Stage zweikampfstärkster Spieler gegen Wolfsburg

„Würde auch als Torwart spielen“: Werders Zweikampf-Monster Stage überzeugt in neuer Sechserrolle immer mehr

Jens Stage (re.) war beim Spiel des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg der zweikampfstärkste Spieler auf dem Feld.
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Jens Stage (re.) war beim Spiel des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg der zweikampfstärkste Spieler auf dem Feld.

Der SV Werder Bremen präsentierte sich in den jüngsten drei Partien defensiv deutlich stabiler - das liegt insbesondere an Jens Stage, der als Zweikampf-Monster auf der Sechs regelrecht aufblüht. Im Anschluss an das 2:2 gegen den VfL Wolfsburg hat der Däne über seine neue Rolle gesprochen.

Wolfsburg/Bremen – Jens Stage ist momentan so etwas wie Werders fleischgewordenes Stoppschild: Am Mann aus Aarhus führt kaum ein Weg vorbei. Weder in der Startformation des SV Werder Bremen, noch für dessen Gegenspieler auf dem Platz. Das war auch beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg nicht anders. Und das, obwohl der Däne bei den Grün-Weißen aktuell eine Position bekleidet, mit der er bis zuletzt noch ziemlich fremdelte: die Sechs. 
 
„Ich finde es schon ein bisschen anders, aber ich versuche, jedes Mal mein Bestes zu geben. Egal ob von der Bank, als Sechser oder Achter“, sagte Jens Stage nach dem Wolfsburg-Remis und ergänzte ganz diplomatisch: „Der Trainer entscheidet, wo ich spiele und dann versuche ich das Beste draus zu machen.“ Und als defensiver Mittelfeldspieler gehören da jetzt noch ein paar neue Aufgaben zu Stages Job: „Gegen den Ball kann ich der Mannschaft helfen, sprechen, in die Zweikämpfe gehen, organisieren.“

Werder Bremens Jens Stage: „Früher hatten die Gegner viele Chancen gegen uns, das ist jetzt besser“

Und all das klappt derzeit ziemlich gut. In der Autostadt beeindruckte der fleißige Däne als Sechser einmal mehr mit resoluter Zweikampfführung, gewann 15 seiner 21 direkten Duelle (71 Prozent) und damit mehr als jeder andere Spieler auf dem Rasen. Jens Stages starke Auftritte schlagen sich zudem spürbar im mannschaftlichen Erfolg nieder: Seit der 26-Jährige bei Werder Bremen das Zepter vor der Abwehrkette übernommen hat, steht das Team wesentlich stabiler, kassierte in den vergangenen drei Partien gegen den BVB (0:1), Union Berlin (2:0) und Wolfsburg nur drei Gegentore und ließ auch insgesamt deutlich weniger gegnerische Abschlüsse zu als in den Spielen zuvor.
 
„Mein Gefühl ist, dass wir in den letzten drei Spielen ein bisschen kompakter waren und besser verteidigt haben“, befand Jens Stage und lieferte sogleich die passende Erklärung mit: „Wir waren nicht so hoch im Pressing, stehen jetzt besser als Block. Früher hatten die Gegner viele Chancen gegen uns, das ist jetzt besser.“ Clemens Fritz als Werder Bremens Leiter Profifußball hat eine ganz ähnliche Entwicklung beobachtet und lobt: „Natürlich tut das gut, wenn man eine gewisse Stabilität und ein Gerüst hat. Wir haben im Defensivverbund an der Kompaktheit gearbeitet, auch im Block besser zu agieren und besser zu verschieben, abzusichern. Wenn der Sechser rausstößt, dass der Achter dann in die Position kommt. Das haben wir uns erarbeitet in den letzten Wochen.“

„Mit Ball muss ich ein bisschen ruhiger werden“, sagt Werder Bremens Jens Stage selbstkritisch

Dass Jens Stage aufgrund dieser kleinen Bremer Kurskorrektur seine eigentliche Lieblingsposition auf der Acht zumindest vorübergehend aufgeben musste, nimmt der frühere Profi des FC Kopenhagen gerne in Kauf, gesteht aber auch, dass ihm die Umstellung alles andere als leichtgefallen ist. „Für mich ist es ein bisschen schwieriger, weil ich eigentlich Achter bin. Aber ich will der Mannschaft helfen“, betonte Stage und ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Ich würde auch als Torwart spielen.“
 
Trotz des jüngsten Positivtrends sieht Jens Stage auch bei sich persönlich noch Potenzial: „Mit Ball muss ich ein bisschen ruhiger werden. Als Achter kann ich immer in die Box gehen und viel Energie geben, aber als Sechser musst du das Spiel ein bisschen mehr beruhigen. Da muss ich an mir arbeiten.“ Ein bisschen Zeit bleibt ihm dafür noch. Für Werder Bremen geht es in der Bundesliga erst am kommenden Sonntag (17.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) mit einem Heimspiel gegen die formstarke Eintracht aus Frankfurt weiter. Dann sind Stages Stoppschild-Qualitäten erneut gefragt. (mwi/mbü)

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