Für SVW-Frauen, Talente und Co.
Nach nur 16 Monaten Bauzeit: Werder feiert Einweihung von Platz 11 als „nächsten Meilenstein“
Werder Bremen hat die neuen Funktionsgebäude auf Platz 11 eingeweiht. Was die Räumlichkeiten zu bieten haben und was das für den SVW bedeutet.
Als am späten Freitagnachmittag symbolisch das Band durchtrennt und die neue Anlage auf Platz 11 offiziell eingeweiht wurde, war allen Beteiligten rund um den SV Werder Bremen die Erleichterung, vor allem aber der Stolz anzusehen. Nach rund 16 Monaten Bauzeit wurde mit der Erneuerung der Anlage auf Platz 11 eines der größten Infrastrukturprojekte der jüngeren Vereinsgeschichte erfolgreich abgeschlossen. Moderne Kabinen, ein neuer Pressebereich, Gastronomie, eine hochwassersichere Bauweise und zahlreiche nachhaltige Lösungen sollen künftig den Frauen, der U23, dem Nachwuchs, dem Breitensport und auch Schulen zugutekommen.
„Ich bin sehr glücklich und zufrieden über das, was ich hier sehe“, sagte Präsident Hubertus Hess-Grunewald. Mehr als ein Jahrzehnt lang sei um das Projekt gerungen worden. „Dass wir nach vielen Widerständen heute hier stehen können und diese großartigen Räumlichkeiten in Betrieb nehmen können – dafür bin ich sehr dankbar.“ Gleichzeitig hob Hess-Grunewald ausdrücklich die Arbeit der Verantwortlichen, namentlich Werder Bremens Geschäftsführer für Organisation und Personal Tarek Brauer sowie Projektleiter Peter Rengel, hervor, die das Vorhaben gemeinsam mit allen Beteiligten in bemerkenswert kurzer Zeit umgesetzt hätten: „Tarek und Peter haben da mit ihrem Team einen überragenden Job gemacht. Wir haben dieses Projekt in knapp 16 Monaten realisieren können. Das ist ein Riesenjob.“
„Ein Meilenstein“: Werder Bremen weiht neue Gebäude am Stadion Platz 11 ein
Auch Brauer merkte man die Erleichterung an. „Ich bin berührt“, betonte er. „Da sind viel Energie, viel Schweiß, viele gute Gedanken, aber auch viele Nerven hineingegangen.“ Gleichzeitig erfülle ihn das Projekt „mit Stolz“. Die Erwartungen seien „erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen“ worden. Platz 11 sei für Werder „ein Meilenstein“.
„Wir wollten hier etwas Bleibendes schaffen – einen Ort, an dem Spitzenleistung entstehen kann, der aber gleichzeitig dem Breitensport, dem Schulsport und den Menschen im Stadtteil eine moderne Heimat bietet.“ In seiner Eröffnungsrede betonte Brauer zudem: „Wir dürfen selbstbewusst zeigen, was Werder Bremen heute ist – und welche Ambitionen unser Club für die Zukunft hat.“ Innerhalb von nur rund zweieinhalb Jahren würden acht neue Trainingsplätze, Platz 11 und der neue Campus – der im Spätsommer 2027 fertiggestellt werden soll – entstehen.
Neue Heimat für Nachwuchs und Co.: Werder Bremen weiht Funktionsgebäude am Stadion Platz 11 ein
Dabei war bis zuletzt höchste Präzision gefragt. Erst am Donnerstagmittag gegen 12 Uhr waren sämtliche Arbeiten abgeschlossen, ehe anschließend auch die finale Abnahme samt Stempel der Baubehörde erfolgte. Pünktlich zum Eröffnungsspiel der Regionalliga Nord zwischen Werders U23 und dem VfB Oldenburg am Freitagabend (19 Uhr) konnte die Anlage damit offiziell freigegeben werden. Das neue Funktionsgebäude ersetzt die in die Jahre gekommenen Gebäude aus den 1960er-Jahren.
