Kohfeldt spricht über die Fitness seines Stars
„Natürlich gibt es schnellere Spieler als Max Kruse“
Essen - Selbst Werder-Coach Florian Kohfeldt war das spöttische Gejohle auf der Tribüne nicht entgangen, nachdem Essens Kai Pröger, ein Viertliga-Spieler, den Bundesliga-Star Max Kruse im ersten Spiel des Blitzturniers läuferisch ziemlich düpiert hatte. Die Zuschauer hatten ihren Spaß.
„Natürlich habe ich das gehört“, meinte der Trainer: „Aber wer Max kennt, der weiß, dass ihm das jetzt keine schlaflose Nacht bereiten wird.“ Die Szene sorgte allerdings auch dafür, dass ein altbekanntes Thema wieder hochkam: Wie fit ist Max Kruse?
„Alle müssen noch an sich arbeiten“
Schon häufiger machte Kruse nach Sommer-, Winter- oder Verletzungspause den Eindruck, dass er noch Nachholbedarf hat. „Wir haben noch vier Wochen Zeit, alle müssen noch an sich arbeiten – inklusive Max. Das weiß er“, sagte Kohfeldt. Mit seinem aktuellen und vielleicht auch künftigen Kapitän, die Entscheidung steht weiterhin aus, war der Coach bei der peinlichen 0:1-Pleite gegen Viertligist RW Essen genauso wie mit den anderen Spielern überhaupt nicht zufrieden gewesen: „Im ersten Spiel habe ich auch Max nicht gesehen.“
Im kleinen Finale gegen Huddersfield sei das dann anders gewesen. „Da gab es dann diese 30, 40 Meter langen Sprints nach hinten“, erinnerte sich Kohfeldt. Dazu hatte Kruse weitere gute Szenen, als er seine Kollegen clever auf die Reise schickte. Mit Kumpel und Neuzugang Martin Harnik harmonierte er zwischenzeitlich schon ganz gut, es fehlte dann oft nur die erfolgreiche Fortsetzung der Aktion.
Laufduell mit Pröger
Aber dieses Laufduell mit Pröger konnte Kruse damit nicht mehr ausradieren. Ein bisschen unfair war es allerdings schon gewesen, und das nicht, weil Kruse vier Jahre älter ist als Pröger. Sondern: Der Essener kam mit Tempo, Kruse hechelte aus dem Stand kommend etwas hilflos hinterher. „Das war unglücklich. Und natürlich gibt es schnellere Spieler als Max, es ist nicht seine hervorstechende Stärke“, meinte Kohfeldt: „In der Bundesliga hätte er sich wahrscheinlich taktisch cleverer verhalten, da wäre es vielleicht gar nicht zum Laufduell gekommen.“
Kruse verzichtete aber auf das taktische Foul und ging ins Laufduell. Aussichtslos war es freilich nicht. Denn Kohfeldt rechnet schon damit, dass Kruse – wie seine Kollegen auch – in den nächsten Wochen noch spritziger wird: „Deswegen bereitet mir das zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Sorgen.“ Außerdem: Speziell bei den harten Läufen nach den Trainingseinheiten im Zillertal gehörte Kruse meistens zu denen, die ganz vorne zu finden waren. Da gab es nun wirklich nichts zu spötteln…
Fotostrecke: Werder beim Blitzturnier in Essen




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