Werder in der Analyse

Wie eine gut geölte Maschine: Werders 4:1-Sieg gegen Heidenheim in der Taktik-Analyse

Werder Bremen feiert einen versöhnlichen Saisonabschluss. Gegen den 1. FC Heidenheim überzeugten die Bremer in der ersten Halbzeit sowohl mit als auch ohne Ball. Nur als die abstiegsbedrohten Heidenheimer alles nach vorne warfen, schwamm Werder kurz. Unser Taktik-Analyst Tobias Escher seziert Werders finales Saisonspiel.

Heidenheim – Der SV Werder Bremen spielte am 34. Spieltag allenfalls noch für die Statistik. Insofern war der 4:1-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim aber ein voller Erfolg: Werder eroberte dank des Siegs den sechsten Platz in der Rückrundentabelle. In der Auswärtstabelle erzielten sie sogar den dritten Rang. Diese Zahlen untermauern die Konstanz, welche Werder besonders in der Schlussphase der Saison unter Beweis gestellt hat.

Werder Bremens Trainer Ole Werner setzte gegen den 1. FC Heidenheim auf eine ähnliche taktische Ausrichtung wie gegen RB Leipzig - dieses Mal mit Erfolg!

Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim in der Taktik-Analyse: Fünferkette trifft auf Viererkette

Ole Werner veränderte seine Startelf im Vergleich zum 0:0 gegen RB Leipzig auf nur einer Position: Anstelle von Oliver Burke begann Marco Grüll gegen den 1. FC Heidenheim. Auch die Formation des SV Werder Bremen ähnelte jener taktischen Variante, die gegen Leipzig so gut funktioniert hatte: Marvin Ducksch und Grüll schoben als Stürmer leicht nach außen. Romano Schmid agierte im Zentrum zwischen den Beiden. Die Doppelsechs aus Jens Stage und Senne Lynen sicherte dahinter ab.

Werder Bremen reagierte mit dieser Variante auf den Spielaufbau des 1. FC Heidenheim. Deren Coach Frank Schmidt stellte seine Elf in einem 4-2-3-1-System auf. Im Spielaufbau rückten die Außenverteidiger vor. Sechser Niklas Dorsch ließ sich zwischen die Innenverteidiger fallen. Schmid verfolgte den Heidenheimer Spielgestalter.

Werder konnte hohen Druck auf den Aufbau der Heidenheimer ausüben: Schmid deckte Dorsch, Lynen und Stage bewachten die übrigen Mittelfeldspieler der Heidenheimer. Werders Stürmer wiederum griffen die gegnerischen Innenverteidiger an. So bekam Werder Bremen ständig Zugriff auf den Spielaufbau des 1. FC Heidenheim.

Die Grafik (im Anhang) zeigt Werders Manndeckung. Auf dem gesamten Feld verfolgten die Bremer ihre Gegenspieler eng.

Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim in der Taktik-Analyse: Werder setzt auf Konter

Werders Manndeckung war in den ersten 25 Minuten recht häufig zu beobachten – schließlich hatte der 1. FC Heidenheim mehr als 60 Prozent Ballbesitz. Werder Bremen setzte auf eine enge Deckung und schnelle Konter nach Ballgewinnen. Mitchell Weiser agierte gewohnt offensiv. Der Rechtsverteidiger bot sich bereits im Umschaltmoment für Zuspiele hinter die Abwehr an.

Der Plan des 1. FC Heidenheim war allenfalls in Ansätzen zu erkennen. Sie versuchten, in den Raum hinter Weiser zu gelangen. Dazu verschob die gesamte Elf leicht nach links. Die Heidenheimer starteten zahllose Angriffe über diese Seite. Am Ende scheiterten sie aber fast immer an der Manndeckung des SV Werder Bremen – und an der eigenen Ungenauigkeit.

Zudem hatten die Gastgeber große Probleme mit dem Umschaltspiel von Werder Bremen. Die Gäste störten kurz hinter der Mittellinie, der 1. FC Heidenheim verlor dadurch zahlreiche Bälle. Das lag nicht zuletzt an ihrer gestreckten Formation: Zwischen vorderster und hinterster Linie entstanden große Räume. Was auch mit der tiefen Rolle von Dorsch zutun hatte. Werder fand im Umschaltmoment zudem die großen Lücken im Mittelfeld des Gegners. Die Bremer gingen schließlich nach einer solchen Umschaltaktion in Führung: Grüll holte einen Elfmeter heraus, den Schmid versenkte (14.).

Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim in der Taktik-Analyse: Plötzlich lässt Werder den Gegner laufen

Mitte der ersten Halbzeit nahm das Spiel dann eine Wendung. War Werder Bremen zuvor bedacht, jeden Angriff schnell auszuspielen, hatte die Werner-Elf nach der 25. Minute plötzlich einen Ballbesitzwert von 67 Prozent. Nun ließen die Bremer Ball und Gegner laufen.

Der 1. FC Heidenheim bekam in dieser Phase keinerlei Zugriff auf den Bremer Spielaufbau. Zwar versuchten sie, in einem 4-2-1-3-System hoch zu pressen. Hierbei liefen drei Stürmer die Dreierkette des SV Werder Bremen an, doch die Heidenheimer kamen stets einen Schritt zu spät. Werder umspielte den gegnerischen Druck über schnelle Dreieckskombinationen.

Im Verlaufe der ersten Halbzeit zog sich der 1. FC Heidenheim immer weiter zurück. Zwischenzeitlich verteidigten sie in einem tiefen 4-1-4-1 am eigenen Strafraum. Das lud Werder Bremen in die gegnerische Hälfte ein. Sie intensivierten nun die Angriffe über die Flügel. Ein Eckball bescherte den Bremern eine 2:0-Pausenführung, Jens Stage traf nach Vorlage von Marvin Ducksch.

Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim in der Taktik-Analyse: Heidenheim macht Druck

Wie unzufrieden der Coach des 1. FC Heidenheim mit der ersten Halbzeit war, bewies seine Wechsellaune zur Pause. Gleich vier Spieler nahm Frank Schmidt vom Feld. Zwar hielt Schmidt an der 4-2-3-1-Formation fest. Die eingewechselten Spieler sollten diese jedoch weitaus offensiver interpretieren.

Den Abstiegskandidaten hielt nun nichts mehr hinten. Die drei Stürmer drückten im Pressing auf das Gaspedal. Werder Bremen machte vor allem das aggressivere Verhalten des Mittelfelds zu schaffen: Der nun zentral agierende Paul Wanner und der eingewechselte Luca Kerber schoben im Pressing wesentlich weiter vor als ihre Vorgänger. Der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Julian Niehues sicherte hinter den beiden Stürmern des 1. FC Heidenheim ab.

Die Bremer hatten Probleme, sich aus dem hohen Druck des Gegners zu befreien. Ducksch und Grüll versuchten, Anbindung an das Spiel zu finden, doch die herausrückenden Innenverteidiger verfolgten sie aggressiv. Das war aus Sicht des 1. FC Heidenheim enorm riskant, jedoch kam Werder Bremen nur selten direkt hinter die gegnerische Abwehrkette.

Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim in der Taktik-Analyse: Versöhnlicher Saisonabschluss

Der große Unterschied zwischen beiden Teams: Werder Bremen nutzte die eigenen Chancen – der 1. FC Heidenheim nicht. In die Sturm-und-Drang-Phase der Gastgeber hinein erzielte Ducksch das 3:0 (66.) – mit freundlicher Unterstützung von Schiedsrichter Tobias Welz, der den Ball im Angriffsverlauf abfälschte. In der Folge zog sich Werder im 5-3-2-System zurück, doch Heidenheim ließ den letzten Druck vermissen.

Die Einwechslung von Justin Njinmah (72.) brachte noch einmal Schwung in die Partie. Der schnelle Konterstürmer entpuppte sich als genau der richtige Mann, um die aufgerückte Abwehrreihe des 1. FC Heidenheim zu überwinden. Werder Bremen ließ in der Schlussphase zwar einen Gegentreffer nach einem Eckball (Luca Kerber, 80.) zu, war aber angesichts der Konter über Njinmah die gefährlichere Mannschaft. So war es dann auch Njinmah, der den Treffer des eingewechselten Keke Topp vorbereitete (86.).

Für Werder Bremen war der klare 4:1-Sieg beim 1. FC Heidenheim ein mehr als versöhnlicher Saisonabschluss. Die Grün-Weißen überzeugten in allen Phasen des Spiels - egal, ob der Gegner gerade mehr Ballbesitz sammelte oder Werder. Im mannorientierten Pressing wie auch im Spielaufbau hat sich die Bremer Mannschaft zu einer echten Einheit entwickelt. Aus Bremer Sicht ist es daher fast schon schade, dass die Saison bereits zu Ende ist.

Rubriklistenbild: © gumzmedia

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare