Nach Rashicas Siegtreffer gegen Frankfurt
Happiness in Herne, Pech in Pristina
Bremen - Es ist eine Geschichte aus der Rubrik „Man kann es nicht allen recht machen“, die Milot Rashica zu erzählen weiß.
Während sein Freistoßtor gegen Eintracht Frankfurt einen Tipper aus Herne nicht nur glücklich, sondern auch um sagenhafte 250.000 Euro reicher gemacht hatte, bedeutete es für einen Tipper im Kosovo genau das Gegenteil: Tipp zerstört, Gewinn durch die Finger geflutscht.
Ob der Mann extra deswegen zum Flughafen nach Pristina gekommen war, ist nicht überliefert, wohl aber, dass er Rashica nach dessen Landung dort sofort ansprach. Der Werder-Profi erzählt: „Meine Familie hat am Flughafen auf mich gewartet. Aber er war der erste, den ich getroffen habe. Er sagte: ,Hey, wegen dir habe ich Geld verloren.‘“ Viel muss es allerdings nicht gewesen sein, vermutet Rashica mit einem Lachen: „Er hat nicht besonders sauer gewirkt.“
Besonders happy war dagegen der Tipper aus Herne, der – nachdem er wegen Rashicas Last-Minute-Tor in Frankfurt kräftig abgesahnt hatte – extra nach Bremen gefahren war, um sich bei dem Freistoßkünstler zu bedanken. Rashica war aber längst beim Nationalteam. „Ich habe bisher keinen Kontakt zu dem Mann gehabt. Aber ich kann mir vorstellen, dass er jetzt ein sehr glücklicher Mann ist.“
Sicher glücklicher als der Junge, der am Montagabend nach dem Sieg des Kosovo mit einem Plakat um Rashicas Trikot gebeten hatte. Er bekam auch eines, aber nicht das Original. „Ich habe das Plakat gesehen, und dem Jungen ein Trikot zugeworfen. Das Original habe ich aber behalten“, sagt Rashica. Schließlich ist es das Trikot, das er beim ersten Pflichtspielsieg des Kosovo getragen hat. Das wird nicht eben mal verschenkt, sondern in Ehren gehalten.
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