Werder-Saisonzeugnis - Teil 1

Das Werder-Halbjahreszeugnis, Teil 1 – Tor und Abwehr: Pieper und Coulibaly als starkes Duo

Wie gut waren die Spieler des SV Werder Bremen in der ersten Hälfte der Saison 2025/26? Teil eins des Halbjahres-Zeugnisses - Tor und Abwehr in Noten!

Bremen – 17 Punkte aus 15 Spielen: Mit der bisherigen Ausbeute in der laufenden Bundesligasaison kann der SV Werder Bremen kaum zufrieden sein. Vor allem fußballerisch ließ die Mannschaft von Cheftrainer Horst Steffen vieles vermissen. Welcher Profi sich vor der Winterpause wie geschlagen hat, zeigt einmal mehr das große Halbjahreszeugnis der DeichStube. Während sich Teil eins wie üblich mit den Torhütern und Abwehrspielern beschäftigt, geht es in Teil zwei ums Mittelfeld, ehe der Sturm im dritten Teil den Abschluss markiert.

Amos Pieper (links) und Karim Coulibaly haben gemeinsam im Zentrum der Viererkette des SV Werder Bremen gute Leistungen gezeigt.

Werder Bremen-Halbjahres-Zeugnis: Keeper Mio Backhaus macht seine Sache ordentlich bis gut

Tor

Mio Backhaus: Der 21-Jährige spielt seine erste Bundesligasaison, die für ihn kurios startete. Ursprünglich von Cheftrainer Horst Steffen zur Nummer zwei hinter Michael Zetterer erklärt, rückte er nach dessen Wechsel gen Frankfurt doch noch zur Stammkraft auf – und macht seine Sache seitdem ordentlich bis gut. Auch eine zwischenzeitliche Schulterverletzung, wegen der Backhaus die Spiele in München und gegen St. Pauli verpasste, warf ihn nicht aus der Bahn. Sorgen zwischen den Pfosten hat der SV Werder Bremen dank Mio Backhaus wahrlich nicht.

Durchschnittsnote der DeichStube: 2,9
Einsätze: 13
Gespielte Minuten: 1.170

Abwehr

Marco Friedl: Hinter dem Kapitän des SV Werder Bremen liegt ein besonderes Halbjahr, weil er es in weiten Teilen auf der ungeliebten Position des Linksverteidigers verbringen musste. In acht seiner 14 Einsätze bekleidete der Österreicher diese Rolle, mit durchwachsenem Erfolg. Gute Auftritte wie beim 1:1 gegen Köln, als Marco Friedl sogar ein Tor erzielte (Note 2), wechselten sich mit weniger guten wie beim 1:1 in Mainz (Note 4,5) ab. Grundsätzlich zieht es den 27-Jährigen wieder ins Zentrum, woran er auch öffentlich keinen Zweifel aufkommen lässt. In der Abwehrmitte zeigte er bisher starke Auftritte (Note 2 nach dem 0:0 in Augsburg), hielt sich aber auch nicht schadlos (Note 5 nach dem 0:4 in München).

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,3
Einsätze: 14
Gespielte Minuten: 1.220

Zeugnis für Werder Bremen-Abwehr: Karim Coulibaly überzeugt durch erstaunlich große Ruhe und Abgeklärtheit

Karim Coulibaly: Der Youngster ist neben Torhüter Mio Backhaus und Abwehrkollege Amos Pieper der Gewinner der bisherigen Werder-Saison. Zwar blieb Innenverteidiger Karim Coulibaly in seiner ersten Spielzeit als Profi bis dato nicht fehlerfrei, überzeugte aber dennoch durch erstaunlich große Ruhe und Abgeklärtheit, was ihn auf Anhieb ins Blickfeld etlicher anderer Clubs rückte. Nicht umsonst avancierte der 18-Jährige kürzlich mit einem Marktwert von nunmehr 20 Millionen Euro in Rekordzeit zum wertvollsten Profi des Kaders von Werder Bremen. Ein echtes Ausrufezeichen! Die ersten 14 Bundesliga-Einsätze hielten für den ehemaligen HSV-Jugendspieler enorm viel bereit: Vom Eigentor über den Bundesliga-Premierentreffer bis hin zum Platzverweis war alles dabei.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,3
Einsätze: 14
Gespielte Minuten: 1.132

Niklas Stark: Für den Routinier verläuft die Saison bisher durchwachsen, wozu hartnäckige Hüftprobleme einen großen Teil beigetragen haben. Wegen der Blessur verpasste Niklas Stark insgesamt fünf Spiele, in seinen Rhythmus gefunden hat er auch deswegen noch nicht. Zudem flog der Verteidiger des SV Werder Bremen gleich zweimal mit Gelb-Rot vom Platz – beim 3:3 gegen Leverkusen (Note 4,5) und 1:1 gegen Köln (Note 5). Seinen besten Auftritt zeigte der 30-Jährige am ersten Spieltag in Frankfurt (Note 3).

