Werder-Testspiele im Zillertal
Doppelter Leistungscheck mit spezieller Vater-Sohn-Note
Zell - Am Vormittag zwei Stunden, am Nachmittag zwei Stunden – wenig war es nicht gerade, was Florian Kohfeldt seiner Mannschaft in den ersten drei Tagen im Trainingslager in Zell am Ziller an Trainingsarbeit zugemutet hat. Am Sonntag kann er nun eine erste Überprüfung vornehmen, was die intensiven Einheiten gebracht haben.
In einem Testspiel-Doppelpack tritt Werder im Parkstadion von Zell zunächst gegen den tschechischen Erstligisten FK Pribram an (11.00 Uhr), anschließend ist Zweitligist MSV Duisburg der Gegner (13.00 Uhr). Alle verfügbaren Bremer Profis sollen dabei zum Einsatz kommen.
Startelf schon gefunden?
Und Kohfeldt will natürlich sehen, was seine Spieler in den ersten Tagen im Zillertal gelernt haben und was davon sie schon umsetzen können. Klarer Trainingsschwerpunkt war die Spieleröffnung mit schnellen vertikalen und öffnenden diagonalen Bällen auf die Außen. Dabei hatte Kohfeldt zwei ziemlich klar definierte Arbeitsgruppen aufgestellt. Die eine ähnelte mit Jiri Pavlenka, Theo Gebre Selassie, Niklas Moisander, Philipp Bargfrede, Kevin Möhwald, Florian Kainz, Maximilian Eggestein, Max Kruse und Martin Harnik schon sehr einer möglichen Startelf für Pflichtspiele.
Das Werder-Samstags-Training




Sebastian Langkamp und Thore Jacobsen fungierten als mögliche Platzhalter für die „WM-Sonderurlauber“ Milos Vlejkovic und Ludwig Augustinsson. Es sei gut möglich, dass „die Mannschaften, die hier die Abläufe miteinander geübt haben, so auch in den Testspielen zusammenspielen werden“, sagt Kohfeldt. Wer aber gegen welchen Gegner aufläuft, ließ er offen. Die erste Partie gegen Pribram wird nur über 2 x 35 Minuten gespielt, so dass dabei eingesetzte Spieler eventuell auch noch gegen Duisburg aushelfen könnten.
Wunderdinge erwartet Kohfeldt in den beiden ersten fordernden Tests des Sommers noch nicht von seinem Team. „Wir wollen uns ordentlich verkaufen, Spielfreude und Ernsthaftigkeit zeigen.“ Ergebnis? Zweitrangig. Aber Siege sollen es schon werden, schließlich tritt Werder in Zell vor erwarteten 1000 eigenen Fans an. Die sollen nicht enttäuscht werden.
Gruev gegen Gruev
Ein spezieller Tag könnte es für U19-Spieler Ilia Gruev werden. Zum ersten Mal ist er mit den Profis unterwegs und könnte im Spiel gegen den MSV Duisburg auf seinen eigenen Vater treffen. Ilia Gruev senior sitzt dort auf der Trainerbank. Kohfeldt verspricht dem Junior zwar keinen Einsatz gegen den Herrn Papa, sagt aber: „Möglich, dass es so kommt.“
Mit Gruev senior, einem ehemaligen bulgarischen Nationalspieler, ist der Werder-Coach gut bekannt. Er hat im Vorfeld des Trainingslagers mit ihm telefoniert und bei der Gelegenheit auch verraten, dass er den Filius mitnehmen würde ins Zillertal: „Der Papa wusste es eher als der Sohn. Aber er hat nichts verraten.“