Werder-Talent aktuell außen vor
Stippvisite in der Regionalliga: Wie Patrice Covics Ausflug zu Werders U23 den Profis helfen soll
Patrice Covic spielte in der Bundesliga-Mannschaft des SV Werder Bremen zuletzt nur eine untergeordnete Rolle. Jetzt verrät Daniel Thioune, warum sich das ändern könnte.
Patrice Covic war wieder ganz dicht dran, als der SV Werder Bremen am Samstag im Weserstadion den erlösenden fünften Saisonsieg gegen Heidenheim (2:0) verbuchte – aber der 18-Jährige war eben nicht mittendrin im Geschehen. Wie schon häufiger in dieser Saison musste sich das Mittelfeldtalent mit der Zuschauerrolle anfreunden, während die Kollegen auf dem Rasen um Tore und Punkte kämpften. Keine 24 Stunden später durfte der kroatische Junioren-Nationalspieler dann endlich selbst wieder ran. In kleinerem Rahmen zwar, dafür aber über die kompletten 90 Minuten. Covic mischte am Sonntagnachmittag bei Werders U23 mit, die im Stadion „Platz 11“ nicht über ein 0:0 gegen den HSC Hannover hinauskam. Auch der Jungprofi ließ gleich zwei Torchancen ungenutzt, die dem Bremer Nachwuchs womöglich doch noch einen Sieg hätten bescheren können. So stimmte zwar nicht unbedingt das Ergebnis, Covics Abstecher in die Regionalliga Nord soll dennoch nicht umsonst gewesen sein.
Daniel Thioune über Werder Bremens-Talent Patrice Covic: „Potenzial und Talent sind da“
„Potenzial und Talent sind da – und fast alle unsere Mittelfeldspieler sind mit vier Gelben Karten belastet. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass einer von ihnen ausfällt, und dann ist es für Patrice gut, wenn er vorher ausreichend Minuten gesammelt hat“, erklärt Bundesliga-Trainer Daniel Thioune, der seinen Schützling also keineswegs als Strafe zur U23 geschickt hatte, sondern mit perspektivischem Hintergedanken. In Marco Grüll, Romano Schmid, Senne Lynen, Jens Stage und Cameron Puertas sind tatsächlich gleich fünf Profis des SV Werder Bremen vierfach vorbelastet, da könnte für Patrice Covic also demnächst eine temporäre Lücke aufgehen, in die er stoßen kann.
Auch so sind sie beim SV Werder Bremen mit der Entwicklung des gebürtigen Berliners zufrieden, trotzdem benötigt der Youngster ob der Konkurrenzsituation im Kader weiterhin Geduld bei der Jagd nach jeder Bundesligaminute. „Cameron hat sich seine Einsatzzeit verdient, darüber hinaus habe ich mit Leonardo Bittencourt einen Spieler, der aus meiner Sicht auch häufiger auf den Platz gehört“, sagt Daniel Thioune und ergänzt: „Senne macht seine Sache gut, Romano auch und über Jens Stage müssen wir ebenfalls nicht reden. Dann ist es entsprechend schwierig für Patrice, Spielzeit zu bekommen. Aber ich vertraue ihm, habe ihn ja auch im Spiel gegen Bayern München eine halbe Stunde auf den Platz geschickt.“
Mehr Spielzeit in der Bundesliga für Patrice Covic? Werder Bremens Coach Daniel Thioune: „Ich vertraue ihm“
Es war der bis dato letzte Auftritt im deutschen Fußball-Oberhaus, insgesamt hat Patrice Covic während seiner Premieren-Saison in elf Partien mitgemischt, zweimal als Teil der Startelf. So weit, so normal für einen 18-Jährigen. Aber der Appetit nach mehr ist verständlicherweise geweckt worden – und könnte schon bald mit weiteren Einsätzen gestillt werden. Dann bei den Profis und nicht in Werder Bremens U23. (mbü)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Oliver Baumgart