Entstanden sind unter anderem moderne Kabinen, Besprechungsräume und ein DFB-tauglicher Medienbereich, in dem abseits von Spieltagen auch Schulunterricht für Werder-Nachwuchsspieler stattfinden soll. Für einen besonderen Effekt sorgt zudem die Heimkabine: Dort lässt sich die Beleuchtung in verschiedenen Farben einstellen, um vor Spielen gezielt eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Zudem wurde die komplette Anlage im neuen Corporate Design von Werder mit neuer Schriftart und geschärftem Grünton gestaltet.
Nachhaltiger und moderner Bau: Neue Gebäude des SV Werder Bremen auf Platz 11 eingeweiht
Auch technisch wurde das Gebäude auf die besonderen Bedingungen in der Pauliner Marsch ausgelegt. Weil das Gelände im Überschwemmungsgebiet liegt, befindet sich die gesamte sensible Gebäudetechnik oberhalb von 1,30 Metern. Sollte Hochwasser eintreten, kann das Wasser kontrolliert ins Gebäude eindringen und später wieder abfließen, ohne gravierende Schäden zu verursachen. Ergänzt wird das nachhaltige Konzept unter anderem durch versickerungsfähige Klimapflastersteine, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie eine Fassade aus verarbeitetem Hochland-Bambus.
„All das, was im Sinne von klima- und hochwasserangepasstem Bauen möglich ist, ist hier umgesetzt worden“, betonte Hess-Grunewald. „Es ist objektiv ein Quantensprung“, sagte der Präsident. „Wir wissen, unter welchen Bedingungen wir hier vorher Sport betrieben haben.“ Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, dass nun Frauen, Nachwuchs, Breitensport, Leichtathletik und Schulsport wieder unter einem Dach vereint seien. Als Werder Bremens U23-Cheftrainer Cédric Makiadi erstmals durch das Gebäude geführt wurde, habe dieser laut Hess-Grunewald sogar „Gänsehaut“ bekommen. „Sie sagen ausdrücklich: Wir müssen uns nicht mehr verstecken.“
Neue Gebäude an Platz 11 eingeweiht, doch Werder Bremen ist noch lange nicht fertig mit der Modernisierung
Mit der neuen Infrastruktur verbindet sich zugleich allerdings auch ein klarer sportlicher Anspruch. „Jetzt gibt es nicht mehr die Ausrede, dass die Infrastruktur unzureichend ist“, so Brauer. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell verlief das Projekt bemerkenswert reibungslos. Offiziell soll der Kostenrahmen von zehn Millionen Euro eingehalten worden sein. „Es macht mich stolz, dass wir als Werder zeigen, dass wir komplexe Bauprojekte unter Herausforderungen im Zeitplan und im Kostenplan umsetzen können“, erklärt Brauer. Nach Informationen der DeichStube könnte das Projekt am Ende sogar mit einem mittleren sechsstelligen Betrag unter der ursprünglich kalkulierten Summe abgeschlossen werden. Die endgültige Abrechnung steht allerdings noch aus.
Für Werder Bremen endet die Infrastruktur-Offensive damit allerdings noch längst nicht. Nur wenige Meter entfernt wächst bereits der neue Fußball-Campus in die Höhe. Rund 42 Millionen Euro investiert der Verein insgesamt in die drei Großprojekte Trainingsplätze, Platz 11 und Campus. „Wir haben zwei Projekte erfolgreich abgeschlossen, jetzt kommt die zweite Halbzeit“, sagt Brauer mit Blick auf den Campus, der weiterhin im Zeit- und Kostenplan liegt. „Das bereits Erreichte ist kein Anlass, uns zurückzulehnen. Moderne Infrastruktur schafft Möglichkeiten. Erfolg entsteht erst dadurch, dass wir sie nutzen.“ (bvo)
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