Durchschnittsnote der DeichStube: 4,1
Einsätze: 7
Gespielte Minuten: 304

Zeugnis für Werder Bremen-Abwehr: Amos Pieper bildet gemeinsam mit Karim Coulibaly ein starkes Duo im Zentrum der Viererkette

Amos Pieper: Sachlich, kompromisslos und weitestgehend fehlerfrei – so präsentierte sich der Innenverteidiger des SV Werder Bremen während seiner neun Einsätze in der Liga. Nachdem er die ersten drei Partien wegen einer Hüftverletzung noch komplett verpasst hatte und danach drei weitere Spiele auf der Bank verbrachte, rückte er beim 2:2 in Heidenheim (Note 2,5) erstmals ins Team – und blieb dort. An der Seite von Karim Coulibaly bildete er ein starkes Duo im Zentrum der Viererkette. Ergebnis: Gegenüber sehr vielen guten Auftritten (Amos Pieper bekam jeweils dreimal die Noten 2 und 2,5) bildete lediglich die Partie gegen Stuttgart (Note 4,5) einen Ausreißer nach unten. 

Durchschnittsnote der DeichStube: 2,7
Einsätze: 9
Gespielte Minuten: 765

Felix Agu: Der schnelle Linksverteidiger wird auch in der laufenden Saison vom Verletzungspech verfolgt. So zog er sich am sechsten Spieltag während des 1:0-Erfolgs des SV Werder Bremen gegen St. Pauli (Note 2,5) erneut eine langwierige Verletzung zu, dieses Mal am Sprunggelenk, das sogar operiert werden musste. Das Halbjahr war für Felix Agu damit gelaufen. Zuvor hatte er unter Trainer Horst Steffen stets in der Startelf gestanden, wobei sich Licht und Schatten (Note 6 nach dem 1:4 in Frankfurt) abwechselten. Im neuen Jahr will Agu wieder voll angreifen.

Durchschnittsnote der DeichStube: 4
Einsätze: 6
Gespielte Minuten: 485

Zeugnis für Werder Bremen-Abwehr: Isaac Schmidt oft nur Joker - aber mit wichtigem Tor gegen Bayer Leverkusen

Isaac Schmidt: Wochenlang musste der Schweizer im Sommer darauf warten, ehe sein Leih-Wechsel von Leeds United zum SV Werder Bremen endlich über die Bühne ging. Seitdem war für Isaac Schmidt auch am Osterdeich viel Geduld gefragt. Zwar legte er ein Traumeinstand hin und erzielte direkt bei seinem Debüt gegen Leverkusen (3:3) ein Joker-Tor – bis zu seinem ersten Startelf-Einsatz musste der neue Mann in der Folge jedoch lange warten. Erst im letzten Pflichtspiel des Jahres, beim 0:0 in Augsburg (Note 4), war es soweit. Seine beste Note (3,5) bekam Schmidt nach dem 1:0 gegen St. Pauli, bei dem er zur zweiten Halbzeit für den verletzten Agu ins Spiel gekommen war.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,8
Einsätze: 8
Gespielte Minuten: 232

Yukinari Sugawara: Der Neuzugang vom FC Southampton entwickelte sich auf Anhieb zum Dauerbrenner auf der Rechtsverteidigerposition, wo Mitchell Weiser wegen eines Kreuzbandrisses während des bisherigen Saisonverlaufs nicht zur Verfügung stand. Allen voran beim 4:0 in Gladbach (Note 2,5) und beim 1:0 gegen Union Berlin (Note 2) zeigte der Japaner, dass er Werder Bremen mit seiner fleißigen Spielweise enorm weiterhelfen kann. Gegen Ende des Jahres baute Yukinari Sugawara dann allerdings merklich ab, was auch an seinen Noten sichtbar wurde, die beispielsweise nach dem 2:3 gegen den HSV (5) und dem 0:0 in Augsburg (4,5) nicht mehr allzu gut ausfielen.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,5
Einsätze: 14
Gespielte Minuten: 1.243

Hinweis: Spieler des SV Werder Bremen werden von der DeichStube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten lang in einer Partie gespielt haben. Eine Durchschnittsnote wird nur bei mindestens drei bewerteten Partien ermittelt. Deshalb bleiben folgende Profis in den Mannschaftsteilen Tor und Abwehr ohne Halbjahresnote: Karl Hein, Markus Kolke, Maximilian Wöber, Julian Malatini, Olivier Deman und Mitchell Weiser.

Rubriklistenbild: © Imago/DeFodi Images

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