Vor Werder-Partie in München

„Dann wird es ganz ekelhaft“: Wie Werder trotz Rekordstart des FC Bayern in München bestehen will

Der SV Werder Bremen muss beim FC Bayern München antreten, der einen Rekordstart in die neue Bundesliga-Saison hingelegt hat - wie der SVW die Partie angeht!

Bremen – Es ist eigentlich ein sehr trauriger Umstand, dass am Freitagabend zum bereits 117. Mal in der Bundesliga der Nord-Süd-Gipfel zwischen dem FC Bayern München und SV Werder Bremen stattfindet, im Bremer Umfeld derzeit allerdings der Eindruck entsteht, dass sich viele Fans und Beobachter gedanklich eher mit dem Heimspiel eine Woche später gegen den FC St. Pauli beschäftigen. Zu stark erscheint der Rekordmeister, der sich in dieser Saison schon früh in absoluter Topform präsentiert und im eigenen Stadion bereits RB Leipzig (6:0) und dem Hamburger SV (5:0) klar die Grenzen aufgezeigt hat. Mit vier Siegen und einer Tordifferenz von +15 gelang zudem der beste Saisonstart der Geschichte. Nach einer vergnügliche Werder-Reise in die bayerische Landeshauptstadt, trotz des aktuell stattfindenden Oktoberfestes, klingt das wahrlich nicht. „Uns sind die bisherigen Ergebnisse und der starke Saisonstart der Bayern natürlich nicht entgangen“, sagt Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer gegenüber der DeichStube, betont aber zugleich: „Wir werden die kurze Woche nutzen, um uns einen guten Matchplan zu erarbeiten.“

Marco Friedl und der SV Werder Bremen wollen sich nicht vor dem FC Bayern München verstecken.

Werder Bremens Marco Friedl: „Wir werden mit den Momenten, wenn wir den Ball haben, deutlich besser umgehen müssen“

An der Franz-Böhmert-Straße gibt man sich verständlicherweise nicht schon im Vorfeld geschlagen. Vielmehr wird an die eigene Chance geglaubt in den „kleinen Momenten, die Bayern einem lässt“, so Peter Niemeyer, der aber auch fordert, dass die Mannschaft diese dann auch „konsequent nutzen muss.“ Was Werder Bremen zugutekommen könnte, ist die Tatsache, dass nach dem offensiv eher blassen Auftritt während der 0:3-Heimpleite gegen den SC Freiburg am vergangenen Wochenende die Spielanteile in München traditionell deutlich zu Gunsten der Hausherren verteilt sind. „Es wird ein ganz anderes Spiel werden, da wir dort viel weniger Ballbesitz haben“, sagte Kapitän Marco Friedl schon nach dem Freiburg-Spiel. Laut Statistik hat in dieser Saison lediglich Borussia Dortmund (60,4 Prozent), die allerdings auch ein Spiel lange in Überzahl bestritten, etwas mehr Ballbesitz als der deutsche Rekordmeister (59,8 Prozent). Bei der Passgenauigkeit macht dem FC Bayern München ohnehin niemand etwas vor: 89,8 Prozent ihrer Zuspiele kommen an.

Ein Wert, mit dem die Bremer gegen Freiburg nicht mithalten konnten, da zu häufig schon im Aufbauspiel die Pässe nicht ankamen. „Wenn wir nächste Woche so viele Ballverluste wie gegen Freiburg haben, dann laufen wir in einen Konter nach dem anderen – und dann kann es ganz ekelhaft werden“, warnte Marco Friedl bereits. Die Erfahrung, dass Fehler blitzschnell bestraft werden, ist nicht neu – mussten die Bremer aber auch in dieser Saison schon wieder machen: Sowohl bei der Niederlage in Frankfurt als auch beim Unentschieden gegen Leverkusen führten eigene Unzulänglichkeiten im Spielaufbau zu Gegentoren. „Wir werden mit den Momenten, wenn wir den Ball haben, deutlich besser umgehen müssen“, unterstrich daher der Kapitän des SV Werder Bremen.

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Werder Bremens Peter Niemeyer: „Man braucht gegen den FC Bayern in München immer auch ein Quäntchen Spielglück“

So wie im Januar 2024, als seinem Team in München ein nahezu perfektes Spiel gelang. Damals krönte Mitchell Weiser einen Sahnetag mit dem 1:0-Siegtreffer und beendete damit eine Serie von 28 sieglosen Spielen des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München. „Wir haben es schon einmal bewiesen, dass wir es können“, erinnert sich Stammtorwart Mio Backhaus, der beim Triumph allerdings noch nicht dabei war. „Ich habe es damals im Fernsehen gesehen und hoffe, dass es nächstes Wochenende genauso ist.“

Damit das gelingt, muss allerdings alles zusammenpassen: „Wir müssen an unsere Leistungsgrenze gehen – und dazu braucht man in München immer auch ein Quäntchen Spielglück“, bringt es Peter Niemeyer auf den Punkt. Dieses möchte Werder aber am liebsten durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erzwingen, denn kampflos will man sich im Süden der Republik nicht geschlagen geben. „Es geht ja immer noch um drei Punkte“, stellt Mio Backhaus vor dem Spiel beim FC Bayern München klar. Und die würden nach der Freiburg-Pleite in der Tabelle ziemlich guttun – so schwierig sie auch zu holen sein mögen. Mit einem positiven Erlebnis im Rücken wäre die Vorfreude auf das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli dann auch noch größer. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

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