) hat sich am Syndesmoseband verletzt und wird Werder Bremen mehrere Monate lang fehlen: Was die Verletzung für den Profi und den Club bedeutet!

Werder Bremens CLemens Fritz über Felix Agu: „Die Verletzung trifft uns hart, weil er ein wichtiger Spieler für unsere Mannschaft ist“

Am Montagnachmittag dann die ernüchternde Gewissheit: Felix Agu fällt aus. Und zwar lange. Wie Werder Bremen bekannt gab, hat sich der nigerianische Nationalspieler eine Verletzung des Syndesmosebandes zugezogen und wird nun „mehrere Monate nicht zur Verfügung stehen“. Was für den Profi die Fortschreibung einer enorm bitteren Leidensgeschichte bedeutet, stellt dessen Verein vor ein altbekanntes Problem, denn plötzlich ist die Not auf den Außenverteidigerpositionen wieder immens groß.

Zur Erinnerung: Weil sich im Sommer erst Mitchell Weiser (Kreuzbandriss), dann Neuzugang Maximilian Wöber (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und schließlich auch noch Olivier Deman (Bruch des Außenknöchels) schwerwiegende Verletzungen zugezogen hatten, besserte Werder Bremen auf den defensiven Außenbahnen nach. Anders als ursprünglich geplant, verpflichteten die Bremer in Yukinari Sugawara und Isaac Schmidt gleich zwei neue Außenverteidiger, um dem Engpass begegnen zu können. „Das war der angespannten Personallage geschuldet. Durch Felix‘ Ausfall hat sie sich jetzt wieder verschärft“, sagt Sportchef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube – und betont: „Wir haben mit Isaac und Yuki zwei Spieler, denen wir absolut vertrauen, aber viel darf jetzt nicht mehr passieren.“ Ganz einfach, weil der Kader nach Felix Agus Ausfall keinen weiteren nominellen Außenverteidiger mehr hergibt. „Felix‘ Verletzung trifft uns hart, weil er ein wichtiger Spieler für unsere Mannschaft ist“, sagt Fritz.

Werder Bremens Isaac Schmidt dürfte für Felix Agu in den kommenden Wochen in die Startelf rücken

Da ist es nur positiv, dass sowohl Yukinari Sugawara als auch Isaac Schmidt bereits bewiesen haben, dass sie in Bremen und bei Werder angekommen sind. Während der Japaner Sugawara auf der rechten Seite vom ersten Tag an als Weiser-Vertreter gesetzt ist und seine Sache ordentlich bis gut macht, hat auch der Schweizer Schmidt schon gezeigt, dass er dem Team helfen kann. Gegen den FC St. Pauli kam er für Felix Agu ins Spiel, stand eine komplette Halbzeit lang auf dem Platz und brachte es am Ende auf eine Passquote von starken 95,2 Prozent. Nach dem Schlusspfiff sagte Cheftrainer Horst Steffen über Schmidt: „Er hat es sehr ordentlich gemacht. Vor allem im Spiel nach vorne fand ich ihn stark. Im Verteidigen gibt es noch ein paar Situationen, die besser sein können, aber es war für ihn nicht einfach, so früh reinzukommen und sofort abzuliefern.“

In den kommenden Spielen wird Isaac Schmidt, so viel steht fest, nun nicht mehr die Rolle des Back-ups einnehmen, sondern der Startelf angehören - als Linksverteidiger. „Er hat das in seiner Laufbahn schon oft gespielt, sodass die Rolle nicht ungewohnt für ihn ist“, sagt Clemens Fritz, der es darüber hinaus für nicht ausgeschlossen hält, dass Talente aus der U23 oder U19 in den kommenden Wochen aufrücken, um die Personalnot etwas zu lindern.

Werder Bremens Clemens Fritz über Verletzung von Felix Agu: „Für Felix tut es mir unheimlich leid“

Felix Agu wird das alles aus der ungewollten Rolle des Zuschauers verfolgen. Für den gebürtigen Osnabrücker stehen nun zunächst weitere Untersuchungen an, in deren Zentrum die Frage steht, ob eine OP erforderlich ist, oder sich die Verletzung womöglich auch konservativ behandeln lässt. So oder so dürfte das Fußballjahr 2025 für den Profi des SV Werder Bremen jedoch gelaufen sein. „Für Felix tut es mir unheimlich leid“, betont Clemens Fritz, der natürlich weiß, dass Agu nicht zum ersten Mal in seiner Laufbahn von einer langwierigen Verletzung ausgebremst wird.

So hatte der Verteidiger wegen Patellasehnenproblemen und einer folgenden OP große Teile der Saison 2022/23 verpasst. In der abgelaufenen Spielzeit machte ihm dann das Außenband zu schaffen, was ebenfalls für eine mehrmonatige Pause sorgte. Die steht Felix Agu nun erneut bevor. Was dem Abwehrmann des SV Werder Bremen aber Hoffnung machen darf: Bisher hat er es jedes Mal geschafft, nach seinen Verletzungen gestärkt zurückzukommen. (dco)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ayman Alahmed

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