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Kai Traemann (von links), Sebastian Mielitz, Björn Knips, Clemens Fritz und Rolf „Rollo“ Fuhrmann diskutierten beim 6. DeichTalk über viele spannende Themen rund um den SV Werder Bremen.
Clemens Fritz wird neuer Geschäftsführer Fußball des SV Werder, was machen die Bremer mit dem Investoren-Geld und wann spielt der SVW mal wieder international? Kurzum: Wie geht es mit dem SV Werder Bremen weiter? Unter diesem Motto stand der sechste DeichTalk der DeichStube - so lief der Abend!
Bremen – Ein neuer Geschäftsführer ab Sommer, frisches Investoren-Geld in Höhe von 38 Millionen Euro, die europäischen Plätze in Sichtweite und viele spannende Talente im Köcher: Wie geht es mit dem SV Werder Bremen weiter? Um all diese Themen ging es beim sechsten DeichTalk der DeichStube, der am Mittwochabend in der voll besetzten Union-Brauerei über die Bühne ging. Vor 130 Zuschauerinnen und Zuschauern diskutierte Moderator und DeichStube-Chefredakteur Björn Knips mit Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz, Ex-Werder-Keeper Sebastian Mielitz, Medien-Berater Kai Traemann sowie Kult-Reporter Rolf „Rollo“ Fuhrmann, herausgekommen ist ein launiger Talk - und die Erkenntnis: Werder hat eine spannende Zukunft vor sich.
Eine, für die Clemens Fritz als künftiger Geschäftsführer Fußball maßgeblich verantwortlich sein wird. Erst vor einer Woche hatte der SV Werder Bremen verkündet, dass der 43-Jährige im Sommer auf Frank Baumann folgt - und so sprach Fritz ausgiebig über den Auswahlprozess, die Entscheidung und seine Ziele mit dem SV Werder: „Natürlich strebt man nach mehr, man will nicht nur verwalten. Ich kenne beide Seiten mit Werder: Die internationalen Zeiten und die Zeiten im Abstiegskampf. Uns allen ist es lieber, international dabei zu sein. Ich finde, diese Ambition müssen wir auch haben. Und das ist der Anspruch, den der Aufsichtsrat und meine zukünftigen Geschäftsführerkollegen haben.“ Eine Aussage, die im Publikum für viel Applaus sorgte - und von Kai Traemann umgehend aufgegriffen wurde: „Er hat im Aufsichtsrat präsentiert, welche Ziele er mit Werder hat und die darf er dann jetzt auch umsetzen. Und da gehört es auch dazu, mal ganz klar zu sagen: Wir wollen nach Europa. Denn nur wenn man sich hohe Ziele setzt, kann man sie auch erreichen“, sagte der 43-jährige frühere „Bild“-Reporter, ehe er mit einem Augenzwinkern anfügte: „Von daher ist es lobenswert, dass Clemens gerade gesagt hat: Werder kommt in die Champions League.“ Womit er im Publikum zwar Gelächter, aber natürlich auch viel Applaus auslöste.
Kai Traemann über Werder Bremens Marvin Ducksch: „Ich glaube nicht, dass er zur EM fährt“
Der Ton für die launige Veranstaltung war spätestens hier längst gesetzt. Im zwei Mal 45 Minuten dauernden DeichTalk sprachen die Beteiligten zudem über die Pläne des SV Werder Bremen mit den Investoren-Millionen (Clemens Fritz im Scherz: „Das Geld ist bis Juni weg“), Marvin Ducksch (Traemann: „Ich glaube nicht, dass er zur EM fährt“), Justin Njinmah (Fritz: „Justin wirkt immer so ein bisschen cool. Ist er auch“), Eren Dinkci (Rolf Fuhrmann: „Mit ihm und Njinmah geht es nach Europa“) und Naby Keita (Fritz: „Er ist immer noch ein brillanter Fußballer“).
Außerdem ein Thema: Wie geht es eigentlich im Tor weiter? Dort hat bekanntlich Jiri Pavlenka seinen Stammplatz an Michael Zetterer verloren - eine Situation, die Sebastian Mielitz ganz ähnlich auch kennt. Der 34-Jährige, der inzwischen für den VfB Oldenburg in der Regionalliga Nord spielt, war ab Sommer 2012 die Nummer eins bei Werder Bremen, ehe ihm Raphael Wolf im Winter 2014 diesen Status abluchste. Ein Moment, an dem Mielitz lange zu knabbern hatte: „Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen. Ich war als Kind Werder-Fan, das bin ich auch immer noch. Und dann nicht mehr bei deinem Verein die Nummer eins zu sein, da ist schon eine Welt zusammengebrochen.“ Er habe viel mit sich alleine ausgemacht, auch wenn seine Freunde und Familie ihn unterstützt hätten. „Auch wenn man ins zweite Glied rückt, muss man weiter bereit sein, weil ja immer der ,Tag X´ kommen könnte. Aber bei mir kam er leider nicht.“
Sechster DeichTalk mit Fritz, Mielitz und Co. – die besten Fotos des Abends
Werder Bremens Clemens Fritz über Rafael Borré: „Die Chance, dass er uns verlässt, liegt bei 50:50“
Auch Jiri Pavlenka spielt nun nur noch die zweite Geige (Mielitz: „Zetti bringt seine Leistung, das muss Jiri auch honorieren“), im Sommer kehrt Torwart-Talent Mio Backhaus zudem von seiner Leihe nach Volendam zu Werder Bremen zurück. Hat Pavlenka also überhaupt eine Zukunft an der Weser? „Jiri hat sich in den letzten Wochen super eingebracht, die Mannschaft und Zetti unterstützt. Wir sind mit Jiris Berater im Austausch und haben uns darauf verständigt, dass wir uns im Frühjahr an einen Tisch setzen“, sagte Clemens Fritz - und fügte mit Blick auf Mio Backhaus an: „Er entwickelt sich super, aber ob er nächste Saison bei Werder spielt, werden wir erst in den kommenden Wochen entscheiden.“
Zum Abschluss des DeichTalks durften schließlich die Zuschauer ihre Fragen stellen. Ob es für Werder ein Fluch oder Segen sei, sich schon am Ende dieser Saison für Europa zu qualifizieren, wurde gefragt (Traemann: „Segen, so eine Chance muss man mitnehmen“), ob Rafael Borré den SV Werder Bremen noch verlässt (Clemens Fritz: „Die Chance liegt bei 50:50“). Und natürlich stellte Björn Knips auch die Frage, wo Werder denn am Saisonende landet: Und weil Sebastian Mielitz, Kai Traemann und Rolf „Rollo“ Fuhrmann den Bremern die Qualifikation für das internationale Geschäft zutrauen, sagte Clemens Fritz: „Bei so viel Fußballexpertise auf der Bühne wäre ich ja dumm, wenn ich jetzt etwas anderes sagen würde. Wir werden Achter und haben dann noch Luft nach oben, uns aber weiterentwickelt.“ Woraufhin Fuhrmann unter dem Applaus des Publikums und einem breitgrinsenden Fritz anfügte: „Und Euch unter Umständen für Europa qualifiziert.“ (nag)